Im Schatten der Doping-Skandale

SID
Samstag, 06.02.2010 | 13:37 Uhr
Axel Teichmann (l.) wurde 2007 Thüringens Sportler des Jahres
© Getty

Eine Sportart im Zwiespalt - auf der einen Seite packende Duelle, strategische Rennen und verbissene Zweikämpfe, auf der anderen die immer wieder aufkommenden Doping-Vorfälle.

Attraktive neue Disziplinen, aber immer wieder Doping-Skandale - der Skilanglauf kämpft auf dem Weg in die Zukunft mit Hindernissen. In den Monaten vor den Winterspielen wurden mit den Russen Julia Tschepalowa und Jewgeni Dementjew gerade wieder zwei Olympiasieger des Betrugs mit EPO überführt und gesperrt.

Es existiert sogar eine schwarze Liste beim Internationalen Skiverband FIS, auf der einige bekannte Namen stehen sollen.

Was 1892 beim ersten Wettkampf am altehrwürdigen Holmenkollen von Oslo als Lauf einsamer Männer in tiefverschneiten Wäldern begann, ist heute ein grandioses Fernseh-Spektakel.

Strategie und Ellenbogen-Einsatz

Im wunderschönen Callaghan Valley werden zwölf olympische Goldmedaillen vergeben. Bei Massenstart, Jagdrennen oder Sprint geht es bei den Winterspielen nicht nur um schnelle Beine und gut gewachste Ski, sondern auch um Strategie und den Einsatz von Ellenbogen.

Abseits von Olympia gibt es nach dem freilich zweifelhaften Vorbild der Tour de France mit der Tour de Ski eine Etappentour, bei der die besten Langläufer bis zu eine Million Schweizer Franken absahnen können.

Der rasante Anstieg der Verdienstmöglichkeiten und das lockende Gold verführte in den letzten Jahren aber wieder Topläufer zum Betrug. Bei Olympia 2006 in Turin sorgte der Blutdoping-Skandal um die österreichischen Skilangläufer und Biathleten für Riesenwirbel, und Zweifel am deutschen Team gab es durch die erhöhten Blutwerte von Evi Sachenbacher-Stehle.

Eine Rekordzahl von Doping-Tests

Vier Jahre zuvor in Salt Lake City hatte der für Spanien startende Bayer Johann Mühlegg nach drei Olympiasiegen im Verbund mit den Russinnen Larissa Lasutina und Olga Danilowa ebenfalls für einen Riesenskandal gesorgt.

Das von dem Trio eingesetzte Blutdoping mit künstlichem EPO ist auch heute noch das größte Problem der Sportart und soll in Vancouver durch eine Rekordzahl von Tests verhindert werden.

Schließlich gehört der Skilanglauf neben dem alpinen Skisport zu den Kerndisziplinen des olympischen Wintersports und stellt mit dem Norweger Björn Dählie (8x Gold, 4x Silber) den erfolgreichsten Sportler aller Zeiten.

Der Sport gehört seit den ersten Winterspielen von 1924 in Chamonix zum Programm.

Damals gewann der Norweger Thorleif Haug beide Goldmedaillen und dazu noch die Nordische Kombination - vor dieser Leistung verneigen sich noch heute alle nordischen Experten.

Erstmals auch Frauen am Start

In Oslo durften 1952 erstmals Frauen bei Olympia über 10 km starten, heute können sie genau wie die Männer sechs Goldmedaillen gewinnen.

Der wichtigste Einschnitt in der Skitechnik war in den 80iger Jahren die Erfindung der Skatingtechnik. Mit der Trennung in Freistil- und Klassikrennen im Parallelstil gelang allerdings die Bewahrung der über 1000 Jahre alten Langlauf-Tradition.

Die dramatischste Entscheidung der Olympia-Geschichte gab es zweifellos 1980, als der Schwede Thomas Wassberg nach 15 km eine Hundertstelsekunde vor dem todtraurigen finnischen Hünen Juha Mieto ins Ziel stürmte. Das führte zur Abschaffung dieser exakten Zeitmessung.

Hoffnung auf Gold

In Lake Placid sorgten Barbara Petzold, Veronika Hesse und die DDR-Staffel mit ihren Goldmedaillen für das beste deutsche Resultat der Geschichte.

Triumphaler aber war der 2002 sensationelle Staffelsieg der deutschen Damen.

2006 gewannen die deutschen Skilangläufer vier Medaillen, aber kein Gold.

Das wollen der olympische Pechvogel Axel Teichmann und Tobias Angerer in Vancouver ändern.

 

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