Samstag, 26.06.2010

Tour de France, Dreamteam-Voting

Wer ist der beste Allrounder?

Am 3. Juli startet die 97. Tour de France. Währenddessen können Sie Ihr Dreamteam des Radsports wählen. Wir stellen Ihnen aus jeder Rubrik (Allrounder, Bergspezialisten, Sprinter, Zeitfahrer, Edelhelfer) die Top 6 vor. Die Auswahl haben wir aufgrund der Leistungen bei der Frankreich-Rundfahrt getroffen. Nach dem abschließenden Voting präsentieren wir Ihnen das Dreamteam. Wählen Sie jetzt in der rechten Spalte die erste Position - den Allrounder.

Lance Armstrong gewann siebenmal die Tour de France
© Getty
Lance Armstrong gewann siebenmal die Tour de France

1. Lance Armstrong (USA)

(geboren am 18. September 1971 in Plano)

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Siebenmal gewann Lance Armstrong die Tour de France. Siebenmal! Eine Wahnsinnsleistung, wenn man bedenkt, dass in der 107-jährigen Geschichte der Tour de France es lediglich vier Radfahrer geschafft haben, das schwerste Radrennen der Welt fünfmal zu gewinnen. Armstrong überflügelte sie alle - und das nach einer Krebserkrankung, die fast nicht nur seine Karriere, sondern auch sein Leben beendet hätte.

Aber er kämpft sich zurück und gewinnt siebenmal - am Stück. Danach tritt er zurück, revidiert seine Entscheidung aber 2009 und bestreitet erneut die Tour. Obwohl viele mit einem Sieg rechnen, landet Armstrong "nur" auf dem dritten Platz. Insgesamt heimst er bei der Tour 22 Etappensiege ein, den ersten davon schon 1993 bei seiner ersten Teilnahme.

Neben der Tour gewinnt Armstrong unter anderem die WM im Straßenrennen (1993), Fleche Wallone (1996), das Einzelzeitfahren beim Grand Prix des Nations (2000), die Tour de Suisse (2001), Dauphine Libere (2002-03) und holt 2000 die olympische Bronzemedaille beim Einzelzeitfahren.

2. Jacques Anquetil (FRA)

(geboren am 8. Januar 1934 in Mont-Saint-Aignan, gestorben am 18. November 1987 in Rouen)

Jacques Anquetil
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Im Alter von 23 Jahren nimmt Jacques Anquetil zum ersten Mal an der Tour de France teil und gewinnt sie auf Anhieb. Nicht weniger als 15 Minuten Vorsprung hat er vor dem Zweitplatzierten.

Doch in den folgenden drei Jahren kann Anquetil nicht an seinen Erfolg anknüpfen. Erst 1961 gewinnt der Franzose erneut die Große Schleife. Das ist sein endgültiger Durchbruch. Bis 1964 kann ihm bei der Frankreich-Rundfahrt keiner das Wasser reichen.

Sein Zeitfahrtalent bringt ihm den Spitznamen "Monsieur Chrono" ein. Neunmal gewinnt er das Zeitfahren GP des Nations (1953-58, 1961, 1965-66), der damals wichtigste Wettkampf gegen die Uhr. Außerdem bricht Anquetil 1956 den Stundenweltrekord von Fausto Coppi. Doch auch in den Bergen hat der Franzose kein Problem: Zweimal gewinnt er die "Vier Tage von Dünkirchen".

Neben der Tour erringt er auch Siege bei den anderen beiden großen Rundfahrten: 1960 und 1964 steht er beim Giro ganz oben, 1963 bei der Vuelta. Auch die Klassiker bleiben ihm nicht verwehrt: Maitre Jacques sackt noch Siege bei Lüttich-Bastogne-Lüttich, Bordeaux-Paris und Gent-Wevelgem ein.

3. Eddy Merckx (BEL)

(geboren am 17. Juni 1945 in Meensel-Kiezegem)

Eddy Merckx
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Eddy Merckx - besser bekannt unter seinem Spitznamen: Der Kannibale. Bis heute wird er von den meisten als der größte Radfahrer aller Zeiten angesehen - trotz Lance Armstrong.

Fünfmal gewinnt er die Tour de France, fünfmal den Giro - das gelang bisher keinem anderen. 1973 verbucht er gar bei allen drei großen Rundfahrten einen Sieg.

Der Zeitraum 1969 bis 1975 ging später als die "Ära Merckx" in die Geschichte ein: Insgesamt trägt der Kannibale an 96 Tagen das Gelbe Trikot und holt bei der Tour 34 Etappensiege.

Im Laufe seiner Karriere steht er über 530-mal ganz oben auf dem Podest - egal ob bei Sechstagerennen, großen oder kleinen Rundfahrten, Klassikern, Zeitfahren oder Sprints. Selbst auf der Bahn und beim Querfeldein-Rennen ist er erfolgreich.

Dreimal wird er Weltmeister im Straßenrennen, siebenmal gewinnt er Mailand-Sanremo, fünfmal Lüttich-Bastogne-Lüttich, dreimal Paris-Roubaix und je zweimal die Flandern- und die Lombardei-Rundfahrt. 1972 bricht er in Mexiko den Stundenweltrekord.

4. Bernard Hinault (FRA)

(geboren am 14. November 1954 in Yffiniac)

Bernard Hinault
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Le Blaireau - der Dachs: So wurde der französische Star aufgrund seiner Cleverness auf der Straße genannt. Mit fünf Tour-Siegen reiht er sich ebenfalls in die illustre Runde internationaler Radsportgrößen ein.

Zweimal belegt er zudem Platz zwei: 1984 hinter Laurent Fignon und 1986 hinter Greg LeMond. 28 Etappensiege gelingen ihm in Frankreich, 13 davon beim Zeitfahren - aber nicht nur die Tour hat es ihm angetan: Dreimal kann er den Giro gewinnen, zweimal die Vuelta. Damit verbucht er als einziger Radsportler bei allen drei großen Rundfahrten mehr als einen Sieg.

Doch auch für die Etappenrennen hat er ein Händchen: Er gewinnt die Straßen-WM (1980), Paris-Roubaix (1981), Lüttich-Bastogne-Lüttich (1977, 1980) und die Lombardei Rundfahrt (1984).

5. Miguel Indurain (ESP)

(geboren am 16. Juli 1964 in Villava)

Miguel Indurain
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Seine Karriere fängt alles andere als gut an: 1984 nimmt er bei den Olympischen Spielen teil, fährt das Straßenrennen - und landet unter ferner liefen. Ein Jahr später startet er das erste Mal bei der Tour, verrichtet aber nur Helferdienste für Pedro Delgado. Der gewinnt 1988 die Tour - dank Indurain.

Er selbst aber muss seine Ambitionen zurückstellen. Auch 1990, als er längst besser als sein Teamkapitän ist, muss er ihm den Vortritt lassen. Erst 1991 kann er endlich durchstarten - und gewinnt die Tour als erster Fahrer fünfmal in Folge. Die Ära Indurain ist angebrochen.

Er fährt zwölf Etappensiege in Frankreich ein, vier beim Giro in Italien, den er zweimal gewinnen kann. 1995 holt er sich den WM-Titel auf der Straße, ein Jahr später endlich den Olympiasieg im Einzelzeitfahren, seine wohl größte Stärke.

Doch er gewinnt auch andere Rennen: Paris-Nizza, Katalonien-Rundfahrt, Dauphine Libere. Er fährt in seiner eigenen Liga - doch was macht ihn so stark? Big Mig, wie er genannt wird, hat eine deutlich höhere Lungenkapazität als ein normaler Mensch: Acht statt nur fünf Liter Luft kann er in seine Lungen pumpen.

Die Folge: Die Muskeln werden besser mit Sauerstoff versorgt und können eine größere Leistung bringen - doch ohne seine große mentale Stärke hätte das allein nicht zu seiner völligen Überlegenheit in den 90er-Jahren geführt.

6. Joop Zoetemelk (NED)

(geboren am 3. Dezember 1946 in Rijpwetering)

Joop Zoetemelk
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Er gewann die Tour de France "nur" einmal und wird dennoch als einer der besten Allrounder aufgeführt. Warum? Weil er einer der besten Radprofis der 70er und 80er Jahre war: 16 Mal startet er bei der Tour, erreicht immer das Ziel und wird sage und schreibe sechsmal Zweiter. Er nimmt so oft teil wie kein anderer.

Insgesamt 22 Tage lang fährt er in Gelb und gewinnt zehn Etappen. Seine Form ist überragend - warum er die Tour nicht öfters gewinnt, liegt an der Zeit, in der er sie fährt: Eddy Merckx und Bernard Hinault gewinnen bei fünf seiner sechs zweiten Plätze die Tour - zwei übermächtige Radfahrer sind einfach zuviel für Joop.

Neben der Tour hat Zoetemelk auch ein Faible für die kurzen Etappenrennen und Klassiker: Er gewinnt dreimal Paris-Nizza (1974, 1975, 1979), zweimal Paris-Tours (1977, 1979) und einmal das Amstel Gold Race (1987). In seiner Amateurzeit holt der Niederländer 1968 die Goldmedaille im 100-km-Mannschaftsrennen. Und er hält bis ins "hohe" Alter mit: Mit 38 Jahren gewinnt er noch 1985 die Straßenrad-WM.

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