Olympia

Kanadisches Wissen für Russlands Erfolg

SID
Kanada lag im vergangenen Jahr in Vancouver mit 14 Siegen vor der deutschen Mannschaft
© Getty

Politischer Druck und die Angst vor einem olympischen Fehlschlag haben den russischen Sport vor den Winterspielen 2014 in Sotschi zu einem außergewöhnlichen Schritt veranlasst.

Politischer Druck und die Angst vor einem weiteren olympischen Fehlschlag haben den russischen Sport knapp drei Jahre vor den Winterspielen 2014 in Sotschi zu einem außergewöhnlichen Schritt veranlasst. Für fünf Millionen Dollar (3,64 Mio. Euro) wurde das gleiche kanadische Consulting-Unternehmen verpflichtet, das schon 2010 in Vancouver durch sein ausgeklügeltes Vorbereitungsprogramm den spektakulären Erfolg von Gastgeber Kanada gesichert hatte.

Die Kanadier, 22 Jahre zuvor bei ihren ersten Winterspielen in Calgary noch ohne Gold geblieben, hatten vergangenes Jahr in Vancouver mit 14 Siegen vor Deutschland (10) triumphiert. Russland wurde mit nur dreimal Gold noch hinter den Niederlanden Elfter der Medaillenwertung. Russlands Politik hatte sofort deutlich gemacht, dass sich ein solches Desaster nicht wiederholen dürfe, schon gar nicht im eigenen Land.

Konzept: "Own the podium"

Der Erfolg der Gastgeber in Vancouver wurde in hohem Maße dem Programm "Own the Podium" zugeschrieben, das von Allinger Consulting unter der früheren kanadischen Eisschnellläuferin Cathy Priestner-Allinger und ihrem Ehemann Todd kreiert wurde. Sie hatten ein Trainingsprogramm für alle Sportarten entwickelt, das sensationelle Fortschritte und Hochform der Athleten zum richtigen Zeitpunkt brachte.

Nun soll die Firma ein Konzept erstellen, das Russlands Athleten Schritt für Schritt zum hohen olympischen Niveau führt. Das Nationale Olympische Komitee Russlands will in den nächsten Tagen weitere Details des Vertrages bekannt geben, den es auf Druck der Politik geschlossen hatte.

Vorausgegangen war harsche Kritik des Stellvertretenden Premierministers Alexander Schurow am Sportministerium und dem russischen Sport allgemein. Auch die Verpflichtung zahlreicher Trainer und Experten aus dem Ausland hatte bislang nicht den erhoffen Erfolg gebracht.

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