Rückkehr als Berater in Davis-Cup-Team

Pilic: "Geh' raus, mach' Break"

SID
Donnerstag, 12.02.2015 | 12:06 Uhr
Niki Pilic führte den DTB zu drei Davis-Cup-Titeln
© getty
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Niki Pilic kehrt als Berater ins deutsche Davis-Cup-Team zurück. Der heute 75-Jährige gewann die Trophäe insgesamt fünfmal, dreimal mit Deutschland, einmal mit seinem Heimatland Kroatien und einmal als Berater der Serben.

Für seine minimalistische Form des Coachings ist Niki Pilic oft belächelt worden. "Geh raus, mach' Break." Fertig. Nicht nur Boris Becker wusste dann, was zu tun war. So erfolgreich wie mit dem stets höflich-reservierten Pilic, der nun als Berater ins deutsche Team zurückkehrt, ist eine deutsche Davis-Cup-Mannschaft vorher und nachher nie gewesen.

Auch nicht mit Teamchef Becker, der den gebürtigen Kroaten 1997 nach 16 Jahren stürzte und in dem Amt scheiterte. "Ich habe nie verstanden, dass er meinen Job wollte", sagt Pilic heute: "Ein so extrovertierter Typ wie er will immer selber in der ersten Reihe stehen. Aber dort gehören im Davis Cup nur die Spieler hin."

Vor dem spielerischen Talent des dreimaligen Wimbledonsiegers hatte der Mann aus Split aber immer allerhöchsten Respekt. "Ein Boris Becker", der werde vielleicht nur alle 500 Jahre geboren, ist Pilic überzeugt.

Arbeit mit Becker und Stich

Er wird es wissen, denn seine größte Zeit im Davis Cup erlebte Pilic als Teamchef des Deutschen Tennis Bundes. Becker und Michael Stich hießen seine Protagonisten - 1988 und 1989 war der extrovertierte Becker der alles überragende Fixstern, 1993 der seriöse Michael Stich ein verlässlicher Anführer.

Hier der egomanische Feuerkopf, dort der kühle Hanseat - in seltenen Momenten schaffte Pilic es sogar, die beiden unter einen Hut zu bringen. 1992 in Barcelona wurden Becker und Stich gemeinsam Olympiasieger, und in jenen Tagen habe er in vielen Einzelgesprächen viel lügen müssen, um beide bei Laune zu halten, verriet Pilic dem "SID".

Aufgabe: Teamgeist kreieren

Sich selbst stellt Pilic nie in den Vordergrund, er überlässt die große Bühne immer seinen Spielern. Manchmal schien es, als nehme er überhaupt keinen Einfluss, wenn er während des Trainings stundenlang kerzengerade mit einem Schläger unter dem Arm als stummer Beobachter an der Seitenlinie stand.

Laut wird Pilic sowieso nie, seine größte Gabe ist es, unterschiedlichste Charaktere zu einer Mannschaft zu formen, sie bei Laune zu halten, individuelle Macken mit einem feinen Lächeln zu dulden und so einen ganz speziellen Teamgeist zu kreieren. Den es in der deutschen Mannschaft dringend wiederzufinden gilt.

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