Ahonens tränenreicher Abschied

SID
Mittwoch, 26.03.2008 | 12:50 Uhr
Ahonen, Skispringen
© Getty
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Helsinki - Der "große Schweiger" Janne Ahonen war zu Tränen gerührt, als er das Ende seiner einmaligen Karriere verkündete.

"Es ist das Ziel eines jeden Sportlers, am Höhepunkt aufzuhören. In diesem Winter gelang mir mit dem fünften Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee ein echtes Highlight", begründete der 30 Jahre alte "Schanzen-Dauerbrenner" seinen Entschluss, den er bereits während des Winters hatte anklingen lassen.

"Bereits nach dem fünftem Tourneesieg war mir klar, dass ich einen sechsten Gesamtsieg nicht versuchen würde", sagte Ahonen auf einer Pressekonferenz in Helsinki.

Spaß am Springen verloren 

Mehr als die Hälfte seines Lebens war Ahonen zwischen den Schanzen dieser Welt unterwegs. "Die Motivation für Wettkämpfe ist immer noch da, doch für das harte Training und die dafür nötige Selbstdisziplin habe ich sie nicht mehr", begründete er seinen Abschied.

Schon im Sommer 2007 schien Ahonen den Spaß am Springen verloren zu haben. Er startete bei Autorennen - was er auch in Zukunft machen will - und ließ den Sommer-Grand-Prix aus.

Der Finne zog die Zeit mit Ehefrau Tiia, die im Mai das zweite Kind erwartet, und Sohn Mico im selbstentworfenen Haus am Rande von Lahti dem Training vor.

Mit 15 erster Weltcup 

"Dass ich nun zum zweiten Mal Vater werde, hat mir die Entscheidung zum Aufhören, die in den vergangenen Monaten seit dem Tourneesieg gereift ist, leichter gemacht", sagte der Ausnahmespringer.

Als 15-Jähriger startete Ahonen 1992 erstmals im Weltcup. Bereits ein Jahr später landete er im schweizerischen Engelberg seinen ersten Weltcupsieg, ehe er am diesjährigen Dreikönigstag zum fünften Mal die prestigeträchtige Vierschanzentournee gewann und damit alleiniger Rekordsieger beim "Grand Slam" der Skispringer vor Jens Weißflog (4 Gesamtsiege) wurde.

Dazwischen lagen fünf Weltmeister-Titel im Einzel und mit der Mannschaft, zwei Weltcup-Gesamtsiege und 36 Tageserfolge sowie insgesamt 19 Medaillen von internationalen Championaten.

Olympiasieg fehlt 

Lediglich der Olympiasieg fehlt dem finnischen "Überflieger" in seiner Erfolgsbilanz - und der Skiflug-Weltrekord. Dabei gelang ihm mit 240 Meter der weiteste je gemessene Skiflug, doch konnte er fast auf den Tag genau vor drei Jahren diesen Flug nicht stehen.

Die wirtschaftliche Zukunft nach der 16-jährigen Karriere hat sich Ahonen im Gegensatz zu seinem einstigen Vorbild Matti Nykänen schon aufgebaut. Mit seiner Firma "Radius" vertreibt er Zubehör für Schneemobile und Motorräder.

Sein bisheriger Auswahltrainer Tomi Nikunen könnte sich den Vorflieger auch als Nachfolger vorstellen. "Ich glaube nicht, dass Janne allzu lange von den Schanzen fernbleiben kann. In ihm hätte das finnische Team einen sehr guten Trainer", sagte Nikunen.

Vor dem Rücktritt wird Ahonen aber noch zweimal seine Flugkünste demonstrieren: Am kommenden Wochenende bei den finnischen Großschanzen-Meisterschaften in Kuusamo und am 9. April in Lahti, wenn seine Heimatstadt eine große Abschiedsgala veranstaltet.

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