Der FC Chelsea in der Krise

The not so Special One

Von Sebastian Hahn
Mittwoch, 07.10.2015 | 18:28 Uhr
Jose Mourinho (r.) steckt mit dem FC Chelsea in der Krise
© getty
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Jose Mourinho und der FC Chelsea gehen mit dem schlechtesten Saisonstart eines englischen Meisters in der Premier-League-Geschichte in die Länderspielpause. Der Portugiese scheint ratlos. Gibt es wirklich keine schnelle Lösung für die Blues-Krise? Oder muss Mou sein Handeln an der Stamford Bridge überdenken?

"Wenn sie mich feuern, dann feuern sie den besten Trainer, den sie je hatten." Eines muss man Jose Mourinho lassen: Selbst nach acht Spieltagen, dem schlechtesten Saisonstart eines englischen Meisters in der Geschichte der Premier League und einer 1:3-Pleite vor heimischer Kulisse gegen den FC Southampton hat der Portugiese sein Selbstvertrauen nicht verloren.

Vielmehr machte er sich nach seinem kurzen Statement zu einer möglichen Entlassung daran, die seiner Meinung nach wieder mal katastrophalen Schiedsrichter zu kritisieren: "Es steht 1:1 und wir bekommen einen glasklaren Elfmeter verweigert. Ich wiederhole es gerne: Wenn die FA mich bestrafen will, dann soll sie das tun, damit habe ich kein Problem. Aber hier geht es um meine Spieler und die Fans. Die haben so etwas nicht verdient. Die Schiedsrichter haben Angst, für uns zu pfeifen. Wenn wir den Strafstoß bekommen, steht es 2:1 und wir haben ein ganz anderes Spiel. Danke."

Sieben Minuten dauerte die Wutrede von "The Special One". Sieben Minuten, die perfekt beschreiben, wie es aktuell um den amtierenden englischen Meister und seinen Trainer steht.

Carneiro als Anfang vom Ende

Denn mit acht Punkten aus ebenso vielen Spielen rangieren die Blues aktuell nur auf Platz 16 der Tabelle, Spitzenreiter Manchester City ist mit 19 Zählern schon weit enteilt. Die Niederlage gegen die Saints war die vierte Liga-Pleite in dieser Saison - eine mehr, als in der kompletten Spielzeit 2014/15.

Niederlagen gegen Manchester City, Crystal Palace, den FC Everton und Southampton stehen zu Buche, vier Spiele, die in der Hinrunde 2014/15 noch acht Punkte und keine Pleite brachten. Mourinhos Blues sind momentan eine einzige Baustelle - und diese wird mit jedem Spiel größer.

Viele der Baugruben schaufeln sich der Portugiese und seine Spieler selbst. Zum einen wäre da der Streit mit Teamärztin Eva Carneiro, die Mourinho direkt nach Saisonbeginn rauswarf, nachdem er mit ihren Behandlungsmethoden nicht einverstanden war. Der Streit eskalierte, nachdem Carneiro am ersten Spieltag gegen Swansea aufs Feld eilte, um Eden Hazard zu behandeln. Mourinho kochte vor Wut und bezeichnete Carneiro als "Tochter einer Schlampe" - das erste Scharmützel neben dem Platz hatte begonnen.

The Diego-Costa-Case

Dass "The Special One" gerne mal über die Stränge schlägt, gehört bei ihm mittlerweile zum guten Ton, es sollte aber nicht das negative Highlight der bisherigen Saison werden. Denn als Diego Costa im London-Derby gegen den FC Arsenal die halbe Gunners-Abwehr anpöbelte, Schiedsrichter Mike Dean minutenlang bearbeitete und schließlich einen Platzverweis für Gegenspieler Gabriel provozierte, stellte sich Mourinho demonstrativ vor seinen Stürmer und erklärte ihn auch noch zum "Man of the Match".

Aber damit nicht genug: Der Portugiese bezeichnete Arsenal als "Jammerer" und warf den Gunners vor, bei Niederlagen immer über den Schiedsrichter zu meckern. Nun ja, wer im Glashaus sitzt, Herr Mourinho...

Nur logisch war auch, dass er mit der Drei-Spiele-Sperre für Costa seitens der FA absolut nicht einverstanden war und diese als "lächerlich" darstellte. Der Blues-Trainer ist also auch in einer Krise ein Meister darin, exklusive Meinungen zu haben und sein "Ich-gegen-den-Rest-der-Welt"-Image zu glorifizieren. Aber was soll der Portugiese auch anders machen? Schließlich hat ihm der ach so böse englische Fußballverband mitten in der Krise nun auch noch sein liebstes Sturm-Spielzeug weggenommen.

Wo ist die Meister-Form?

De Facto bleiben Mourinho bis zum Ablauf der Sperre also noch Backup Loic Remy und Monaco-Leihgabe Falcao. Beide kommen bislang aber gerade mal auf knapp zwölf Ballaktionen pro Partie und sind lange nicht so engagiert und zweikampfstark wie der wuchtige Costa. Zusammen kommen die drei "Torjäger" in der laufenden Premier-League-Saison auf zwei Treffer, alleine Costa hatte in der vergangenen Saison zu diesem Zeitpunkt bereits neunmal genetzt. Das Problem: Costa und Co. hängen im Sturmzentrum zu sehr in der Luft, weil der Mittelfeld-Motor der Blues mächtig stottert, allen voran Cesc Fabregas und Hazard.

Der Spanier, der die Blues-Fans nach seiner Ankunft an der Stamford Bridge im letzten Jahr mit sieben Vorlagen in acht Partien verzückte, kommt gerade mal auf einen Assist in dieser Saison. Hinzu kommen 27 Torschussbeteiligungen, also im Schnitt etwas mehr als drei pro Spiel - nicht viel für den Mittelfeld-Maestro aus La Masia. Dass er zudem auch nur knapp über 40 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnt, ist absolut inakzeptabel.

Aber auch Hazard ist weit weg von der Form, die ihn letztes Jahr zum Fußballer des Jahres in der Premier League machte. Zwei Vorlagen hat der Belgier bisher auf dem Konto, ansonsten wirkt er im Spiel der Blues fast unsichtbar. Ein, zwei helle Momente pro Spiel - das war's.

Alternativloses Mittelfeld

Nach dem schwachen 2:2 gegen Newcastle United setzte Mourinho seinen Star-Spieler gegen den FC Porto sogar auf die Bank - ohne Erfolg. Als der Belgier nach knapp einer Stunde den Rasen betrat, wurde das Spiel der Blues sogar besser. Ein Eindruck, der beweist: Mourinho fehlen im Mittelfeld die Alternativen, denn auch die Backups der Stars sind außer Form.

John Obi Mikel ist über seinen Leistungszenit hinaus, Ramires spielt bisher eine ganz schwache Saison. Neuzugang Pedro wurde nach seinem furiosen Einstand gegen West Bromwich Albion (ein Tor, ein Assist) von Spiel zu Spiel schlechter. Nemanja Matic ist bemüht und lauffreudig, hat aber auch gerne mal einen Lapsus pro Partie drin. Die Liste könnte ewig weitergeführt werden.

Die einzig positiven Lichtblicke sind derzeit noch zwei Brasilianer. Willian zeigt bisher eine erfreuliche Stärke bei Freistößen und belebt die Blues-Offensive zumindest ein wenig, Oscar startete ordentlich in die Saison, verpasste dann aber wegen einer Knieprellung fünf Spiele.

Vom so starken Meister-Mittelfeld war in den ersten acht Saisonspielen kaum etwas zu sehen, die Gedankengänge der CFC-Akteure wirkten immer einen Schritt zu langsam, Raum für schnelle Umschaltspielzüge war kaum vorhanden, die meisten Tore entstanden aus Einzelaktionen.

Mourinho überlegte bereits öffentlich, seinen Youngstern eine Chance zu geben, aber Kenedy und Ruben Loftus-Cheek können die Blues auch nicht alleine aus dem Sumpf ziehen. Das müssen die Stars selbst erledigen. Doch selbst wenn Hazard und Co. ihre Form nach der Länderspielpause finden sollten, sie sind noch lange nicht die größte Baustelle...

Slapstick an der Stamford Bridge

Denn die findet sich eine Abteilung weiter hinten in der Abwehrkette. 17 Gegentreffer fing sich die Defensive in dieser Saison schon, neun mehr als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Die einzige Konstante ist Linksverteidiger Cesar Azpilicueta. Der Spanier arbeitet viel, zeigt sich lauffreudig und geht auch mal den Weg nach vorne mit, was unter anderem mit einem Saisontreffer belohnt wurde. Eine der wenigen Positionen, auf der muss sich Mourinho keine Sorgen machen muss.

Ganz im Gegensatz zur anderen Seite - denn dort spielt seit Saisonbeginn der Schrecken aller Chelsea-Fans: Branislav Ivanovic. Der Serbe, der in Abwesenheit von John Terry die Kapitänsbinde trägt, spielt bisher eine grausige Saison. Acht Tore fielen bereits über seine Abwehrseite, an zwei weiteren war Ivanovic zudem beteiligt. Der 31-Jährige ist in vielen Situationen zu weit vom Ballführenden entfernt und verliert zu oft entscheidende Zweikämpfe.

Eine Alternative gäbe es sogar durchaus. Azpilicueta könnte theoretisch auch auf rechts spielen, links könnte 20-Millionen-Euro-Neuzugang Abdul Rahman Baba zum Einsatz kommen - doch dem vertraut der Portugiese in der Liga bisher partout nicht. Ivanovic scheint einer dieser Lieblinge von Mourinho zu sein. Sie spielen immer, egal, wie schwach ihre Aufritte sind.

Die Wahl der Qual

In der Innenverteidigung sieht es nicht besser aus. Kurt Zouma, Gary Cahill und John Terry heißen die drei Protagonisten, die Mourinho in dieser Saison viel Kopfzerbrechen bereiten. Nachdem Vereinsikone Terry am dritten Spieltag gegen West Brom (2:3) mit Rot vom Feld musste, scheint Mourinho lieber Zouma den Vorzug zu geben.

Dabei ist Terry eigentlich deutlich ballsicherer, bringt er doch als einziger Stammspieler über 90 Prozent seiner Pässe an den Mann. Als der Franzose dann eine schlechte Leistung an die nächste reihte, bekam Terry erneut seine Chance - und lieferte gegen Southampton eine Partie zum Vergessen. Egal, wen Mourinho im Moment bringt, bei den Blues ist einfach der Wurm drin.

Einen Joker hätte Mou dabei theoretisch noch: Papy Djilobodji kam am Deadline Day für zwölf Millionen Euro vom FC Nantes, weil John Stones vom FC Everton nicht wegzukriegen war. Aber wenn der eigene Trainer bei der Ankunft schon sagt, dass er "nicht alle Spieler kennen kann, die wir verpflichten", dann ist das Vertrauen zwischen Spieler und Coach natürlich schon mal im Eimer.

Und auch jetzt, wo der Portugiese seinen Innenverteidiger eigentlich kennen sollte, scheint er von dessen Qualitäten auch nicht gerade begeistert zu sein, immerhin beläuft sich dessen Spielzeit bislang auf eine Einwechslung im League Cup - in der Nachspielzeit.

Die individuelle Qualität bleibt

Die Länderspielpause gibt Mourinho nun erstmal Zeit zum Nachdenken. Noch sitzt er recht sicher auf seinem Stuhl an der Stamford Bridge, die Vereinsführung stärkte ihm jüngst den Rücken. Angst, dass hinter seinem Namen wie schon bei Ex-Liverpool-Coach Brendan Rodgers ein fettes "SACKED" auftaucht, muss der Portugiese erstmal keine haben - aber er muss sich was einfallen lassen.

Krisen bringen immer unverhofft Gewinner und Verliert hervor - und Mourinho ist durchaus ein Mann für unpopuläre Entscheidungen. Das Mittelfeld um Hazard, Fabregas und Co. dürfte langfristig alleine wieder auf Kurs kommen, dafür ist die individuelle Qualität einfach zu hoch. Kenedy und Loftus-Cheek dürften zudem mit ansprechenden Leistungen im Training dafür sorgen, dass die Stars sich nicht zu sehr gehen lassen.

Auch der Sturm sollte sich auf Dauer einpendeln. Sobald Diego Costa zurückkehrt und sich wieder aufs Fußballspielen und nicht aufs Pöbeln besinnt, dürfte der Spanier auch wieder seine Tore abliefern. Trotzdem: Eine gewisse "Wir-haben-den-Titel-also-können-wir-uns-erstmal-zurücklehnen"-Einstellung hat bereits bei vielen englischen Meistern dafür gesorgt, dass seit Manchester United 2008/2009 kein Team mehr die Meisterschaft verteidigen konnte.

In der Abwehr muss Mourinho über seinen (ziemlich sturen) Schatten springen und die Ivanovic-Saga beenden. Ohne Frage hat Azpilicueta auf links seine Stärken, aber schlechter kann es aktuell kaum werden. Einem Baba muss wahrscheinlich auch erklärt werden, warum er eigentlich noch zu keinem Premier-League-Einsatz gekommen ist. Und: Ivanovics Vertrag läuft im nächsten Sommer aus, irgendwer wird auch dann Rechtsverteidiger spielen müssen.

What's next, Mou?

Natürlich hängt nicht alles an Chelsea. Der neue TV-Vertrag verhalf vor allem den Mittelfeld-Teams, den Abstand zur Spitze zu verringern. Ein Selbstläufer ist ein internationaler Platz für viele große Namen auf der Insel nicht mehr. In der aktuellen Situation auch nicht für Chelsea: "Wir haben einen schlechten Saisonstart hinter uns und müssen uns zusammenreißen. Meister werden wir vielleicht nicht mehr, aber ein Platz unter den ersten vier Teams ist noch drin. Dann wäre ich mit der Saison zufrieden", erklärte Mourinho unlängst.

Dafür muss der Portugiese, der sich laut eigener Aussage in der "schlimmsten Phase seiner Karriere" befindet, erneut beweisen, warum er "The Special One" ist. Oder anders gesagt: Warum er sich selbst für den besten Trainer der Welt hält. Denn wenn sich der Portugiese nicht bald etwas einfallen lässt, dann ist er bald wohl eher "not so special."

Der FC Chelsea im Überblick

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