Andreas Wellinger mit verpatztem letzten Flug

Wellinger verpasst Gesamtsieg

SID
Sonntag, 19.03.2017 | 17:21 Uhr
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Andreas Wellinger hat durch einen verpatzten letzten Flug in Vikersund den Triumph bei der Premiere der "Raw Air"-Tour verpasst. Der zur Halbzeit noch führende Bayer stürzte beim Finale in Norwegen bis auf den 18. Platz ab und musste in der Gesamtwertung sowohl Stefan Kraft (Österreich) als auch Kamil Stoch (Polen) passieren lassen.

Doppel-Weltmeister Kraft reichte ein fünfter Rang, um in der Summe der 14 Durchgänge die Führung zu erobern.

"Das war ziemlich Rock 'n' Roll in der Luft", hatte Wellinger schon nach dem ersten Durchgang über die schwierigen Bedingungen gesagt. Der Tagessieg auf dem Monsterbakken ging an den überragenden Stoch. Der Vierschanzentournee-Gewinner segelte auf 238,5 und 237,0 m und holte sich mit 466,6 Punkten klar vor dem 44 Jahre alten Japaner Noriaki Kasai (448,0) und dem Österreicher Michael Hayböck (430,4) seinen siebten Saisonsieg.

Kraft, der am Samstag den Skiflug-Weltrekord auf 253,5 m geschraubt hatte, erhielt für den Sieg bei der neu geschaffenen Serie eine stattliche Siegprämie von 60.000 Euro, Wellinger für Rang drei immerhin 10.000 Euro. Zum Vergleich: Bei der Vierschanzentournee bekommt der Gewinner "nur" 18.600 Euro.

In der "Raw-Air"-Gesamtwertung lag Kraft nach zehn Tagen mit insgesamt 2298,1 Punkten vor Stoch (2272,6) und Wellinger (2251,3). Der DSV-Adler schupperte am Sonntag nach starken 242,0 m im ersten Durchgang bereits am dritten Weltcup-Sieg seiner Karriere, wurde dann aber wie Kraft bei schwierigen Bedingungen auf die Reise geschickt. Wellinger "hüpfte" auf 166,0 m und wurde durchgereicht.

Karl Geiger (Oberstdorf) belegte mit starken 227,0 m sowie der persönlichen Bestmarke von 239,0 m somit als bester Deutscher den sehr guten elften Rang. Dahinter klaffte aus deutscher Sicht eine große Lücke: Richard Freitag (Aue) sammelte auf dem 30. Platz einen Weltcup-Punkt, Andreas Wank (Hinterzarten) und der in der Gesamtwertung zuvor auf Rang sieben liegende Markus Eisenbichler (Siegsdorf) verpassten auf den Positionen 37 und 38 den zweiten Durchgang.

"Sie sind müde"

"Speziell Markus und Richard haben komplett ihr Selbstvertrauen verloren, sie sind müde", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Sie trauen sich nicht mehr viel zu. Das überrascht speziell bei Markus, in Trondheim ist er noch wie ein Engel gesprungen. Ich hoffe, sie erholen sich gut, ich brauche sie in Planica."

Im Teamspringen am Samstag war das DSV-Quartett mit Wellinger, Eisenbichler, Freitag und Geiger mit 1305,2 Punkten nur auf dem fünften Rang gelandet. Der Sieg ging vor den Augen von König Harald an Gastgeber Norwegen (1572,6) vor Polen (1538,6) und Österreich (1465,4).

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