Biathlon

Neuner: "Ich habe gedacht, sie bringen mich um"

SID
Freitag, 05.03.2010 | 17:23 Uhr
Magdalena Neuner siegte bei Olympia in der Verfolgung und beim Massenstart
© Getty
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Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner möchte kein Star sein. "Ich wünsche mir, mein Leben bleibt so, wie es war", so die 22-Jährige, die über ein frühes Karriereende nachdenkt.

"Gold-Lena" Neuner will kein Star sein und kann sich nach einem möglichen frühzeitigen Karriereende einen Job bei Rekordmeister Bayern München vorstellen.

Die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver wünschte sich am Rande des großen Empfangs in ihrer Heimatgemeinde Wallgau vor allem die Normalität in ihrem Leben zurück und kritisierte das teilweise respektlose Verhalten der Öffentlichkeit.

"Ich habe gedacht, sie bringen mich um"

"Ich bin nicht Olympiasiegerin geworden, um ein Star zu werden. Ich wünsche mir, mein Leben bleibt so, wie es war", sagte die Spitzen-Biathletin auf einer Pressekonferenz im Haus des Gastes von Wallgau. Die Jagdszenen bei der Ankunft auf dem Flughafen am Dienstag bezeichnete die mit zweimal Gold und einmal Silber erfolgreichste deutsche Sportlerin bei den Winterspielen als respektlos: "Ich habe gedacht, sie bringen mich um."

Wohl auch deshalb ließ Neuner nach ihrer grandiosen Olympia-Premiere offen, ob sie ihre Karriere bis zu den Winterspielen 2014 in Sotschi fortsetzen will.

"Ich entscheide von Jahr zu Jahr. Wichtig ist, dass man die nötige Motivation hat. Momentan ist das noch so", sagte die 22-Jährige. Sie hatte schon vor den Winterspielen ein frühzeitiges Karriereende angekündigt, auf jeden Fall vor möglichen Winterspielen 2018 in München. Ein mögliches Finalziel könnte die Heim-WM 2012 in Ruhpolding sein.

Anruf von Uli Hoeneß

Schon jetzt macht sie sich Gedanken über ihre Zukunft nach der sportlichen Laufbahn, deshalb war sie über die persönliche Nachricht von Uli Hoeneß auf dem Anrufbeantworter auch besonders erfreut. Der Präsident des FC Bayern hatte ihr einen Job in der Marketingabteilung angeboten.

"Es ehrt mich unheimlich. Man macht sich ja Gedanken, was danach kommt. Ich will mir das Ganze offenhalten", sagte Neuner.

Ziel Gesamtweltcup

Erstmal sei das Ziel in den verbleibenden drei Weltcups bis zum Saisonende jedoch der Gewinn des Gesamtweltcups, wo Neuner mit ihren grandiosen Erfolgen die Führung übernommen hat.

"Ich bin hoch motiviert und will den großen Pokal holen. Ich habe beste Chancen, dass ich das schaffe." Viel Zeit für Training bleibt bis zum Abflug nach Finnland am kommenden Mittwoch allerdings nicht. Neben Wäschewaschen muss sich Neuner daheim durch einen Postberg "im ganzen Flur" kämpfen. Zudem steht am Samstag ein Auftritt im "Aktuellen Sportstudio" auf dem Programm.

Silber schöner als Gold

Im Rückblick sei in Vancouver die Silbermedaille zum Auftakt im Sprint der schönste Moment gewesen: "Damit hatte ich mir meinen Traum erfüllt. Das war die Belohnung für 13 Jahre Arbeit. Die zwei Gold waren die Zugabe."

Ihren Verzicht auf die Staffel zugunsten ihrer Teamkollegin Martina Beck bezeichnete Neuner auch im Rückblick als richtig. Für ihre Geste war die Biathletin mit der Fair-Play-Plakette der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOSG) ausgezeichnet worden.

Ehrenbürgerin

Wallgaus Bürgermeister Hans-Jörg Zahler ("Wallgau befindet sich derzeit in einem regelrechten Goldrausch") zeichnete die prominenteste Einwohnerin der 1400-Seelen-Gemeinde auf der größten Fete in der Geschichte Wallgaus mit der Ehrenbürgerwürde aus.

Und Zahler versprach Neuner den Schutz ihrer Privatsphäre: "Wir wollen ihre Lebensqualität erhalten."

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