Dritter auf der Königsetappe

Contador baut Giro-Führung aus

SID
Sonntag, 22.05.2011 | 19:01 Uhr
Alberto Contador fährt seinem zweiten Sieg beim Giro entgegen
© Getty
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Alberto Contador fährt weiter seinem zweiten Sieg beim Giro d'Italia entgegen. Der dreimalige Tour-Sieger wurde am Sonntag Dritter auf der Königsetappe in den Dolomiten.

Topfavorit Alberto Contador hat bei der Regenschlacht im Hochgebirge die Muskeln spielen lassen und steht nach der Königsetappe des 94. Giro d'Italia dicht vor seinem zweiten Gesamterfolg.

Mit Platz drei beim Tagessieg seines spanischen Landsmanns Mikel Nieve (Euskaltel) nach 7:27:14 Stunden auf dem 229km langen Kraftakt durch die Dolomiten mit Bergankunft an der Gardeccia-Hüte baute der dreimalige Tour-Champion die Führung in der Gesamtwertung weiter aus und geht mit komfortablen 4:20 Minuten Vorsprung auf den Italiener Michele Scarponi (Lampre) in den zweiten Ruhetag.

Nur ein Sturz kann Contador noch stoppen

"Im Finale hat Alberto gezeigt, dass er der Stärkste von allen ist", sagte Saxo-Bank-Teammanager Philippe Mauduit. Contador führt nun in Gesamt-, Punkte- und Bergwertung. Alle drei Trikots ins Ziel zu bringen gelang bislang nur dem "Kannibalen" Eddy Merckx im Jahr 1968.

Die letzte Giro-Woche ist wie auf Contador zugeschnitten: Zwei weitere Bergankünfte, dazu ein Bergzeitfahren und nur noch am Schlusstag ein nicht allzu anspruchsvoller Kampf gegen die Uhr in Mailand: Nur noch ein Sturz kann Contadors sechsten Triumph bei einer der drei großen Landesrundfahrten stoppen.

Allerdings könnte sich die Zahl der Siege flugs wieder auf fünf reduzieren: Anfang Juni will sich der internationale Sportgerichtshof CAS mit dem umstrittenen Spanier befassen.

Contador war bei der Tour de France 2010 positiv auf das verbotene Anabolikum Clenbuterol getestet, von Spaniens Verband aber freigesprochen worden. Vor dem CAS drohen ihm nun zwei Jahre Sperre und die Aberkennung des Tour-Siegs.

Nibali am vorletzten Berg abgeschüttelt

Den spektakulären Dolomiten-Ritt mit fünf Bergwertungen bestimmte am Sonntag lange Zeit Italiens Altmeister Stefano Garzelli (Acqua e Sapone). Der 37-Jährige, einst Edelhelfer von Marco Pantani und Giro-Sieger des Jahres 2000, fuhr über 100km an der Spitze des Rennens, 60 davon als Solist, und lag zeitweise knapp zehn Minuten vor der Gruppe um Contador.

Auf dem Dach des Giro, dem 2236m hohen Giau-Pass, sicherte sich Garzelli den Italiens Radlegende Fausto Coppi gewidmeten Bergpreis "Cima Coppi". Erst kurz vor dem Schlussanstieg schloss der Baske Nieve wieder zu Garzelli auf und siegte schließlich mit 1:41 Minuten vor dem Italiener.

In der Verfolgergruppe schüttelte Contador mit einem Antritt am vorletzten Berg den bislang ärgsten Rivalen Vincenzo Nibali (Liquigas) ab. Der Sizilianer verlor letztlich fast zwei Minuten auf Contador und damit Platz zwei in der Gesamtwertung.

Auf dem Weg zum Ziel im Rosengarten-Massiv trat der Spanier im strömenden Regen erneut an, diesmal konnte kein Kontrahent folgen. Bis auf zehn Sekunden kam Contador noch an Garzelli heran.

Etappe um 20km verkürzt

Schon am Samstag hatte sich Contador keine Blöße gegeben und mit Platz zwei auf der zweiten Alpenetappe hinter dem spanischen Tagessieger Igor Anton (Euskaltel) seinen Vorsprung auf Nibali und Co. ausgebaut. Im Ziel musste sich Contador allerdings Buhrufe und heftige Beschimpfungen der Zuschauer gefallen lassen, weil er lang an Nibalis Hinterrad geklebt hatte.

Das 14. Teilstück mit Ziel auf dem 1730m Monte Zoncolan war um 20km reduziert worden. Die Verantwortlichen hatten damit auf den Unfalltod des Belgiers Wouter Weylandt auf der dritten Etappe reagiert und die Fahrt über den Col de Crostis aus Sicherheitsgründen gestrichen.

Die Fahrer hatten massive Bedenken geäußert, da die Abfahrt teils über Schotter führen sollte und statt Leitplanken nur Skinetze als Schutz vorgesehen waren.

Giro-Leiter Angelo Zomegnan sorgte im Anschluss für einen Eklat und beschimpfte nach der Crostis-Streichung die sportlichen Leiter der Teams im italienischen Fernsehen als "Feiglinge" und "unfähig". Keine zwei Woche nach der Weylandt-Tragödie löste Zomegnans Ausfall weitgehend Kopfschütteln aus.

Die Gesamtwertung beim Giro d'Italia

 

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