Schwimmen

Koch und Deibler wecken Hoffnungen

SID
Steffen Deibler darf sich in Berlin Hoffnungen auf eine Medaille machen
© getty

Vorschwimmer Paul Biedermann fehlte, doch die anderen Medaillenkandidaten weckten vier Wochen vor den Europameisterschaften in Berlin Hoffnungen. Vizeweltmeister Marco Koch und der Olympiavierte Steffen Deibler überzeugten beim zweiten Teil der EM-Qualifikation.

Koch, der bei der WM im vergangenen Jahr in Barcelona die einzige Medaille für die deutschen Beckenschwimmer gewonnen hatte, siegte beim sogenannten Überprüfungswettkampf in Essen auf seiner Silberstrecke 200 m Brust in starken 2:09,07 Minuten. "Ich glaube, dass ich auch jetzt schon schneller schwimmen kann", sagte der Darmstädter, der sich über die Bedingungen beklagte: "Es sind 7000 Grad in meinem Zimmer, und es ist superlaut." Koch, der tags zuvor über die halbe Distanz persönliche Saisonbestzeit geschwommen war, sicherte sich damit seinen zweiten Einzelstart bei der Heim-EM (13. bis 24. August).

"Dann will ich endlich deutschen Rekord schwimmen", kündigte der 24-Jährige, der in diesem Jahr bereits bis auf eine Zehntelsekunde an die Bestmarke (2:08,33) herankam, an: "Mal sehen, was ich damit reißen kann." Gute Kunde kam aus Ungarn: Olympiasieger und Weltmeister Daniel Gyurta wird in Berlin nicht über 200 m starten. Damit steigen Kochs Medaillenchancen.

Deibler ohne Mühe

Edelmetall in vier Wochen hat auch Deibler im Blick, der in 52,76 Sekunden über seine Paradestrecke 100 m Schmetterling mühelos unter der Richtzeit blieb. "Mal locker eine Medaille abzusahnen, ist aber nicht drin", sagte der Hamburger, der bei der WM nur um acht Hundertstelsekunden Bronze verpasst hatte, "es wird knüppelhart." Der 27-Jährige ist die aktuelle Nummer drei in Europa.

Neben Koch und Deibler lösten 21 weitere DSV-Athleten ihre EM-Tickets - darunter auch Franziska Hentke (Magdeburg/200 m Schmetterling) und Dorothea Brandt (Essen/50 m Brust und Freistil), die ebenfalls auf Edelmetall hoffen. "Eine Medaille ist auf jeden Fall das Ziel", sagte Hentke, "bei der EM will ich den deutschen Rekord." Am Schlusstag erfüllten Alexandra Wenk (München/100 m Schmetterling), Vanessa Grimberg (Stuttgart/200 m Brust) und Robin Backhaus (Berlin/200 m Freistil) die Norm.

Biedermann fehlt

Weltrekordler Biedermann, der wegen Trainingsrückstands nach zweiwöchiger Krankheitspause in Essen nicht an den Start gegangen war, hat die EM-Teilnahme auch ohne Normerfüllung sicher. Der 27-Jährige soll über 200 und 400 m Freistil sowie mit den Staffeln möglichst vier der angepeilten mindestens sechs Medaillen holen. "Es kann funktionieren, aber es muss alles klappen. Es darf keiner eine Schwäche zeigen", sagte Bundestrainer Henning Lambertz zur offiziellen EM-Zielsetzung.

Auf eine Ausnahmeregelung hofft auch Markus Deibler, der wegen Erkrankung fehlte. Der Hamburger ist derzeit über 200 m Lagen die Nummer eins in Europa. "Es werden diesmal nur ganz wenige Ausnahmen gemacht", betonte Lambertz. Fünf Schwimmer, die bei der DM Anfang Mai noch unter der Norm geblieben waren, fielen im zweiten Teil durch. "Das ist etwa die Quote, die ich erwartet habe", sagte der Bundestrainer.

Verzichten will Lambertz in Berlin auch auf die Freistilstaffeln der Frauen. Im Essen bestätigte sich, dass nach dem Rücktritt der Peking-Doppelolympiasiegerin Britta Steffen die deutschen Schwimmerinnen in diesem Bereich nicht mehr konkurrenzfähig sind. "Da ist es besser, gar nicht an den Start zu gehen, als als Letzter im Vorlauf auszuscheiden", meinte Lambertz.

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