Mittwoch, 11.01.2012

Nach 19-monatiger Dopingsperre

Fuentes-Kunde Valverde gibt Comeback

Den Trip um die halbe Welt hat Alejandro Valverde gerne auf sich genommen. Bis nach Australien ist der frühere spanische Weltklasse-Fahrer gereist, um nach gut 19-monatiger Dopingsperre ab Sonntag sein Comeback im Radsport zu geben.

Der 31-jährige Alejandro Valverde war 2008 spanischer Meister
© Getty
Der 31-jährige Alejandro Valverde war 2008 spanischer Meister

"Ich bin bereit, wieder von vorne anzufangen. Eine neue Ära beginnt. Ich muss nun meinen Rhythmus finden", sagt Valverde, der einst in der Kundenliste von Dopingarzt Eufemiano Fuentes unter dem Codenamen Valv. Piti geführt worden war.

Eine fünf Tage dauernde Rundfahrt wäre für Valverde zu seiner besten Zeit kaum der Rede wert gewesen. Doch diesmal ist alles anders. "Ich habe zwar lange und hart trainiert, doch ich weiß nicht, wie mein Körper reagieren wird", ergänzt der 31-Jährige.

Kein Grund, warum er nicht geachtet werden sollte

Weniger Gedanken macht er sich darüber, wie er von den Radsport-Fans aufgenommen wird. Er habe alles eingehalten, was von ihm verlangt worden sei. Er sei vor der Sperre von Fans und Mitstreitern geachtet worden. Es gebe keinen Grund, warum dies nicht weiterhin so sein sollte.

Ohnehin ist sich Valverde keiner Schuld bewusst. "Ich bleibe dabei. Ich bin unschuldig und werde es auch bleiben. Sie haben mir zwei Jahre genommen. Die Sperre kam zu einem Zeitpunkt, als ich in herausragender Form war", ergänzte Valverde.

"Mein großes Ziel ist die Tour de France"

Seine alte Form will er schnell wieder erreichen. "Mein großes Ziel ist die Tour de France", betont Valverde, der in Frankreich bereits die Plätze sechs und acht im Gesamtklassement erzielt hat. Auf dem Weg zur Tourform will er aber schon in den Klassikern ein Ausrufezeichen geben.

Sein Team gibt ihm dabei freie Hand. Es war fast schon eine Selbstverständlichkeit, dass der spanische Movistar-Rennstall seinen Kapitän wieder aufnahm. Dass der Allrounder als Sportbetrüger verurteilt worden war, spielte dabei offenbar keine Rolle. Schließlich hatte die große Mehrheit der Fans in Spanien, wo der Anti-Doping-Kampf ohnehin nur halbherzig geführt wird, die Sperre als große Ungerechtigkeit empfunden.

Für 19 Monate hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS den Spanier im Mai 2010 aus dem Verkehr gezogen, ohne dass jemals eine positive Dopingprobe vorgelegen hatte. Der CAS sah es als erwiesen an, dass Valverde in den Fuentes-Skandal verstrickt gewesen war und folgte der Argumentation des Radsport-Weltverbandes UCI und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).

Überführt durch listige Aktion der Italiener

Der spanische Verband hatte zuvor Abstand von einer Sperre genommen, obwohl per DNA-Test bewiesen worden war, dass der im Zuge der Operacion Puerto sichergestellte Blutbeutel mit der Nummer 18 von Valverde stammt. Aufgeflogen war der Mann aus Las Lumbreras im Süden Spaniens erst durch eine listige Aktion des italienischen Olympia-Komitees CONI.

Die Fahnder hatten den Tour-Abstecher nach Italien am 21. Juli 2008 genutzt und Valverde zur Blutabnahme gebeten. Der DNA-Test ergab schließlich eine Übereinstimmung mit den Blutproben aus Spanien. Daraufhin kam es zur grotesken Situation, dass Valverde für Rennen in Italien gesperrt war, andernorts aber weiter fleißig Siege einfahren durfte.

Und die Liste seiner Erfolge ist lang. 53 Profisiege stehen bei ihm zu Buche. Valverde gewann zweimal die ProTour-Gesamtwertung, holte sich den Gesamtsieg bei der Vuelta (2009), siegte bei Klassikern wie Lüttich-Bastogne-Lüttich und fuhr bei der WM dreimal auf das Podium.

Tony Martin - die deutsche Radsporthoffnung in Bildern
"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
© Getty
1/13
"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france.html
Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
© Getty
2/13
Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=2.html
Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
© Getty
3/13
Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=3.html
Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
© Getty
4/13
Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=4.html
Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
© Getty
5/13
Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=5.html
Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
© Getty
6/13
Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=6.html
Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
© Getty
7/13
Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=7.html
Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
© Getty
8/13
Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=8.html
Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
© Getty
9/13
Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=9.html
Während der Tour 2010 blieb immer mal wieder Zeit für einen Plausch mit Landsmännern wie dem Milram-Kapitän Linus Gerdemann (r.)
© Getty
10/13
Während der Tour 2010 blieb immer mal wieder Zeit für einen Plausch mit Landsmännern wie dem Milram-Kapitän Linus Gerdemann (r.)
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=10.html
Mark Cavendish (r.) weiß, bei wem er sich nach seinen Tour-Etappensiegen zu bedanken hat. Denn Martin gehört auch zu den Anfahrern für den Briten mit den schnellen Beinen
© Getty
11/13
Mark Cavendish (r.) weiß, bei wem er sich nach seinen Tour-Etappensiegen zu bedanken hat. Denn Martin gehört auch zu den Anfahrern für den Briten mit den schnellen Beinen
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=11.html
Auch bei der Tour de France 2011 ein starkes Team: Mark Cavendish (l.) sicherte sich durch die Hilfe von Tony Martin das Grüne Trikot
© Getty
12/13
Auch bei der Tour de France 2011 ein starkes Team: Mark Cavendish (l.) sicherte sich durch die Hilfe von Tony Martin das Grüne Trikot
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=12.html
Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
© Getty
13/13
Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
/de/sport/diashows/tour-de-france-2010/tony-martin/tony-martin-columbia-gerdemann-cavendish-rogers-stapleton-tour-de-france,seite=13.html
 


Diskutieren Drucken Startseite
Trend

Wer gewinnt die Tour de France 2016?

Chris Froome
Nairo Quintana
Alberto Contador
Fabio Aru
Richie Porte
Thibaut Pinot
Ein anderer Fahrer

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.