Weltmeisterschaft im Leichtgewicht

Antiheld Diaz fordert Henderson

Von Oliver Copp
Samstag, 08.12.2012 | 11:55 Uhr
Im offiziellen Hauptkampf des Abends messen sich Ben Henderson (l.) und Nate Diaz
© ufc
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Die Weltmeisterschaft im Leichtgewicht wird in der Nacht auf Sonntag bei UFC on FOX 5 in Seattle, Washington ausgekämpft, wenn der Weltmeister Ben Henderson seinen Gürtel gegen einen Mann aufs Spiel setzt, der nicht gegensätzlicher sein könnte: Nate Diaz.

Wenn Ringsprecher Bruce Buffer am Sonntag um 2 Uhr "We are live" ins Mikrofon schreit, um damit das Hauptprogramm von UFC on FOX 5 in Seattle einzuläuten, wird für den deutschen Star der UFC, Dennis Siver, bereits alles gegessen sein. Er trifft im Vorprogramm auf den talentierten Amerikaner Nam Phan, der in der Vergangenheit durch ein unglaubliches Durchhaltevermögen überzeugen konnte.

Für Siver wird dies sein zweiter Kampf im Federgewicht, der Gewichtsklasse von bis zu 66 Kilogramm, gewesen sein. Nach einem sehr guten Lauf im Leichtgewicht, der im Oktober 2011 gegen Donald "Cowboy" Cerrone sein Ende fand, wollte der Wahlmannheimer Siver sich an der nächstniedrigeren Gewichtsklasse, dem Federgewicht, versuchen. Trotz großer Schwierigkeiten beim Gewichtmachen ermutigte ihn sein Punktsieg gegen Diego Nunes in Stockholm letzten April, weiter im Federgewicht zu bleiben und Kurs auf die von Jose Aldo gehaltene Weltmeisterschaft zu nehmen.

Eigentlich hätte er im September in Las Vegas gegen Eddie Yagin ins Octagon steigen sollen, doch nachdem die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden musste, wurde der Kampf kurzerhand in den Dezember verlegt. Das Schicksal wusste ihn auch diesmal zu verhindern: Yagin zog sich im Training eine schwere Kopfverletzung zu und musste absagen. Ein Ersatz war schnell gefunden: Nam Phan, ein Veteran der zwölften Staffel der UFC-Realityshow "The Ultimate Fighter", forderte den Kampf bei Twitter - und bekam ihn.

Sivers bleibt Standardprogramm treu

Die meisten Kämpfer wären von einer solch tiefgreifenden stilistischen Gegneränderung wenig begeistert. Yagin ist ein guter Ringer, der mit wilden Schwingern und viel Kämpferherz seine Siege einfährt, während Nam Phan im Striking deutlich technischer und strategischer agiert.

Hier macht sich nun Dennis Sivers ganzheitliche Art zu trainieren bezahlt: Anders als die meisten MMA-Kämpfer bereitet er sich nicht spezifisch auf einen bestimmten Gegner vor, sondern bleibt seinem Standardprogramm treu und setzt maximal in ausgewählten Bereichen Akzente. So bleibt ein kurzfristiger Gegnerwechsel zwar nach wie vor ärgerlich, aber er wirft ihn nicht so sehr aus der Bahn wie viele andere Kollegen.

Mit einem Kampfrekord von 2-3 in der UFC blickt Phan auf dem Papier auf einen durchwachsenen Kampfrekord zurück. Gleichzeitig hatte er durch die Bank harte Gegner. Die Punktniederlage im ersten Kampf gegen Leonard Garcia war eine krasse Fehlentscheidung. Eine knappe Punktniederlage gegen den früheren WEC-Weltmeister Mike Brown war vor einem Jahr noch keine Schande. Die dritte Niederlage gegen Jim Hettes war zwar verdient, aber Hettes wird heute als eines der großen kommenden Talente gesehen. Nam Phan war in allen diesen Kämpfen von der ersten Sekunde bis zur letzten dabei - und das macht ihn gefährlich.

Niederlage wäre ein Schock

Alles andere als ein Sieg von Dennis Siver wäre im Gefüge des Federgewichts schockierend, steht er doch in der Rangliste deutlich über Phan und hat zuletzt einen echten Top 5-Kämpfer geschlagen. Nam Phan hat das Potential zum Spoiler in diesem Kampf. Die meisten Fans und auch viele Offizielle haben ihn nicht auf dem Plan, weswegen er völlig ohne Erfolgsdruck ins Octagon steigen kann.

Gerade in Hinblick auf die bereits für das kommende Jahr ins Auge gefasste Rückkehr der UFC nach Deutschland braucht Dennis Siver den Sieg unbedingt. Er wird nicht jünger, und wenn die UFC in Deutschland einen zweiten Anlauf wagt, wird er eines der wichtigsten Puzzleteile sein.

Natürlich wäre es großartig für die Liga, ihn auf heimischem Boden um die Weltmeisterschaft kämpfen zu lassen. Siver ist dafür bekannt, dass er in der Hitze des Gefechts einen kühlen Kopf bewahrt, doch bleibt ein Restzweifel, ob diese Gedanken sich nicht doch in einem dunklen Winkel seines Gehirns festgesetzt haben.

Für die Fans in Deutschland verdient es der Fight zwischen Dennis Siver und Nam Phan damit, als heimlicher Hauptkampf gesehen zu werden. Es bleibt mit einer langen und harten Schlacht über die volle Distanz von drei Runden zu rechnen. Alles andere wäre überraschend.

Antiheld Nate Diaz

Im offiziellen Hauptkampf des Abends geht es um die Weltmeisterschaft im Leichtgewicht. Der Herausforderer Nate Diaz hatte sich bei einer früheren UFC-Übertragung auf FOX mit einem beeindruckenden Aufgabesieg gegen Jim Miller endgültig als würdiger Challenger etabliert. In seinen sechzehn Kämpfen in der UFC, davon allein sieben in den letzten beiden Jahren, konnte er sich als eine Art Antiheld etablieren.

Ähnlich wie sein Bruder Nick gibt er sich gern als Badboy, was ihn sowohl zu einem der beliebtesten Kämpfer im Leichtgewicht gemacht hat, wie auch zu einem der unbeliebtesten. Fakt ist aber, dass er nach einem schwachen Start in 2011 mit Aufgabesiegen gegen Takanori Gomi und Jim Miller und einem überraschenden Punktsieg gegen Donald Cerrone endlich wieder die konstant guten Leistungen brachte, die ihn in seinen ersten beiden Jahren in der UFC auszeichneten.

Ben Henderson, der Weltmeister im Leichtgewicht, machte sich in der UFC und davor in der WEC einen Namen damit, dass er eine Bank war. Er war immer in Topform, hatte immer genug im Tank, um die volle Distanz zu gehen und nie nachzulassen. Die Liste seiner Opfer ist lang: Shane Roller, Donald Cerrone, Jamie Varner, Mark Bocek, Jim Miller, Clay Guida und zuletzt Frankie Edgar - und das gleich doppelt. Henderson hat das Who's Who seiner Gewichtsklasse besiegt und in vielen Fällen nicht gut aussehen lassen.

Henderson geht als Favorit in den Kampf

Was macht also den Kampf gegen Nate Diaz so interessant? Die Antwort dürfte in Diaz' unfassbarem Talent zu finden sein. An einem guten Tag spielt Diaz in einer ganz anderen Liga als der Rest. Seine Aufgabegriffe sind brandgefährlich. Sein Striking ist nur darauf ausgelegt, den Gegner zu frustrieren.

Und er kennt nur einen Gang: den Vorwärtsgang. Man kann ihn schlagen, treten, anspringen - er marschiert durch. Diese Art zu kämpfen könnte Ben Henderson vor Herausforderungen stellen, die er so noch nie kennengelernt hat. Es ist auch so gut wie unmöglich, einen Sparringspartner zu finden, der Diaz' Kampfstil auch nur annähernd nachbilden kann.

Ben Henderson geht trotz allem als Favorit in den Kampf. Man weiß an einem gegebenen Tag nie, mit welchen Nate Diaz man es zu tun bekommt: dem motivierten Ausnahmetalent oder dem auf dem Papier tollen Kämpfer mit Gurkentaktik. Diaz bekommt nun nach fünf Jahren in der UFC seine ganz große Chance. Wollen wir hoffen, dass er sie zu nutzen weiß.

Außerdem bei UFC on FOX 5:

 

  • Alexander Gustafsson aus Schweden will im zweiten Hauptkampf gegen den früheren Weltmeister Mauricio "Shogun" Rua an seine letzten Erfolge anknüpfen und die Legende besiegen. Doch "Shogun" hat sich noch längst nicht von der Idee verabschiedet, sich einen Rückkampf gegen Jon Jones um die Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht zu verdienen. Ein motivierter "Shogun" ist ein gefährlicher "Shogun".
  • Im Weltergewicht könnte uns ein Generationswechsel ins Haus stehen. Der mehrfache UFC Weltmeister BJ Penn wird auf den kanadischen Nachwuchsstar Rory MacDonald treffen. MacDonald wird Penn körperlich deutlich überlegen sein. Kann er in Penns frühe Fußstapfen treten und der neue Shooting Star im Weltergewicht werden? Der Hawaiianer Penn kann über diese Vorstellung nur lachen.
  • Mike Swick kehrt gegen Matt Brown ins Octagon zurück. Swick war in den letzten Jahren von Verletzungen und Krankheiten geplagt und dürfte auf sein persönliches UFC-Finale zugehen. Kann er sich vorher noch einmal im Weltergewicht etablieren? Der Countdown läuft.

 

UFC on FOX 5: Henderson vs. Diaz wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag ab 2 Uhr auf SPOX.com und UFC.tvübertragen. Die Vorkämpfe starten um 22:00 Uhr auf facebook.com/UFC und um 23 Uhr dann parallel auf SPOX.com und UFC.tv.

Alle UFC-Champions im Überblick

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