Donnerstag, 21.02.2008

Ski alpin

Vancouver-Check für Riesch und Neureuther

Vancouver - Bis zum 24. Februar nehmen Maria Riesch und Felix Neureuther die Pisten in Kanada ins Visier, auf denen sie in 2010 bei den Olympischen Winterspielen Medaillen holen wollen.

neureuther, felix, slalom
© Getty

Zweieinhalb Autostunden nördlich von Vancouver finden in zwei Jahren in Whistler Mountain die Wettbewerbe auf den alpinen Strecken, auf den Loipen und im Eiskanal statt. Zunächst geht es jedoch dort für die Skirennfahrer um Weltcup-Punkte.

Am 21. Februar startet die Herren mit einem Super-G, am 24. Februar machen die Damen mit einer Super-Kombination den Abschluss der olympischen Testrennen.

Störender Termin 

Der Termin im jährlich zwei Millionen Urlaubsgästen aufgesuchten Nobel-Ort, für viele Nordamerikaner der Traum eines nachgebauten verwinkelten Bergdorfes, stört eigentlich das Jahresprogramm.

Für eine Woche die europäische Rennserie zu unterbrechen, um nach Lake Louise (Kanada) und Aspen (USA) im vergangenen Jahr ein zweites Mal die weite Reise nach Nordamerika anzutreten, macht wenig Sinn.

Aber einen anderen Termin ließen die einflussreichen europäischen Skistationen nicht zu, zudem kann man so in einem schier grenzenlosen Skigebiet praktisch in "olympischer Echtzeit" Erfahrungen sammeln: Die Spiele finden vom 12. bis 28. Februar 2010 statt. "Die Weltcuprennen sind so im Kalender, deshalb passen sie auch", sagte der deutsche Damen-Cheftrainer Mathias Berthold vor dem ersten alpinen Weltcup in Whistler seit zehn Jahren.

From sea to sky  

Wer von Vancouver nach Whistler fährt, genießt zunächst die atemberaubende Küstenlandschaft am Pazifik, ehe es für die letzten 40 Kilometer hoch in die Berge geht. Wobei "hoch" etwas übertrieben ist: Whistler selbst liegt nur gerade 650 Meter über dem Meer, die Abfahrt der Männer startet auf einer Höhe von 1662 Metern.

Das Motto "from sea to sky", also direkt vom Meer in den Himmel, mit dem Whistler gerne wirbt, beschreibt auch einen Nachteil: Ein Wetter, das unberechenbarer ist als an den meisten anderen Ski-Orten und vor allem milder. In diesen Tagen sinken die Temperaturen tagsüber nur knapp unter den Gefrierpunkt, Niederschlag heißt oft Regen, und die Wolken vom Pazifik können hartnäckig an den Berghängen kleben.

Jan Tischhauser, Renndirektor beim Internationalen Skiverband (FIS) für den Damen-Weltcup, erinnert sich ungern "an viele Tage in Whistler im Februar, an denen dann doch kein Rennen stattgefunden hat. Der März wäre wesentlich stabiler."

Spektakuläre Strecke 

Die meteorologischen Unwägbarkeiten könnten zum Problem werden, was auch die Vergangenheit belegt. Als die Herren-Rennen dort auf Dezember verlegt worden waren, fand von 1996 bis 1998 wegen Schlechtwetters in drei Jahren gerade ein Trainingslauf, aber kein einziges Rennen statt. Daraufhin wurde Whistler aus dem Kalender gestrichen.

Die Damen, die im März 1994 zum ersten und wegen ebenfalls chaotischer Wetterbedingungen auch zum letzten Mal in Whistler eine Abfahrt bestritten (Siegerin Katja Seizinger), finden nun eine völlig neue Strecke vor. Die spektakuläre Strecke mit weiten Sprüngen, schwierigen Kurven und ohne eigentliche Ruhepause mündet wegen Olympia ins Herrenziel.

Maria Riesch kam in den ersten beiden Trainingsfahrten gut mit dem anspruchsvollen Hang zurecht. Nach Rang sechs im Auftakt-Training wurde die 23-jährige Partenkirchenerin im zweiten Testlauf 17.


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