Ammann gewinnt chaotisches Neujahrsspringen

SID
Samstag, 01.01.2011 | 15:58 Uhr
Simon Ammann liegt in der Tourneewertung hinter Thomas Morgenstern auf Rang zwei
© Getty
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Der viermalige Olympiasieger Simon Ammann hat das völlig chaotische Neujahrsskispringen der 59. Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen gewonnen.

Simon Ammann jubelte beim völlig chaotischen Neujahrsskispringen über den unverhofften Sieg, Martin Schmitt konnte seinen siebten Platz nicht fassen, bei Favorit Thomas Morgenstern platzte dagegen der Traum vom Vierfach-Triumph: Der Österreicher landete in dem auf einen Durchgang verkürzten Springen bei teilweise irregulären Bedingungen nur auf Platz 14, verteidigte aber seine Führung in der Tournee-Wertung vor Ammann.

"Heute hat man den Bogen überspannt", wetterte Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner. "Gott sei Dank haben wir keine Verletzten - aber viele Athleten mit hängenden Köpfen. Man hätte einen Schlussstrich ziehen müssen."

Sieger Ammann war dagegen außer sich vor Freude. "Die Bedingungen waren schwierig, für Einige zu schwierig", sagte der Schweizer. "Für mich war das kein Problem, ich habe eine innere Kraft, die leuchtet." Der deutsche Bundestrainer Werner Schuster war von Ammann beeindruckt: "Er ist fantastisch gesprungen. Es war ein schwieriger Tag, aber man muss Haltung und Ruhe bewahren."

Schmitt zufrieden, Morgenstern mit Galgenhumor

Ammann setzte sich mit 142,1 Punkten für 131 m vor dem Russen Pawel Karelin (132,5 m/138,3 Punkte) und dem Polen Adam Malysz (132/138,0) durch. Schmitt erhielt 131,9 Punkte und feierte sein bestes Ergebnis seit seinem WM-Silber 2009. "Ich bin sehr zufrieden, dass ich meinen besten Sprung im Wettkampf gezeigt habe", meinte Schmitt.

Der neue Frontmann Severin Freund (106,0) landete nur auf Rang 41. Für das Springen in Innsbruck nominierte Schuster neben Schmitt und Freund auch Michael Uhrmann, Michael Neumayer, Pascal Bodmer, Stephan Hocke und Richard Freitag.

Morgenstern liegt in der Tournee-Wertung mit 415,2 Punkten noch immer vor Ammann (401,7) und nahm den verpassten Vierfach-Triumph mit Galgenhumor: "Damit muss ich mich jetzt wenigstens nicht mehr beschäftigen. Das war extrem gefährlich, ich bin froh, dass ich heil runtergekommen bin."

Lange Pause nach Larinto-Sturz

Bei der Skisprung-Party in Garmisch-Partenkirchen stockte den 20.000 Fans der Atem, als der Finne Ville Larinto bei immer unregelmäßiger werdendem Wind bei der Landung bei 140,5 m stürzte. Nach einer ersten Diagnose kam der Jungstar ohne Brüche davon. Danach unterbrach die Jury das Springen für 45 Minuten, entschied dann aber trotz der wild im Wind wehenden Fahnen, den Wettbewerb durchzuziehen.

Beinahe hätte die Entscheidung zu einem folgenschweren Ende geführt. Titelverteidiger Andreas Kofler musste sich in der Luft wie in einer Waschmaschine gefühlt haben, nur mit stark wirbelnden Armen und einer Notlandung bei 100,5 m verhinderte der Österreicher einen spektakulären Sturz.

Hautamäki stocksauer

Der Oberstdorf-Zweite Matti Hautamäki landete nur auf Platz 31 und war bedient: "Ich sage jetzt nicht was ich denke, denn sonst würde ich Probleme bekommen." Der Finne ist trotz seiner Notlandung noch immer Dritter der Tournee-Wertung, hat aber mit 388,7 Punkten nur noch theoretische Chancen auf den Sieg.

Bester Deutscher ist dort Neumayer, der sich mit dem 18. Platz in Garmisch-Partenkirchen und insgesamt 377,4 Punkten auf Platz sechs nach vorne gearbeitet hat. Bereits vor drei Jahren hatte der Bayer die Tournee als Dritter beendet. Freund ist mit 364,7 Punkten immerhin noch Neunter.

Bereits am Sonntag wird die Tournee mit der Qualifikation zum Bergisel-Springen in Innsbruck fortgesetzt. Nach dem zweiten Ruhetag am Dienstag macht sich die Tournee-Karawane zum Abschlussspringen in Bischofshofen Station.

Auftaktspringen: Freund überzeugt bei Morgenstern-Sieg

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