Montag, 17.09.2012

Norweger neuer Weltmeister

Schachmann holt WM-Bronze im Zeitfahren

Sein "Hirn ist ein bisschen zerstört", die Schaltung war kaputt und dennoch hat Maximilian Schachmann Bronze im Junioren-Zeitfahren der Straßenrad-WM in Valkenburg gewonnen.

Maximilian Schachmann sicherte sich die Bronze-Medaille
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Maximilian Schachmann sicherte sich die Bronze-Medaille

Der 18 Jahre alte Berliner verpasste die Goldmedaille nur um elf Sekunden, wobei ihn ein mechanisches Problem womöglich den Sieg kostete. "Nach dem letzten Anstieg funktionierte meine Schaltung nicht mehr und ich musste auf dem kleinen Kettenblatt weiterfahren", sagte Schachmann.

So wurde der Norweger Oskar Svendsen neuer Weltmeister, Silber holte der sieben Sekunden langsamere Slowene Matej Mohoric. In der U23 verpassten Jasha Sütterlin und Jakob Steigmiller die Medaillen auf den Plätzen acht und 24 deutlich. Den Sieg über die 36 Kilometer sicherte sich der Russe Anton Worobjew vor den Australiern Rohan Dennis und Damien Howson.

Schachmann war mit seiner Bronzemedaille überglücklich, zumal er eine bewegte Zeit hinter sich hat. "Ich bin letztes Jahr bei der Trofeo Karlsberg gestürzt und hatte einen Schädelbruch und eine Hirnblutung", sagte der Zeitfahrspezialist: "Mein Hirn ist ein bisschen zerstört, aber ich habe Abi noch mit 1,3 gemacht."

Zukunft in Talent-Schmiede

Seine Zukunft sieht er nun mehr denn je als Radprofi. Im kommenden Jahr tritt Schachmann für das Thüringer Energie Team in die Pedale. "Sie haben mich schon letztes Jahr angesprochen, als ich im Krankenhaus lag. Es ist die richtige Wahl für mich, denn sie haben Tony Martin, John Degenkolb und Marcel Kittel groß rausgebracht", sagte Schachmann. Nebenbei will er ein Studium beginnen.

In diesem Jahr füllte Schachmann eher die Krankenakte als die Ergebnislisten. Im Juni wurde bei ihm ein Bauchdeckenbruch diagnostiziert, erneut musste er unters Messer. "So richtig krank war ich aber nie", sagte er mit einem Grinsen. Die EM sei er dann mit halber Form gefahren und habe seine Form mit Blick auf die WM aufgebaut. Mit einer Medaille hatte Schachmann allerdings nicht gerechnet.

Zumindest Sütterlin wird im kommenden Jahr sein Teamkollege in Erfurt werden. Trotz der verpassten Medaille war der 19-Jährige mit seiner Leistung zufrieden. "Ich habe von Beginn an meinen Rhythmus gefunden. Ich bin meiner Meinung nach sehr gut gefahren, mehr wäre nicht drin gewesen", sagte Sütterlin.

Das Radsport-Jahr 2012

Tony Martin - die deutsche Radsporthoffnung in Bildern
"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
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Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
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Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
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Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
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Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
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Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
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Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
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