Tennis

Wimbledon Championships: Warum finden am Sonntag keine Matches statt?

Von SPOX
Am ersten Sonntag des zweiwöchigen Grand-Slams in Wimbledon nehmen sich die Beteiligten eine Pause.
© getty

Es gibt so einiges, was das Rasen-Turnier in Wimbledon besonders und einmalig macht. Neben einzigartigen Regularien hält der All England Lawn Tennis and Croquet Club ebenso jahrelange Traditionen aufrecht. Eine dieser Traditionen ist der spielfreie Sonntag in Wimbledon nach der ersten Turnierwoche. SPOX erklärt, was es mit dem spielfreien Sonntag in Wimbledon auf sich hat und liefert euch weitere Besonderheiten des berühmtesten Tennisturniers der Welt.

Nicht alle Wimbledon-Traditionen konnte der All England Club im Laufe der Jahre konservieren. So ist beispielsweise der Centre Court längst überdacht. Und auch Court 1 hat seit diesem Jahr ein ausfahrbares Dach, welches lästige Regenpausen verhindern soll.

Auch der goldene Rasen im Tennis-Mekka wurde vor einigen Jahren entschleunigt, wodurch das einst muntere Angriffstennis zunehmend verloren ging.

Eine Tradition aber bleibt: der spielfreie Sonntag in Wimbledon.

Wimbledon Championships - Warum finden am Sonntag keine Matches statt?

Am ersten Sonntag des zweiwöchigen Grand-Slam-Rasenturniers finden traditionell keine Matches statt. Der "Middle Sunday", wie ihn die Engländer liebevoll nennen, ist normalerweise immer spielfrei. Er wurde eingeführt, als das Finale der Herren vom ursprünglichen Samstag auf den Sonntag verschoben werden sollte. Im Gegenzug forderten die Anwohner des ansonsten ruhigen Viertels einen Ruhetag. Daraufhin wurde der spielfreie Sonntag eingeführt.

Nur in absoluten Ausnahmefällen werden einzelne Matches auf den sonst spielfreien Sonntag terminiert. Dieser Ausnahmefall kann dann eintreten, wenn verschobenen Duelle von den Vortagen nachgeholt werden müssen. Für diesen Traditionsbruch sorgt meist das verregnete englische Wetter, wenn es den Organisatoren und Spielern einen Strich durch den Spielplan macht.

Wimbledons spielfreier Sonntag: Wann wurde trotzdem gespielt?

In der 142-jährigen Geschichte des prestigeträchtigen Rasenturniers wurde die Tradition des spielfreien Sonntags lediglich viermal gebrochen. Zuletzt mussten die Organisatoren den "Middle Sunday" im Jahr 2016 opfern. Damals sahen sich die Verantwortlichen aufgrund der unbespielbaren äußeren Bedingungen gezwungen, einzelne Matches auf den Sonntag zu legen. Die 22.000 zusätzlich ausgelobten Tickets waren damals übrigens in einer halben Stunde ausverkauft.

Zu einem derartigen Ausnahmefall kam es vorher lediglich dreimal. Die spielfreien Sonntag fielen zuvor nur in den Jahren 2004, 1997 und 1991 aus.

Mögliche Spekulationen um eine Abschaffung des "Middle Sunday" dementierte der Vorsitzende Philip Brook zuletzt im Juli 2015. Dabei verwies Brook auf den praktischen Nutzen des spielfreien Tages: "Wir spielen auf Rasen. Der mittlere Sonntag erlaubt es dem Team, die Plätze so zu wässern, wie es unter der Woche nicht geht."

Wimbledon: Regenpausen und Dächer auf dem Centre Court & Court 1

Während der Centre Court von Wimbledon seit nunmehr zehn Jahren überdacht ist, wartete man zunächst mit der Entscheidung weitere Courts in Wimbledon zu überdachen. Genau zehn Jahre später verfügt auch der Court No. 1 über ein ausfahrbares Dach.

Die neue Dachkonstruktion über Court 1 wiegt 112 Tonnen und wurde ausgerechnet von einem bayerisch-schwäbischen Bauunternehmen aus Gersthofen errichtet. Damit kann es während Matches auf Court 1 so viele "Cats and Dogs" regnen wie es will, es wird trotzdem weitergespielt.

Centre Court von Wimbledon - Kapazität und Baujahr

Centre Court (Wimbledon)
Zuschauerkapazität15.000 Plätze
Eröffnung (Jahr)1922
Renovierungen2009 mit Dachbau
OberflächeRasen

Wimbledon Championships: Besonderheiten und wissenswerte Fakten

Wimbledon Championships - hier ein paar Fakten und Besonderheiten im Überblick:

  • Wimbledon ist das älteste Tennisturnier der Welt (Erstaustragung im Jahr 1877)
  • Die Queen und Sohn Charles, der Prince of Wales, sitzen immer in der Royal Box
  • 90 Prozent der Kleidung muss komplett weiß sein
  • Während der zwei Turnierwochen werden in Wimbledon rund 28.000 Kilogramm Erdbeeren und 7.000 Liter Sahne verzehrt
  • Der Rasen von Wimbledon darf genau acht Millimeter hoch sein
  • Selfiesticks sind auf der kompletten Anlage verboten
  • Der Falke Rufus verscheucht seit 2012 lästige Tauben von der Church Road
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