Nadal walzt über Robredo ins Halbfinale

Von Ole Frerks
Donnerstag, 05.09.2013 | 07:01 Uhr
Da kann Tommy Robredo nur artig gratulieren. Gegen Rafael Nadal war der Spanier chancenlos
© getty

Superstar Rafael Nadal hat auch im Viertelfinale der US Open keinerlei Mühe und besiegt Federer-Bezwinger Tommy Robredo lockerleicht in drei Sätzen. Victoria Azarenka stürmt ebenfalls im Eiltempo ins Halbfinale. Richard Gasquet kämpft derweil David Ferrer in einem Fünfsatzkrimi nieder und steht zum zweiten Mal in seiner Karriere in der Vorschlussrunde. Flavia Pennetta entscheidet das italienische Duell gegen Roberta Vinci für sich.

Herren, Viertelfinale

Rafael Nadal (ESP/2) - Tommy Robredo (ESP) 6:0, 6:2, 6:2

Gegen Roger Federer noch der strahlende Held, gegen Rafael Nadal eher ein begossener Pudel. Tommy Robredo konnte einem gegen seinen spanischen Landsmann fast leid tun.

Denn Nadal spielt in diesen Tagen schlicht wie von einem anderen Stern, gab bisher erst einen Satz im Turnier ab (gegen Kohlschreiber) und wirkt fitter denn je.

Dass Robredo verlieren würde, war angesichts einer 0-6-Bilanz zu erwarten. Dass er keinen Satz gewinnen konnte, passt ebenfalls ins Bild (jetzt insgesamt 17-0 Sätze für Nadal). Aber dass er nur vier Spiele machte, tat ohne Frage weh.

"Er war sehr schnell in Führung, und danach konnte ich nichts mehr machen", musste der 31-Jährige einsehen. "Er war einfach zu gut." Über einen berauschenden ersten Satz sagte Nadal selbst: "Dass war das erste Mal in diesem Jahr, dass ich gleich zum Start bei 100 Prozent war."

Der Superstar machte deutlich mehr Winner (28:10), ließ keinen Breakball zu und zwang den Gegner mit seinen Topspin-Schlägen zu reihenweise Fehlern. "So muss ich weitermachen, ich hoffe es klappt auch in zwei Tagen", so Nadal.

Dann geht es gegen Richard Gasquet, der gegen Nadal meist ähnlich bedauernswert aussieht wie Robredo. Auf der Profitour konnte der Franzose noch keinen von zehn Vergleichen gewinnen. "Beim letzten Mal, als ich ihn geschlagen habe, war ich 13", erinnert sich Gasquet.

Und diese Pleite hat offenbar auch sein Kontrahent noch im Kopf: "Ja, ich 4:6 im dritten Satz verloren. Ich erinnere mich." Sagte Nadal mit einer Miene, als müsste er sich auch 14 Jahre später immer noch dafür revanchieren...

Richard Gasquet (FRA/8) - David Ferrer (ESP/4) 6:3, 6:1, 4:6, 2:6, 6:3

Gasquet sah nach zwei Sätzen schon wie der klare Sieger aus, da er sich vom Start weg in Topform präsentierte, während Ferrer sich mühselig ins Spiel kämpfen musste. Vor allem im zweiten Satz hatte der Spanier scheinbar keine Mittel gegen die hervorragende Rückhand des Franzosen. Das Winner-Verhältnis in diesem Satz war mit 15 zu drei so eindeutig wie der Spielverlauf, das Momentum war klar auf der Seite des Franzosen.

In der Folge wurde Ferrer allerdings seinem Ruf als Kämpfernatur gerecht und fand irgendwie zurück ins Spiel. Im dritten Satz verbesserte er sein Return-Spiel, zumal auch die Quote Gasquets abnahm, und suchte vermehrt den Weg ans Netz, wo er 79% der Punkte machen konnte. Im vierten Satz setzte sich dieser Trend fort.

Abermals schien klar, auf wessen Seite das Momentum sich befand. Ferrer hatte mehr Erfahrung mit Fünfsatzmatches und sollte dem Kontrahenten gegenüber Fitnessvorteile haben. Sollte. Auf einmal konnte Gasquet sich wieder auf sein Service verlassen, brachte den ersten Aufschlag wieder mit 70%iger Quote. Er machte im Fünften zwar nur vier Punkte mehr als sein Gegner, dazu gehörte aber eben auch das so wichtige Break. Nach knapp dreieinhalb Stunden nutzte der Franzose seinen ersten Matchball.

Für Gasquet steht nun das erste Grand-Slam-Halbfinale seit Wimbledon 2007 an, insgesamt ist es erst das zweite seiner Karriere. "Es war ein großes Match für mich. Es ist wunderbar für mich", sagte er nach dem Spiel im Interview mit "ESPN"-Reporter Brad Gilbert.

Damen, Viertelfinale

Victoria Azarenka (BLR/2)- Daniela Hantuchova (SVK) 6:2, 6:3

Es deutet weiter alles auf das fast unvermeidliche Traumfinale zwischen der Nummer eins der Welt Serena Williams und der Nummer zwei hin. Nach zwei hart umkämpften Dreisatzsiegen war Azarenka im Viertelfinale wieder topkonzentriert und hatte wenig Mühe mit einer harmlosen Gegnerin, deren größte Sternstunden mittlerweile einige Jahre zurückliegen.

Zum ersten Mal nach 2002 stand Hantuchova wieder im Viertelfinale von Flushing Meadows und erwischte mit einem Break im ersten Azarenka-Spiel beider jeweils einen guten Start, danach aber lief nur noch wenig zusammen. Die Breaks waren ebenso schnell weg, wie sie eingefahren waren.

Azarenka bestach durch bessere Fitness, härtere und präzisere Schläge und insgesamt schlicht und ergreifend mehr Klasse. Die Weißrussin verhinderte mit ihrem Kantersieg übrigens ein Novum: Hantuchova hätte das erste Halbfinale der US Open komplettieren können, in dem nur Spielerinnen jenseits der 30 Jahre stehen.

Stattdessen durchbrach die 24-jährige Azarenka die Phalanx der "Seniorinnen". "Man sieht inzwischen, dass man im Damentennis viel mehr acht auf seinen Körper gibt, dass Ernährung, Fitness und all das elementar sind", so Azarenka zu der Tatsache, dass die Frauen immer länger auf hohem Niveau spielen.

Flavia Pennetta (ITA) - Roberta Vinci (ITA/10) 6:4, 6:1

Flavia Pennetta konnte nach Sara Errani die nächste ihrer gesetzten Landsfrauen ausschalten. Dabei half ihr vor allem, dass sie weniger mit ihren Nerven zu kämpfen hatte als Roberta Vinci, die sich gleich 28 Unforced Errors leistete und vor allem bei ihren 34 Ausflügen ans Netz zu ineffektiv agierte - sie konnte nur 53% dieser Punkte für sich entscheiden.

Im ersten Satz blieb das Spiel noch eng, weil auch Pennetta anfangs Schwierigkeiten mit dem Aufschlag hatte und sich breaken ließ. Im Gegensatz zu ihrer Konkurrentin bekam sie das aber im Laufe des Spiels in den Griff und gab nur ein weiteres Aufschlagspiel ab (Vinci: sechs). Vinci gewann über das gesamte Match nicht einmal die Hälfte der Punkte bei eigenem Aufschlag.

Zudem schlug Pennetta mehr Asse (3:0) und Winner (23:14). Mit 31 Jahren steht sie damit zum ersten Mal in ihrer Karriere im Halbfinale der US Open, wo sie im letzten Jahr gar nicht angetreten war. "Ich kann das noch gar nicht glauben. New York ist immer speziell für mich. Aber natürlich war es schwer, gegen eine meiner besten Freundinnen zu spielen", sagte die ehemalige Top-10-Spielerin nach dem Match.

Die ATP-Weltrangliste

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