WM in Altenberg

Deutsches Skeleton-Duo will Medaillen

SID
Dienstag, 19.02.2008 | 10:13 Uhr
Skeleton, Huber, Grassl, WM
© DPA
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Altenberg - Drei Rennen, drei WM-Titel: Die "Steilvorlage" der Bobpiloten hat den Erwartungsdruck auf die deutschen Skeleton-Asse bei der Heim-Weltmeisterschaft in Altenberg erhöht, obwohl sie nicht einmal als Topfavoriten in die Rennen gehen.

Die "Bauchrutscher" Anja Huber und Florian Grassl aus Schönau wollen sich am Königssee möglichst gut aus der Affäre ziehen. Motiviert werden muss keiner. "Wir wollen gar keinen zusätzlichen Druck aufbauen, den machen sie sich schon selbst", sagte Cheftrainer Raimund Bethge.

"Über Titel und Medaillen will ich nicht spekulieren. Mein Ziel sind vier konstante Läufe auf der anspruchsvollen Bahn. Wenn ich dies schaffe, ergibt sich der Rest von selbst", meinte Europameisterin Huber vor den Rennen zurückhaltend.

Immerhin fuhr sie bei den deutschen Meisterschaften im Januar Bahnrekord in 58,86 Sekunden und überzeugte auch beim Gold-Gewinn im Team- Wettbewerb am Montag mit Tagesbestzeit, als sie Topfavoritin und Weltcup-Gesamtsiegerin Katie Uhländer (USA) 37/100 Sekunden im Wertungslauf abnahm.

Mit Heimvorteil zur Medaille

Florian Grassl, der den Weltcup in Königssee gewann und beim Saisonfinale in Winterberg auf Rang drei fuhr, peilt eine Medaille an. "Wir hatten hier unsere interne Selektion, unsere DM und eine Menge Trainingsfahrten. Ich hoffe, dies zahlt sich nun auch aus. Der Heimvorteil ist nicht von der Hand zu weisen, daher muss eine Medaille das Maximal-Ziel sein", sagte Grassl, der einen Platz unter den besten Sechs anstrebt.

Der ehemalige Trickski-Fahrer, der von 1997 bis 2002 als Buckelpisten-Pilot im deutschen B-Kader immerhin zweite Plätze im Europacup einfuhr, ist in der Eisrinne quasi ein Alleskönner. "Ich habe es auch schon im Bob an den Lenkseilen probiert und 25 bis 30 Fahrten absolviert. Letztendlich war ich mit meinen 70 Kilogramm aber zu leicht. Dennoch ist Skeleton einfach geiler. Im Bob sitze ich nur, doch liegend auf dem Schlitten hat man viel mehr Kontakt zum Eis, das macht die Sache interessanter", meinte der 27-jährige Grassl, der 2004 in Königssee auf seiner Heimbahn schon WM-Zweiter geworden ist.

Schattendasein trotz Topleistung

Trotz der Erfolge zuletzt von Huber und Grassl sorgen sich die beiden Bayern um die Außendarstellung ihrer spektakulären Sportart. "Wir hatten gerade einmal zwei TV-Übertragungen in dieser Saison, dies ist einfach zu wenig. Doch wir Athleten können nur eines tun, uns mit konstanten Topleistungen immer wieder ins Gespräch bringen", betonte die 24-jährige Huber, die Sportmanagement studiert.

Für Grassl hingegen sind vor allem die Verbände gefordert: "Sie müssen für diese Sportart einfach mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Ein eigener Verband wäre auch kein Ausweg, weil dann viele Gelder, die gerade auch beim TV aus der Bob-Branche kommen, einfach nicht da wären."

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