FINA prangert unzureichende Sicherheitsvorkehrungen an

Nach Todesfall: Kommission fordert Änderungen

SID
Samstag, 16.04.2011 | 12:50 Uhr
Auch Rekord-Weltmeister Thomas Lurz spricht sich für Regeländerungen aus
© Getty
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Die Untersuchungskommission zum Tod des US-Schwimmers Francis Crippen hat den Weltverband FINA zu Regeländerungen aufgerufen und unzureichende Sicherheitsvorkehrungen angeprangert.

Die Untersuchungskommission zum Tod des US-Schwimmers Francis Crippen hat den Weltverband FINA zu Änderungen des Regelwerks aufgerufen und unzureichende Sicherheitsvorkehrungen angeprangert.

"Es bedarf einer organisatorischen Verpflichtung, die Sicherheit der Athleten als oberste Priorität zu erachten", heißt es in dem Bericht, der knapp ein halbes Jahr nach Crippens Tod durch Ertrinken beim Weltcup in Fudschaira (Vereinigte Arabische Emirate) erschien: "Diese Verpflichtung muss bei der FINA-Leitung beginnen."

"Das Ziel ist, die Risiken auf ein Minimum zu reduzieren"

Die Kommission rät der FINA, eine Abteilung zu gründen, die sich mit Sicherheitsfragen bei Freiwasser-Wettkämpfen beschäftigt. "Das Ziel ist, die Risiken auf ein Minimum zu reduzieren", heißt es in den Empfehlungen.

Derzeit seien die Sicherheits-Regeln teilweise zu vage formuliert. Die FINA schreibe zum Beispiel nicht konkret vor, wie viele Rettungsboote während Langstreckenrennen eingesetzt werden und welche Ausbildung die Sanitäter vorweisen müssen. Außerdem forderten die Experten Wassertemperaturgrenzen von 18 und 28 Grad.

In dem Papier bestätigten die internationalen Experten, darunter Mediziner, Ex-Schwimmer, Trainer und FINA-Anwälte, dass auch äußere Faktoren beim betreffenden Weltcup wie die hohen Luft- und Wassertemperaturen in Kombination mit möglicher Dehydrierung sowie Überhitzung bei hoher Anstrengung zur fortschreitenden Erschöpfung des Schwimmers beigetragen haben könnten.

Crippen war zwei Stunden nach Ende des Rennens am 23. Oktober 2010 von Rettungstauchern leblos im Wasser treibend an der letzten Boje gefunden worden.

Rekord-Weltmeister Thomas Lurz fordert Änderungen

Aus medizinischer Sicht sei laut der Expertengruppe "unkontrolliertes Belastungsasthma unter ungünstigen äußeren Wettkampfbedingungen" ein möglicher Auslöser für die Bewusstlosigkeit von Crippen gewesen, der zum Tod durch Ertrinken führte. Auch eine Herzerkrankung, die bei der Obduktion nicht festgestellt wurde, sei "nicht mit aller Wahrscheinlichkeit auszuschließen".

Nach der Tragödie hatte sich Rekord-Weltmeister Thomas Lurz (Würzburg) für schnelle Regeländerungen ausgesprochen. "Es muss beim Freiwasserschwimmen eine Obergrenze für die Wassertemperatur geben", sagte Lurz: "Einen Marathon läuft man ja auch nicht um die Mittagszeit."

Das Wasser in Fudschaira sei mit über 30 Grad Celcius extrem warm gewesen: "Viele Schwimmer hatten damit ein ernsthaftes Problem, einige klagten anschließend über Schwindel und Wahrnehmungsstörungen."

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