Dienstag, 19.11.2013

Nach Pechsteins Kritik an Athletenvereinbarung

DOSB legt Info-Katalog vor

Nach Claudia Pechsteins Kritik an der Athletenvereinbarung nimmt die Informationsinitiative des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Formen an.

Der DOSB reagierte auf Claudia Pechsteins Kritik an der Athletenvereinbarung
© getty
Der DOSB reagierte auf Claudia Pechsteins Kritik an der Athletenvereinbarung

"Der Fragen- und Antwortenkatalog für die Athleten soll bis zur Mitgliederversammlung am 7. Dezember in Wiesbaden fertig sein. Das ist unser Ziel", sagte DOSB-Athletensprecher Christian Breuer (36) dem "SID".

Das Informationspapier werde vom Institut für Deutsches und Internationales Sportrecht (IDIS) in Leipzig erstellt. "Das sind Juristen, die früher selbst Athleten waren", sagte Breuer, der die Athletenkommission anführt und in dieser Eigenschaft auch gleichzeitig Mitglied des DOSB-Präsidiums ist.

Athletenvereinbarungen im Sport regeln Punkte wie Bekleidung, Aufwandsentschädigungen und auch die nun diskutierte Vorgehensweise bei Rechtsstreitigkeiten zwischen Verband und Athlet, bei der ein Schiedsgericht des jeweiligen Verbands angerufen wird.

Verzicht auf Grundrecht

Mehr als 50 Athleten, darunter die Leichtathletik-Weltmeister Robert Harting, Christina Obergföll und Raphael Holzdeppe, hatten eine Petition der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Pechstein unterschrieben. Darin heißt es, den Unterzeichnern der Athletenvereinbarung sei nicht bewusst gewesen, mit ihrer Unterschrift auf das "Grundrecht zu verzichten, selbst in existenziellen Fragen ein deutsches Gericht anrufen zu können".

Der ehemalige Eisschnellläufer Breuer sieht die Unterschriftenaktion Pechsteins kritisch. "Ich habe Verständnis dafür, dass andere Sportler mit unterschreiben. Damit sagen sie, mir ist nicht klar, wofür die Athletenvereinbarung steht. Was ich von der Aktion einer Einzelperson oder eines Managements halte, steht auf einem anderen Blatt", hatte Breuer in einem "SID"-Interview gesagt.

"Solange das für Aufklärung steht, ist das völlig okay. Wenn aber diese Unterschriften dafür eingesetzt werden, um eigenen Dingen zu dienen oder um irgendwas zu belegen, was damit nicht belegbar ist, finde ich das schade." Pechstein hat offenbar vor, die Unterschriften in ihrem Schadenersatzprozess gegen den Eislauf-Weltverband ISU vor dem Münchner Landgericht zu nutzen.

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