Freitag, 08.04.2016

Der alternative Wochenrückblick: März-Edition

Goldene Ananas: Bald auch als Pokal!

Im März war einiges geboten in der Bundesliga: Kruse hat für Schlagzeilen gesorgt, der FC Bayern plant neue europäische Wettbewerbe und Sandro Wagner spielt, als wäre er Lord Nicklas Bendtner und Zlatan Ibrahimovic in einer Person. Der alternative Wochenrückblick bringt Licht ins Dunkle.

Bald international? Köln und Darmstadt könnten die Bundesliga vertreten...
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Bald international? Köln und Darmstadt könnten die Bundesliga vertreten...

1. Doppelkorn und mindestens Triplemoral: Was war das nur für ein Medientrubel in den letzten Wochen um Max Kruse. Erst das verloren gegangene Geld in einem Taxi, dann die Auseinandersetzung mit einer Journalistin und zu guter Letzt auch noch das im Internet aufgetauchte Video. Dinge, für die die ehemaligen Fußballgenerationen wohl nur ein müdes Lächeln übrig gehabt hätten, in der heutigen Zeit jedoch zu echten Karrierekillern werden können.

Welcher Skandal kommt als nächstes an die Öffentlichkeit? Max Kruse ist zum VfL Wolfsburg gewechselt? All diese Dinge wurden Bundestrainer Jogi Löw jedoch zu viel, sodass er Kruse aus der Nationalelf schmiss.

Begründung: Er brauche Spieler, die sich ihrer Vorbildrolle bewusst sind. Gerüchten zufolge ließ sich Löw nach dieser Bekanntgabe von Marco Reus zu einem Interview über das Problem der fehlenden Typen im deutschen Fußball fahren, um anschließend ein Seminar über Doppelmoral abzuhalten.

2. Der Goldene-Ananas-Pokal: Beim FC Bayern München war wieder einmal mächtig was los in den letzten Tagen und Wochen. Vor allem Karl-Heinz Rummenigge war dabei häufiger in den Medien zu finden als Donald Trump und Max Kruse zusammen. So war es unter anderem Rummenigge, der die Idee einer europäischen Superliga ins Rollen gebracht hat.

Diese Liga soll sich noch mal eine Stufe über der Champions-League befinden und aus den zwanzig größten Clubs Europas bestehen. Die Champions- und Europa-League würden dann noch eine Stufe nach unten rutschen. Die Einführung einer solchen Liga würde natürlich nur Vorteile nach sich ziehen.

Mit Duellen wie Köln gegen Real Sociedad oder Bournemouth gegen Bologna könnte damit zum Beispiel endlich mal die leidige Frage geklärt werden, welches denn nun die stärkste Liga der Welt ist. Die Superliga ist dabei jedoch nur der Anfang! In den Folgejahren werden dann auch noch der "Goldene Ananas Pokal" für die Plätze 10 bis 13, die "Graue Maus Liga" für die Ränge 14 und 15 sowie der "Internationale HSV- Cup" für Platz 16 ausgespielt.

Die Sieger der jeweiligen Turniere qualifizieren sich dann automatisch für den in der Sommerpause aus marketingtechnischen Gründen auf dem Uranus stattfindenden "Super- Duper-Pokal". Auch bei den Fans stößt die Idee der neuen Liga nur auf Zustimmung. "So würden die Vereine endlich mal gezwungen werden, eine rationale Kaderpolitik zu betreiben und ihre Mannschaften auf 60 bis 70 Spieler aufzustocken", so Felix M. aus M.

3. Die Rummeniggesche Ideenschmiede: Die europäische Superliga ist jedoch nicht der einzige Kracher aus der Rummeniggeschen Ideenschmiede. Auch die Auslosung der K.O.-Partien in der Champions-League will er revolutionieren. Ihm reicht es nämlich, dass das Schicksal über die Auslosung entscheidet und es bereits im Achtelfinale zu Begegnungen wie Bayern gegen Juventus kommen kann.

Für ihn ist das momentane Verfahren schlichtweg nicht fair genug. Rummenigge plädiert deshalb für eine Setzliste in der Auslosung, die nach folgenden Kriterien zusammengesetzt wird: Internationales Abschneiden in den vergangenen Jahren, Mitgliederzahl, Umsatzstärke, Anzahl der Uhren, die von Verantwortlichen des Vereins in den letzten Jahren über die Grenze geschmuggelt wurden sowie Vorkommen der Buchstaben B,A,Y,E,R,N,M,Ü,C und H im Vereinsnamen.

Dass die UEFA mit solchen Partien den Großclubs Europas doch nur einen Gefallen tun will, da sie als gute Vorbereitung für die Super-Duper-Liga dienen sollen, verkennt Rummenigge dabei schlichtweg. Immerhin wurde bei der Auslosung für das kommende Champions-League-Viertelfinale schon mal ein Probelauf für Rummenigges Idee getestet.

Auch der etwas andere Wochenrückblick war nicht untätig und hat sich auf einer dreitägigen Sitzung mit allen Redakteuren beraten, wie man das Problem lösen könnte. Herausgekommen ist wohl die revolutionärste Idee seit der Erfindung des Bügeleisens: Man könnte einfach bei der Auslosung des Achtelfinales aus Gründen der sportlichen Fairness den acht Gruppenersten jeweils einen Gruppenzweiten aus der vorhergegangen Gruppenphase zulosen. Ha! Wieso ist da noch niemand drauf gekommen! Wo ist das nächste Patentamt?

4. Auge um Auge, Zahn um Zahn: Köln, Bremen, zuletzt Dortmund. Der FC Bayern ist schon immer dafür bekannt, sich mediale Auseinandersetzungen mit anderen Clubs zu liefern. Das neuste Kapitel in dieser Historie schrieb dabei jetzt Manchester City.

Los ging die ganze Sache mit einem angeblichen Interesse der Engländer an Bayerns David Alaba. City-Sportdirektor Txiki Bergirirgendwas kommentierte das Interesse damit, dass auch er stets versuche, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzubauen.

Somit rücken automatisch Spieler des FC Bayern in den Fokus, die er dann mit der sportlichen Perspektive und Aussicht auf Partien gegen Atromitos Athen und Zorya Lugansk nach Manchester lotsen will. Solche Aussagen sind natürlich Wasser auf dem Mühlen der fleischgewordenen Sirene Matthias Sammer. Er konterte die Aussage mit den Worten: "City sollte auch nicht ausschließen, dass wir uns da umschauen. Es gibt auch den einen oder anderen sehr interessanten Spieler."

Sprich: Eine klassische Kindergartenfehde nach dem Motto: Du hast mir mein Spielzeugauto weggenommen, also schlafe ich mit deiner Schwester. Ernst nehmen sollten die Bayern City auf dem Transfermarkt natürlich trotzdem. Gerüchten zufolge suchen die Engländer nämlich unter anderem einen neuen Torhüter, der besser ist als Joe Hart. Sven Ulreich gefällt das.

5. Am Donnerstag sorgte Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch mit einem kicker- Interview für Aufsehen. Dort merkte er nämlich an, es sei ein Unding, dass viele Spieler in der Bundesliga bei "jedem kleinen Zupfer hinstürzen" oder versuchen, "jede Körperberührung als Foul darzustellen." Der Präsident von Darmstadt 98 bemängelt also die Fallsucht von Bundesligaspielern. Das ist ungefähr so, als würde sich Zack Snyder über grottenschlechte Superhelden-Filme beschweren.

6. Eine göttliche Symbiose: Eine grandiose Saison spielt ohne wenn und aber Darmstadts Sandro Wagner, der seit geraumer Zeit als Symbiose von Lord Bendtner und Zlatan Ibrahimovic durch die Fußballstadien der Republik tänzelt.

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Klopp auf die Frage, ob es in Dortmund schwieriger ist: "In Mainz könnte ich einen Haufen auf die Ludwigstraße machen und alle würden sagen: Super, Kloppo!"
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"Ich habe es in meiner aktiven Karriere leider nicht geschafft, auf dem Platz das zu bringen, was sich in meinem Gehirn abgespielt hat. Ich hatte das Talent für die Landesliga und den Kopf für die Bundesliga - herausgekommen ist die 2. Liga."
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"Sie fragen mich, wie motiviert die Spieler sind? Ich kann nur eine Aussage darüber treffen, wie motiviert ich bin. Und wenn man das in Flaschen abfüllt, dann kommt man in den Knast, wenn man es verkauft."
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Klopp über seinen 0815-Look: "In Germany I have a o-eight-fifteen face like everybody. Many people look like me. I’m not the best shaver in the world, funny hairstyle, glasses…"
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Klopp nach der Nominierung zahlreicher seiner Spieler für ein Länderspiel: "Ich mag Jogi Löw. Ich benutze sein Deo, sein Shampoo..."
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Klopp über einen Ausraster in Richtung des Schiedsrichters: "Ich bin ein Idiot. Dafür muss ich mich entschuldigen."
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Klopp auf eine allzu verfrühte Frage nach der Meisterschaft: "Freunde der Südsee, geht mir damit nicht auf den Sack!"
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Klopp über den verletzten Mats Hummels: "Wir werden auf ihn warten wie eine gute Ehefrau, die auf ihren Mann wartet, der im Knast sitzt."
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Klopp zu einem Journalisten, der ihn aufgefordert hatte, keine Floskeln zu gebrauchen: "Ich sehe Sie hier zum ersten Mal, aber direkt eine Forderung zu stellen, was ich zu sagen habe. Hut ab! Welches Ressort? Tierfilme? Sport, oh, alles klar."
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"Ich vergleiche das mit einem Bobrennen am Königssee. Wir haben eine super Startzeit hingelegt. Sollen wir deshalb unterwegs aussteigen und erzählen, wie gut wir gestartet sind?"
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Klopp im Vorfeld des T-Home-Cups: "Was kann man da gewinnen? Eine DSL-Telefonleitung? Ich ziehe nämlich gerade um."
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Klopp nach einer sehr unglücklichen Niederlage gegen ManUnited: "It's not a wish concert. We have to work with what we have."
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Klopp nach dem Einzug ins Champions-League-Finale: "Wenn ich ihnen heute keine Feier erlauben würde - ich wäre ja der absolute Vollhorst."
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Klopp über sein Verhalten am Spielfeldrand: "Manchmal erschrecke ich mich selbst, wenn ich die Bilder im TV sehe."
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"Wenn die Zuschauer Emotionen wollen, du aber Rasenschach anbietest, muss sich einer von beiden ein neues Stadion suchen."
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Klopp über einen Dortmunder Sieg bei den Bayern: "Als der BVB das letzte Mal hier vor 19 Jahren gewonnen hat, wurden die meisten meiner Spieler noch gestillt."
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Auf die Frage eines Reporters, ob er aufgrund seiner vielen Treffer überrascht sei, antwortete Wagner inhaltsgemäß, er sei nicht überrascht und würde sich jetzt nicht jeden Tag am Kopf kratzen und wundern, dass er bereits so viele Tore geschossen habe.

Völlig verständlich. Das Toreschießen hat er bei seiner vorherigen Saison in Berlin ja bereits bestens geübt. Zwar nur im Training. Und alleine. Und auf leere Tore. Aber immerhin. Über seine Fußballkollegen hingegen äußerte sich Wagner nicht gerade freundlich. Diese findet er aufgrund ihres aalglatten Verhaltens größtenteils "peinlich und zum fremdschämen".

Was er von Spielern hält, die die bei jedem kleinen Zupfer hinstürzen oder versuchen, jede Körperberührung als Foul darzustellen, ist nicht übermittelt. Ob Wagner noch eine Zukunft in Darmstadt hat, steht noch nicht fest. Schließlich war zuletzt immer wieder vom Interesse einiger zahlungskräftiger Premier-League-Teams die Rede. Gerüchten zufolge soll sich Wagner jedoch einen Verbleib vorstellen können, wenn der Verein bereit ist, das Böllenfalltor durch eine Statue von ihm zu ersetzen.

7. Die Zitate der Woche:

"Buffon hat 1995 debütiert. Damals ist Joshua Kimmich noch mit der Rassel um den Weihnachtsbaum gerannt."
- Wolff Fuss

"Wir haben eine gut bestückte Mannschaft. Also, fußballerisch gesehen."
- Thomas Müller

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Marc Hauser

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Marc Hauser(Page2-Autor)

Marc Hauser, Jahrgang 1996, schreibt seit 2011 auf MySpox. Er ist vor allem für seine Reihe "Der etwas andere Wochenrückblick" bekannt, mit der er 2012 nach einem Schülerpraktikum in der SPOX-Redaktion begann und die Ereignisse der Fußballwelt satirisch aufarbeitet. Geboren in Rottweil und aufgewachsen in Villingen-Schwenningen, zog es ihn nach seinem Abitur im Jahr 2014 nach Konstanz, wo er momentan im dritten Semester Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau studiert.


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