Donnerstag, 12.12.2013

Deutsches Schwimmen in der Krise

Lambertz: DSV kämpft gegen Abstieg

Der deutsche Schwimmsport steckt in der Krise. Chefbundestrainer Henning Lambertz vom Deutschen Schwimm-Verband hat nun vermehrte Anstrengungen des Staates gefordert, und auch die Schulen müssten mitziehen. Er hat hohe Ziele, aber einen "FC Bayern" habe er nach den Olympischen Spielen 2012 nicht übernommen.

Auch bei der Schwimm-WM in Barcelona hatte Lambertz alle Hände voll zu tun
© getty
Auch bei der Schwimm-WM in Barcelona hatte Lambertz alle Hände voll zu tun

In London blieb der DSV ohne Medaille, und jetzt fällt auch noch Britta Steffen weg. Immerhin ist Paul Biedermann weiter an Bord. "Paul ist unersetzbar für den deutschen Schwimmsport", betont Lambertz im Interview mit dem "Kicker".

Davon abgesehen sei die derzeitige Position prekär: "Ich hab nun mal keinen FC Bayern übernommen", stellt er klar. "Wir sind jetzt irgendwo auf Platz 17, 18 und müssen uns wieder nach oben kämpfen.

Einige Veränderungen habe es unter seiner Ägide bereits gegeben, aber auch der Staat müsse mehr tun: "Deutschland kann nicht maximale Erfolge wie Olympisches Gold einfordern und nur geringe Anreize setzen." Im Klartext: mehr Geld muss her.

Lambertz: Zu viel Schule für Talente

Die größte Baustelle sieht der 43-Jährige aber an den Schulen. "Es kann nicht sein, dass eine 14-Jährige 25 Stunden pro Woche trainiert und dazu 35 Schulstunden hat", klagt er. Ein solches Trainingspensum sei aber zwingend notwendig, sonst würde man "nach und nach die Treppenstufen nach unten gehen. Die Frage ist also, wie die Schule uns entgegenkommen kann."

Auf die Schwimm-WM 2014 in Berlin freue er sich, Ergebnisse werde er aber vor allem langfristig erzielen, so Lambertz. "Mein Konzept ist auf acht Jahre, also bis 2020, ausgelegt, niemals nur bis 2016." Dafür sei "zu viel im Argen".

Am Donnerstag startet die Kurzbahn-EM im dänischen Herning. Paul Biedermann wird nicht am Start sein.


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