Sonntag, 27.07.2008

Leichtathletik

Franka Dietzsch sagt Olympia-Teilnahme ab

Berlin/London - Die deutschen Leichtathleten müssen kurz vor dem Abflug zu den Olympischen Spielen einen herben Schlag verkraften. Die dreimalige Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch hat ihre Teilnahme an den Spielen in Peking wegen gesundheitlicher Probleme abgesagt.

Franka Dietzsch
© DPA

"Für mich ist es jetzt klar. Ich sage ab. Ich brauche nicht auf ein Wunder hoffen. Olympia in China findet ohne mich statt", sagte die 40-Jährige aus Neubrandenburg zur "Sport Bild online".

Franka Dietzsch hatte wegen akuten Bluthochdrucks und eines verletzten linken Fußes zuletzt lange Trainingspausen einlegen müssen. Auch ohne die Olympia-Norm erfüllt zu haben, hatte ihr der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) einen Freifahrtschein für die Spiele in Peking ausgestellt.

Kein olympiareifes Leistungsniveau

"Die Entscheidung ist bereits am Donnerstag gefallen, ohne dass wir es öffentlich gemacht haben", sagte Dietzsch-Trainer Dieter Kollark. "Franka hat am Freitag noch einmal geworfen, das war besser, aber bei weitem nicht so, dass man es wagen konnte."

Seit ihrem Saisoneinstieg am 17. Mai habe sie sich kein Leistungsniveau erarbeiten können, das olympiareif sei, schilderte Dietzsch ihre Situation. "Nach Peking wollte ich aber immer nur fahren, wenn ich wenigstens in den Endkampf komme. Das schaffe ich aber mit meinen derzeitigen Leistungen nicht", sagte die dreimalige Weltcup-Siegerin. "An guten Tagen habe ich mal 60 Meter geworfen. Aber das ist nicht mein Niveau."

Nach Platz vier 1996 in Atlanta und Rang sechs 2000 in Sydney wollte Dietzsch in diesem Jahr ihre erste Olympia-Medaille gewinnen. Ob mit der Peking-Absage auch das Karriereende verbunden oder die Heim-WM 2009 in Berlin noch ein Thema ist, ließ die 40-Jährige offen.

Jamaikanische Läufer sind in Form 

Verletzungsfrei bestätigte Usain Bolt seine Favoritenrolle über 200 Meter für Peking. "Ich bin mit einem Plan angetreten und habe ihn genau erfüllt", sagte der jamaikanische Sprinter nach seinem souveränen Sieg in 19,76 Sekunden beim Grand Prix in London.

Bis auf 9/100 Sekunden sprintete Bolt an seine eigene Jahresbestleistung heran und hielt Wallace Spearmon (USA/20,27) auf Distanz. Weiter offen ließ Bolt, der Ende Mai seinem Landsmann Asafa Powell den 100-Meter-Weltrekord in 9,72 Sekunden abjagte, ob er bei den Peking-Spielen über beide Sprint-Distanzen antreten wird.

"Ich bin mir nicht sicher und will abwarten, was noch so passiert", meinte Bolt. Zwischen dem 100-Meter-Finale am 16. August und dem Endlauf über 200 Meter einen Tag vor seinem 22. Geburtstag liegen vier Tage. "Ich denke, beides gut machen zu können", sagte Bolt. "Ich bin definitiv bereit und dies schon seit zwei Monaten."

Allerdings verlor er beim Super-Grand-Prix in Stockholm den Kurzsprint gegen Powell, der bei dem erstmals über zwei Tage ausgetragenen Meeting von Crystal Palace in London am Freitag die 100 Meter in 9,94 Sekunden gewann.

Auch bei den Frauen läuft Jamaika vorneweg. Weltmeisterin Veronica Campbell-Brown schaffte über 100 Meter in 10,87 Sekunden eine persönliche Jahresbestzeit. Zweite wurde ihre Teamkollegin Shelly-Ann Fraser (10,95).

Vogelnest und Co.: Das Epizentrum der Sommerspiele
Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
© Getty
1/14
Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten.html
Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
© Getty
2/14
Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=2.html
Der ganze Stolz der Gastgeber ist das Vogelnest, das erst kurz vor den Spielen fertig wurde
© Getty
3/14
Der ganze Stolz der Gastgeber ist das Vogelnest, das erst kurz vor den Spielen fertig wurde
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=3.html
Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
© Getty
4/14
Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=4.html
36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
© Getty
5/14
36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=5.html
Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
© Getty
6/14
Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=6.html
Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
© Getty
7/14
Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=7.html
Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
© Getty
8/14
Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=8.html
Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
© Getty
9/14
Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=9.html
Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
© Getty
10/14
Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=10.html
Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
© Getty
11/14
Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=11.html
Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
© Imago
12/14
Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=12.html
Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
© Getty
13/14
Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=13.html
Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
© Imago
14/14
Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
/de/sport/diashows/0807/Olympia-Sportstaetten/olympia-sportstaetten,seite=14.html
 

Deutsche Sorgenkinder kommen in Schwung 

Rechtzeitig vor den Peking-Spielen kommen zwei deutsche Sorgenkinder in Schwung. Europarekordlerin Christina Obergföll (Offenburg) gewann den Speerwurf-Wettbewerb mit 65,93 Metern. Einen deutlichen Formanstieg zeigte auch Hammerwurf- Weltmeisterin Betty Heidler.

Beim Morton Memorial Meeting in Dublin gewann die Athletin der LG Eintracht Frankfurt mit 72,43 Meter im fünften Versuch. Insgesamt landete der Hammer viermal jenseits der 70-Meter-Marke, obwohl es vor dem Wettkampf geregnet hatte. "Wir haben hart trainiert, jetzt fehlt nur noch ein wenig die Spritzigkeit", sagte Betty Heidler.

Nicht optimal läuft die Olympia-Vorbereitung weiterhin für Diskus- Vizeweltmeister Robert Harting, der in der vergangenen Woche mit dem Wurftraining aussetzen musste. "Zur Zeit kann ich nicht Diskuswerfen, weil mein Wurffinger ständig aufplatzt", berichtete der Berliner auf seiner Homepage. Bereits bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg vor drei Wochen hatte er über Kniebeschwerden geklagt.


Diskutieren Drucken Startseite
Get Adobe Flash player

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.