Fuentes-Kunde Valverde gibt Comeback

SID
Mittwoch, 11.01.2012 | 12:15 Uhr
Der 31-jährige Alejandro Valverde war 2008 spanischer Meister
© Getty
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Den Trip um die halbe Welt hat Alejandro Valverde gerne auf sich genommen. Bis nach Australien ist der frühere spanische Weltklasse-Fahrer gereist, um nach gut 19-monatiger Dopingsperre ab Sonntag sein Comeback im Radsport zu geben.

"Ich bin bereit, wieder von vorne anzufangen. Eine neue Ära beginnt. Ich muss nun meinen Rhythmus finden", sagt Valverde, der einst in der Kundenliste von Dopingarzt Eufemiano Fuentes unter dem Codenamen Valv. Piti geführt worden war.

Eine fünf Tage dauernde Rundfahrt wäre für Valverde zu seiner besten Zeit kaum der Rede wert gewesen. Doch diesmal ist alles anders. "Ich habe zwar lange und hart trainiert, doch ich weiß nicht, wie mein Körper reagieren wird", ergänzt der 31-Jährige.

Kein Grund, warum er nicht geachtet werden sollte

Weniger Gedanken macht er sich darüber, wie er von den Radsport-Fans aufgenommen wird. Er habe alles eingehalten, was von ihm verlangt worden sei. Er sei vor der Sperre von Fans und Mitstreitern geachtet worden. Es gebe keinen Grund, warum dies nicht weiterhin so sein sollte.

Ohnehin ist sich Valverde keiner Schuld bewusst. "Ich bleibe dabei. Ich bin unschuldig und werde es auch bleiben. Sie haben mir zwei Jahre genommen. Die Sperre kam zu einem Zeitpunkt, als ich in herausragender Form war", ergänzte Valverde.

"Mein großes Ziel ist die Tour de France"

Seine alte Form will er schnell wieder erreichen. "Mein großes Ziel ist die Tour de France", betont Valverde, der in Frankreich bereits die Plätze sechs und acht im Gesamtklassement erzielt hat. Auf dem Weg zur Tourform will er aber schon in den Klassikern ein Ausrufezeichen geben.

Sein Team gibt ihm dabei freie Hand. Es war fast schon eine Selbstverständlichkeit, dass der spanische Movistar-Rennstall seinen Kapitän wieder aufnahm. Dass der Allrounder als Sportbetrüger verurteilt worden war, spielte dabei offenbar keine Rolle. Schließlich hatte die große Mehrheit der Fans in Spanien, wo der Anti-Doping-Kampf ohnehin nur halbherzig geführt wird, die Sperre als große Ungerechtigkeit empfunden.

Für 19 Monate hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS den Spanier im Mai 2010 aus dem Verkehr gezogen, ohne dass jemals eine positive Dopingprobe vorgelegen hatte. Der CAS sah es als erwiesen an, dass Valverde in den Fuentes-Skandal verstrickt gewesen war und folgte der Argumentation des Radsport-Weltverbandes UCI und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).

Überführt durch listige Aktion der Italiener

Der spanische Verband hatte zuvor Abstand von einer Sperre genommen, obwohl per DNA-Test bewiesen worden war, dass der im Zuge der Operacion Puerto sichergestellte Blutbeutel mit der Nummer 18 von Valverde stammt. Aufgeflogen war der Mann aus Las Lumbreras im Süden Spaniens erst durch eine listige Aktion des italienischen Olympia-Komitees CONI.

Die Fahnder hatten den Tour-Abstecher nach Italien am 21. Juli 2008 genutzt und Valverde zur Blutabnahme gebeten. Der DNA-Test ergab schließlich eine Übereinstimmung mit den Blutproben aus Spanien. Daraufhin kam es zur grotesken Situation, dass Valverde für Rennen in Italien gesperrt war, andernorts aber weiter fleißig Siege einfahren durfte.

Und die Liste seiner Erfolge ist lang. 53 Profisiege stehen bei ihm zu Buche. Valverde gewann zweimal die ProTour-Gesamtwertung, holte sich den Gesamtsieg bei der Vuelta (2009), siegte bei Klassikern wie Lüttich-Bastogne-Lüttich und fuhr bei der WM dreimal auf das Podium.

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