Nur Platz vier in der Männerstaffel: "Kein schlechtes Vorzeichen" für Olympia

SID
Freitag, 12.01.2018 | 18:00 Uhr
Team Deutschland landete beim Staffelbewerb in Ruhpolding auf Platz vier
© getty
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Die deutschen Biathleten quälten sich über die aufgeweichte Strecke, auch am Schießstand wackelten Simon Schempp und Co. bedenklich - doch in Panik wollte vier Wochen vor Olympia nach einem enttäuschenden vierten Platz in der Staffel von Ruhpolding keiner verfallen. "Wir sollten das nicht als schlechtes Vorzeichen sehen. Wenn wir weniger Nachlader haben, kann das noch was werden", sagte Benedikt Doll.

Auch Bundestrainer Mark Kirchner wollte das mäßige Ergebnis seines Quartetts mit Blick auf die Winterspiele in Südkorea (9. bis 25. Februar) nicht überbewerten. "Ich glaube, wir haben bei Olympia dennoch gute Chancen auf das Podium. Bei so einer Konkurrenz muss man erstmal Vierter werden. Mir ist nicht bange, die Jungs haben schon gute Rennen abgeliefert", sagte Kirchner.

Diesmal war es aber weniger gut. Nur der fehlerfreie Erik Lesser (Frankenhain) überzeugte als Startläufer. Doll (Breitnau), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Schempp (Uhingen) benötigten danach jedoch zehn Nachlader.

Nach 4x7,5 km lag Deutschland 1:26,5 Minuten hinter Norwegen, das sich mit einer bärenstarken Leistung und dem Sieg zum Top-Favoriten für Olympia aufschwang. Ohne Altmeister Ole Einar Björndalen siegten die Skandinavier (sieben Nachlader) vor Frankreich (6/+24,9 Sekunden) und Russland (4/53,4). Der letzte Sieg einer deutschen Männerstaffel datiert somit weiter vom 21. Januar 2017.

Benedikt Doll: "Es hat keinen Spaß gemacht"

Die deutschen Athleten zeigten sich immerhin einsichtig. "Mit solchen Leistungen, kann man vorne nicht mitkämpfen. Das ist nicht das Gelbe vom Ei. Wir können das definitiv besser. Wir brauchen jetzt mal ein Aha-Erlebnis. Dann können wir auch wieder ganz vorne angreifen", sagte Schempp. "Das war läuferisch gar nicht gut. Ich habe mich so schwer getan. Es hat einfach keinen Spaß gemacht", räumte Doll ein.

Kirchner verzichtete wie erwartet auf Roman Rees, der mit seinem vierten Platz am Mittwoch das beste Einzelresultat der Männer in diesem Jahr geliefert und damit auch das Olympia-Ticket gelöst hatte. Das Rennen im Chiemgau war schließlich das letzte vor den Winterspielen, die Stammformation sollte daher im Kampf mit der starken Konkurrenz, die größtenteils ebenfalls auf die Spitzenleute setzte, getestet werden.

Am Samstag greifen die Frauen über 4x6 km an. Das DSV-Quartett um Laura Dahlmeier, dessen Siegesserie am vergangenen Wochenende in Oberhof gerissen war, will sich mit einem Sieg Selbstvertrauen für Olympia holen. Vor Dahlmeier, die im Einzel am Donnerstag das schlechteste Resultat (48.) ihrer Karriere eingefahren hatte, gehen Franziska Preuß, Franziska Hildebrand und Denise Herrmann in die Loipe.

Am Sonntag schließen die Massenstart-Rennen den zweiten Heim-Weltcup ab. In der kommenden Woche findet dann in Antholz/Italien die Generalprobe für die Olympischen Spiele statt.

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