Samstag, 15.02.2014

Olympisches Eishockey-Turnier: Gruppe A und C

Oshie entscheidet irren Thriller

Die USA und Russland liefern sich einen irren Eishockey-Krimi. Für die Entscheidung sorgt T.J. Oshie im Shootout. Die Schweden marschieren weiter und ein Schweizer Goalie vermasselt Jaromir Jagrs Geburtstag.

T.J. Oshie war der Mann des Abends gegen die Russen
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T.J. Oshie war der Mann des Abends gegen die Russen

Gruppe A

USA - Russland 3:2 SO (0:0, 1:1, 1:1, 0:0, 1:0)

Tore: 0:1 Datsyuk (30.), 1:1 Fowler (37.), 2:1 Pavelski (50.), 2:2 Datsyuk (53.), 3:2 Oshie (SO)

Drama, Baby, Drama! Wer den Clash zwischen den US-Boys und der Sbornaja verpasst hat, wird sich noch lange ärgern. Es war eine Partie, wie man sie sich in den Träumen ausmalt: hohe Intensität, ein ständiges Auf und Ab, eine Gänsehautatmosphäre und ein Thriller-Finish a la Hitchcock - mit einem glorreichen Helden.

T.J. Oshie verwandelte im Shootout den entscheidenden Penalty - es war sein insgesamt sechster Versuch, davon traf er vier. Eigentlich hieß das Duell schon längst nicht mehr USA gegen Russland, sondern Oshie vs. Sergei Bobrovsky, dem Goalie des Gastgebers.

"Ich musste mir immer was Neues einfallen lassen, bei jedem Penalty, damit er sich nicht darauf einstellen konnte. Aber ich war froh, als es vorbei war, denn mir sind langsam die Moves ausgegangen", so der Blues-Forward.

Die Shootout-Pleite an sich wäre für die Russen schon ein kleiner Dämpfer gewesen. Dass man im letzten Drittel aber das womöglich entscheidende Tor erzielte, das allerdings nicht gewertet wurde, setzte dem Ganzen die Krone auf.

Der Grund: Bei Fedor Tyutins Hammer von der blauen Linie war das amerikanische Tor leicht verschoben. Eine richtige Entscheidung, durch die sich die Refs allerdings den Unmut der Russen zuzogen. "Ich habe keine Ahnung, was da los war. Aber es war ein Treffer. Außerdem war es ihr Goalie, der das Tor berührt hat. Sie hätten also wenigstens eine Zwei-Minuten-Strafe bekommen müssen", so Alex Ovechkin, der bei seinen sieben Schüssen keinen Erfolg hatte.

Ganz im Gegensatz zu Pavel Datsyuk: Russlands Captain machte beide Treffer für die Sbornaja und wäre auch ein möglicher Mann der Partie gewesen. Genauso wie die beiden Goalies Jonathan Quick (29 Saves) und Bobrovsky (31 Saves). Nach Oshies Shootout-Show war das aber alles nur noch reine Makulatur.

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Slowakei - Slowenien 1:3 (0:0, 0:0, 1:3)

Tore: 0:1 Ticar (44.), 0:2 Razingar (49.), 0:3 Kopitar (50.), 1:3 Jurco (60)

Slowenien hat zwei Millionen Einwohner. Davon sind gerade einmal 148 richtige Eishockeyspieler. Und es gibt nur ein professionelles Team. Na und? Das Team rund um Superstar Anze Kopitar, den einzigen NHL-Spieler in der Mannschaft, sorgt in Sotschi trotzdem für Schlagzeilen.

Gegen die favorisierten Slowaken fuhr Slowenien einen überraschenden Sieg ein. "Jeder dachte, dass wir hier nur Spaß haben wollen. Aber wir haben die Antwort auf dem Eis gegeben", so Kopitar, der mit seinem Treffer zum 3:0 den Schlusspunkt hinter die entscheidenden sechs Minuten setzte.

Zuvor hatten Rok Ticar und Tomaz Razingar die Slowaken, die mit zwölf NHL-Spielern in Sotschi antreten, geschockt. Der Treffer von Tomas Jurco in der letzten Minute der Partie war nicht mehr als Ergebniskosmetik. Zu allem Überfluss verlor man zudem Tomas Kopecky, nachdem er einen Ellbogen abbekommen hatte. Ob der Panthers-Stürmer im letzten Vorrundenspiel gegen Russland dabei sein kann, ist noch offen.

Gruppe C

Schweden - Lettland 5:3 (1:1, 3:1, 1:1)

Tore: 1:0 Berglund (16.), 1:1 Darzins (19.), 1:2 Sprukts (22.), 2:2 Karlsson (23.), 3:2 Alfredsson (37.), 4:2 Ericsson (39.), 4:3 Girgensons (42.), 5:3 Edler (53.)

Drei Spiele, drei Siege. Die Schweden sind locker durch die Vorrunde marschiert und haben sich einen Platz im Viertelfinale gesichert. Zwar geriet man gegen aufopferungsvoll kämpfende Letten im zweiten Drittel kurzzeitig in Rückstand. Eine Minute später glich Erik Karlsson die Partie allerdings wieder aus.

In der Folgezeit machte die individuelle Klasse der Schweden den Unterschied. Die Letten, bei denen Kristers Gudlevskis auf 25 Saves kam, müssen durch die dritte Pleite in Folge in der Qualifikationsrunde ran.

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Schweiz - Tschechien 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)

Tor: 1:0 Bodenmann (15.)

Die Schweiz hat in drei Partien mickrige zwei Treffer erzielt - und trotzdem zwei Siege auf dem Konto. Wie das geht? Einfach bei Jonas Hiller nachfragen. Der Goalie ist in Sotschi immer noch ohne Gegentreffer, bei der Pleite gegen Schweden war nämlich Reto Berra im Kasten der Eidgenossen.

Im Duell mit den Tschechen kam der Ducks-Schlussmann auf starke 26 Saves - selbst Jaromir Jagr, der seinen 42. Geburtstag feierte, verzweifelte an Hiller. "Jeder macht in der Defense einen unfassbaren Job. Das macht mir das Leben natürlich einfacher", so der Goalie.

Für das goldene Tor aus Schweizer Sicht sorgte Simon Bodenmann, der damit zusammen mit seinen Kollegen in der Zwischenrunde entweder auf die Slowakei oder Österreich trifft.

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