Samstag, 01.03.2008

Skispringen

Rohwein bestätigt Trennung zum Saisonende

Frankfurt/Main - Peter Rohwein hat die Spekulationen um seine Person beendet und sein Aus als Skisprung-Bundestrainer zum Saisonende bestätigt.

© Getty

"Wir trennen uns. Das steht fest. Im gegenseitigen Einvernehmen", sagte Rohwein in einem Interview mit "Spiegel-Online". Rohwein hatte am 8. Oktober 2004 den Posten des Bundestrainers von Wolfgang Steiert übernommen.

In welcher Form er weiter für den Deutschen Skiverband (DSV) tätig sein wird, soll nach dem letzten Weltcup am 16. März in Planica in einem Gespräch mit der DSV-Führung geklärt werden. "Es wird Änderungen geben. Man wird sehen, in welcher Funktion ich weiterarbeite", sagte Rohwein.

Bei den noch ausstehenden Weltcups bis zum Finale in Planica wird Rohwein das deutsche Team auf jeden Fall noch betreuen. "Ich bin Profi genug und werde die Saison mit Anstand zu Ende bringen", sagte Rohwein.

Bauer als Nachfolger? 

Als heißester Kandidat auf seine Nachfolge wird Kombinations-Sprungtrainer Andreas Bauer gehandelt. "Ich höre immer nur Gerüchte. Ich denke, in der nächsten Woche werden Gespräche folgen. Ich habe noch keinen Termin. Aber meine Athleten haben ein Recht darauf zu wissen, wohin die Reise geht, bevor sie in den Urlaub gehen", sagte Bauer der "ARD".

Nach dem schwachen Auftritt der deutschen Mannschaft vor Wochenfrist bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf hatte DSV-Präsident Alfons Hörmann eine tiefgreifende Zäsur nach dieser Saison angekündigt.

Der Bundestrainer möchte sich trotz seines bevorstehenden Ausscheidens weiter im deutschen Skisprung einbringen. "Einzelheiten sind noch nicht geklärt. Finalgespräche gab es noch nicht. Das kommt erst noch. Dann werden wir die Saison analysieren. Was war gut, was war schlecht, was kann man besser machen? Dann können wir die Mannschaften und die Trainerteams zusammenstellen", sagte Rohwein.

"Maßlos enttäuscht"

Der 45-Jährige zeigte sich allerdings enttäuscht über die mangelnde Zusammenarbeit im DSV. "Ich bin maßlos enttäuscht. Leider wurden nicht alle Vorgaben, wie wir sie im Team besprochen haben, von allen Beteiligten umgesetzt. Da war ich im Nachhinein gesehen etwas zu vertrauensvoll", sagte der Coach. Mit seiner Kritik zielte Rohwein vor allem auf den Technischen Leiter Rudi Tusch, dem er Vertrauensmissbrauch vorwarf.

"Nach den Olympischen Winterspielen 2006 wurden strukturelle Veränderungen vollzogen. Da habe ich mehrere Wochen gekämpft, um einen gemeinsamen Kompromiss zu finden. Wir hatten verschiedene Auffassungen. Ich hätte in den Gesprächen mit Rudi Tusch meine Vorstellungen mit mehr Nachdruck durchsetzen müssen. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass viele Absprachen besser schriftlich fixiert werden sollten. Schenkst du Vertrauen, ist das bis zu einem bestimmten Punkt bloß naiv", sagte Rohwein.

Als Grund für die schlechten Ergebnisse in den vergangenen Jahren nannte Rohwein den fehlenden Nachwuchs: "Uns fehlt eine ganze Generation. In den Jahrgängen 1983 bis 1987 gibt es zu viele Athleten, die den Sprung in die Nationalmannschaft nicht gepackt haben."

Attacke auf Thoma 

Am Fernseh-Experten Dieter Thoma ließ Rohwein kein gutes Haar. "Er schießt seit dreieinhalb Jahren gegen mich und die Athleten, ohne sich zu informieren, ohne nur eine Sekunde nachzudenken. Das ist einfach einer, der drauf los plaudert", schimpfte er.

"Thoma benutzt die Fernsehbühne, um seinen Namen im Gespräch zu halten. Die wirklich großen Leute des Deutschen Skisprungs sind Jens Weißflog und Sven Hannawald."


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