Stich und Klaus stehen bereit

DTB: Wer wird Präsident?

SID
Mittwoch, 05.11.2014 | 12:15 Uhr
Michael Stich will Präsident des DTB werden
© getty
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Zehn Tage vor den Wahlen in Berlin eskaliert die Situation im Deutschen Tennis Bund. Sicher ist: Michael Stich will nach wie vor Präsident des DTB werden, ist dabei aber auf die Unterstützung des Bundesausschusses angewiesen. In dem hat er nicht nur Freunde.

Es wird zum finalen Showdown im Kampf um das Präsidentenamt im Deutschen Tennis Bund (DTB) kommen. Michael Stich, Wimbledonsieger, gegen Ulrich Klaus, Lehrer im Ruhestand - der Dritte im Bunde zieht sich zurück. Helmut Schmidbauer, Präsident des Landesverbandes Bayern, klingt vernünftig und glaubwürdig, wenn er dafür seine Gründe nennt. "Wir haben unseren Präsidenten Karl Altenburg oft dafür kritisiert, dass er wegen seiner beruflichen Verpflichtungen nicht genügend Zeit für den DTB hatte", sagte Schmidbauer dem SID: "Ich möchte dieses Szenario nicht wiederholen."

Da waren es also nur noch zwei, die für das höchste Amt im deutschen Tennis bereit sind. Michael Stich dementierte im Gespräch mit dem SID Gerüchte, er stehe nur als Vizepräsident zur Verfügung. Er habe dem Bundesausschuss, dem Zusammenschluss der 18 Landesverbände, lediglich mitgeteilt, dass er es "in der Kürze der Zeit nicht schaffe, bis zur Wahl am 16. November in Berlin ein eigenes Präsidium zusammenzustellen".

Er sei aber bereit, so Stich weiter, "mit Einwilligung des Bundesausschusses mit einem Übergangspräsidium dieses Amt zu übernehmen, bis ich ein eigenes Präsidium zusammengestellt habe".

Übergangsregelung bedarf Zustimmung

Eine solche Übergangsregelung für die Dauer von maximal sechs Monaten wäre durchaus satzungskonform, bedarf aber der Zustimmung des Bundesausschusses. Und in dem hat der eloquente Querdenker und erfolgreiche Geschäftsmann Michael Stich nicht nur Freunde. Zu der allerdings kleiner werdenden Fraktion derer, die einen DTB-Präsidenten Stich unter allen Umständen verhindern wollen, gehört Hessens Verbandschef Dirk Hordorff, der unter anderem zwei Punkte aus Stichs Konzept kritisiert. "Der Gedanke, von jedem Meden-Spieler in Deutschland 40 Euro zu verlangen, ist in der heutigen Landschaft völlig verfehlt", sagte Hordorff dem SID: "Und mehrere Hunderttausend Euro für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu verlangen, sprengt die von der Satzung erlaubten Vergütungen."

Insgesamt, so Hordorff weiter, bedauere er im Fall Stich aber vor allem die Tatsache, dass es seiner Meinung nach "bis heute ja weder ein Konzept noch eine Mannschaft gibt, die vorgestellt wurde. Außer Visionen und Ideen, wie man das Geld, welches nicht vorhanden ist, ausgeben kann, ist mir bisher nichts Greifbares präsentiert worden." Und außerdem sei das "zerrüttete Verhältnis zwischen Michael Stich und dem amtierenden Präsidium nicht geeignet, auf eine künftige Mitarbeit von Karl Altenburg oder Stefan Felsing zu hoffen". Auf die allerdings die Mehrzahl der Landesfürsten ganz und gar nicht scharf wäre.

Ende der Scharmützel und dem Sport widmen

Sowohl Hordorff als auch Schmidbauer rufen nach den unruhigen letzten Tagen vehement dazu auf, die öffentlichen Scharmützel zu beenden und sich dem Sport zu widmen. "Aus Respekt vor Barbara Rittner und ihrem Fed-Cup-Team", so Schmidbauer, werde er sich bis nach dem Finalwochenende nicht mehr zum Thema Präsidiumswahlen äußern.

Das will auch Hordorff so halten. "Wir haben mit dem Einzug ins Fed-Cup-Finale einen Erfolg erzielt, der über 20 Jahre nicht erreicht wurde", sagte er dem SID: "Anstatt aber unsere Öffentlichkeitsarbeit auf dieses erfreuliche Thema zu lenken, sind wir mit endlosen Personaldiskussionen beschäftigt. Wir alle sollten ab sofort zumindest bis nach dem Finale das Thema Wahlen beenden und die öffentliche Diskussion hierüber einstellen."

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