Olympia

Deutsche Gymnastinnen testen Olympia-Form

SID
Olympia-Starterin Jana Berezko-Marggrander fehlt bei der EM verletzungsbedingt
© Getty

"Keine Gnade!" Bundestrainerin Ekaterina Kotelnikowa lacht zwar, aber ihr ist es ernst. Ein verlängertes Pfingstwochenende zum Ausspannen gab es für die deutschen rhythmischen Gymnastinnen nicht. "Wir haben durchtrainiert", sagt Kotelnikowa im dapd-Gespräch. Sie hat ein großes Ziel, da ist keine Zeit zum Ausspannen.

Auf dem Weg zu den ersten Olympischen Spielen seit Sydney 2000 steht ab Freitag bei den Europameisterschaften im russischen Nischni Nowgorod der letzte Härtetest für die Gymnastinnen an. Nach WM-Platz sechs und der überraschenden direkten Olympia-Qualifikation im Vorjahr sind die deutschen Ansprüche deutlich gewachsen.

"Wir bleiben realistisch. Die Platzierung aus dem letzten Jahr ist keine Selbstverständlichkeit", sagt Kotelnikowa. Ein Platz unter den "besten Acht" sollte es bei den europäischen Titelkämpfen aber schon sein.

Zwar erturnte das Spitzen-Trio um Weltmeister Italien, Russland und Bulgarien bei der WM im Vorjahr über zwei Punkte mehr als die deutsche Equipe, die Ausgeglichenheit des Feldes hinter den Top drei lässt aber auf einen ähnlichen Achtungserfolg hoffen wie in Sydney (4. Platz).

"Im Topfeld behaupten"

"Man kann Fünfter werden, man kann aber auch weiter hinten landen. Es geht um die Tagesform und ein wenig Glück", sagt Kotelnikowa. Und dass es in diesem Jahr in Russland und auch bei Olympia keineswegs leichter wird, weiß die gebürtige Russin: "Wir sind am Ende vom Olympiazyklus. Alle Mannschaften sind topfit." Aber auch ihre Equipe um die erfahrenen Camilla Pfeffer und Sara Radman sei "optimal vorbereitet. Unser Ziel ist, das zu zeigen" - und am besten in beide Finals einzuziehen.

"Im europäischen Topfeld behaupten" müsse sich die Gruppe laut DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam. Und das, obwohl das Quintett noch in der letzten Woche aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Routinier Regina Sergeeva umbesetzt werden musste.

Die Deutsch-Ungarin Judith Hauser, die erst vor wenigen Tagen vom Internationalen Olympischen Komitee die Starterlaubnis für Deutschland erhalten hat, gilt als würdiger Ersatz. "Sie ist sehr erfahren und hat sich gut integriert. Für uns war der Ausfall schade, aber gut zu kompensieren", sagt Kotelnikowa.

Auch die Einzelgymnastinnen, die sich bei der Gruppen-EM am Samstag nur im Mehrkampf messen, treten nicht in Bestbesetzung an. Olympia-Starterin Jana Berezko-Marggrander (Schmiden) musste ihre Teilnahme wie schon bei den nationalen Titelkämpfen vor drei Wochen auch rund 60 Tage vor London wegen einer Fußverletzung absagen. In Nischni Nowgorod vertritt die fünffache deutsche Meisterin Laura Jung (St. Wedel) den DTB.

Olympia 2012 in London

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