Samstag, 27.11.2010

Kein Rückzug 2011

Martin Schmitt will bis 2012 springen

Skispringer Martin Schmitt denkt noch nicht ans Aufhören. Ursprünglich hatte der 32-Jährige sein Karriereende für 2011 geplant, nun überlegt Schmitt noch bis 2012 zu springen.

Martin Schmitt ist dreifacher Skisprung-Weltmeister und Olympiasieger im Team von 2002
© Getty
Martin Schmitt ist dreifacher Skisprung-Weltmeister und Olympiasieger im Team von 2002

Trotz aller aktuellen Formprobleme will Skispringer Martin Schmitt seine Karriere länger als geplant fortsetzen. "Ursprünglich habe ich mich mal darauf festgelegt, 2011 aufzuhören. Jetzt aber glaube ich, dass ich auch übernächste Saison noch springen kann", sagte der Mannschafts-Olympiasieger von 2002 in Interviews mit der "Frankfurter Rundschau" und dem "Kölner Stadtanzeiger".

Der 32-Jährige arbeitet derzeit fieberhaft daran, wieder konkurrenzfähig zu werden. "Ich denke schon, dass ich alles hinbekomme und nochmal angreifen kann", sagte der Schwarzwälder, der aus dem Sommer-Grand-Prix ausgestiegen war und seitdem an seiner Technik feilt.

Dazu erklärte Schmitt: "Mein Grundproblem ist, dass mein natürlicher Sprung sehr aggressiv ist. Ich habe als Jugendlicher das Springen in einer Zeit gelernt, in der andere Dinge gefragt waren als heute. Aber das, was ich mir damals angeeignet habe, kommt immer wieder durch. Ich muss jetzt lernen, meinen natürlichen Instinkt im Zaum zu halten. Wenn ich jetzt nämlich zu aggressiv springe, gewinne ich zu wenig Höhe, weil der Absprung verpufft."

Schmitt: "Ich muss hart arbeiten"

Die Hoffnung gebe er aber nicht auf. Er merke: Andere seien besser, der Abstand sei groß - da kämen gleich die Zweifel. "Anderseits bin ich aber auch von mir überzeugt, weil gewisse Qualitäten meines Sprungs schon noch gefragt sind", so Schmitt, der einräumt: "Um aber einen kompletten, wettkampftauglichen Sprung zu haben, muss ich hart arbeiten."

Werner Schuster hat den Glauben an den viermaligen Weltmeister noch nicht verloren. "Martin kann es schon schaffen, obwohl er technisch viele Baustellen hat. Er ist körperlich gut beisammen und hat eine gute Farbe im Gesicht", sagte der Bundestrainer.

Für die Zeit nach seiner Karriere hat Martin Schmitt bereits konkrete Pläne. "Ich würde gerne Wirtschaft studieren und danach im Sportbereich bleiben. Da gibt es ja auch genügend Jobs, für die man einen wirtschaftlichen Hintergrund braucht. Was genau es wird, da warte ich in Ruhe ab", sagte der zweimalige Gesamtweltcup-Sieger.

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