Deutsche Skijäger im Aufwind

SID
Mittwoch, 13.02.2008 | 13:24 Uhr
Wintersport, Biathlon, Ullrich
© DPA

Östersund - Soll erfüllt, Hoffnung auf mehr: Nach dem personellen Aderlass mit den Rücktritten der beiden Erfolgsgaranten Sven Fischer und Ricco Gross haben die deutschen Männer bei den Weltmeisterschaften in Östersund schon zur Halbzeit ihr selbstgestecktes Medaillenziel erreicht.

Beim überlegenen Titelgewinn der Mixed-Staffel steuerten Michael Greis und Andreas Birnbacher ihren goldenen Anteil bei. Alexander Wolf war zuvor überraschend Dritter im Verfolgungsrennen geworden. "Die Bronze-Medaille war die erhoffte Initialzündung. Die Mixed-Staffel hat das Selbstbewusstsein weiter gestärkt. Jetzt wollen wir in den nächsten drei Rennen auch um Medaillen kämpfen", sagte Bundestrainer Frank Ullrich.

Im Einzel setzt Ullrich auf Daniel Graf (Frankenhain), Michael Rösch (Altenberg), Alexander Wolf (Oberhof) und Michael Greis (Nesselwang). Der dreimalige Olympiasieger steht nach seiner überstandenen Erkältung und dem Warmlaufen in der Mixed-Staffel vor seinem ersten Einzelrennen in Östersund.

Goldene Ernte bei Olympia 

"Bei der Staffel habe ich noch ein bisserl schwer ins Rennen gefunden, doch es war genau die richtige Vorbelastung, eine optimale Vorbereitung für den Zwanziger", sagte der Turin-Held.

Trainer Ullrich, mit dem Gewinn von neun WM-Titeln einer der erfolgreichsten Skijäger, nimmt im Jahr des Übergangs gebetsmühlenartig den Druck von seinem Team. "Wir müssen unsere Leute wachsen lassen, sie hegen und pflegen. Dann kann irgendwann auch eine goldene Ernte möglich werden", beschreibt er die Situation.

Augenfällig ist, dass sich die neuformierte deutsche Herren-Mannschaft nach Anlaufschwierigkeiten zu Saisonbeginn zusammengerauft hat. Sie ist kompakter geworden - und sie hat noch Luft nach oben.

"Es steckt viel Potenzial in der Truppe", sagt Ullrich. In zwei Jahren bei den Olympischen Spielen in Vancouver soll es ausgeschöpft sein. Die Hypothek ist hoch: In Turin gab es viermal Gold und einmal Bronze.

Tag für Tag weiter quälen 

In der Ausdauersportart Biathlon braucht man einige Jahre, um sich die nötigen Grundlagen zu erarbeiten. "Das gelingt nur Leuten, die sich quälen können. Die sich Tag für Tag im Training quälen können", sagt Ullrich und betont: "Man kann im Wettkampf nur das zeigen, was man sich im Training erarbeitet hat. Wunder gibt es nicht."

Die Forderungen des Trainers setzen die deutschen Biathlon-Herren bislang vorbildlich um. Vor den letzten zehn Rennen der Saison belegen in Greis (4.), Graf (9.), Wolf (10.), Andreas Birnbacher (Schleching/13.) und Rösch (16.) gleich fünf deutsche Skijäger vordere Plätze im Gesamtweltcup.

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