Radsport

Scharping teilt aus!

SID
Montag, 16.03.2009 | 17:31 Uhr
Präsident Rudolf Scharping attackiert seine Widersacher heftig
© Getty
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Rudolf Scharping rührt fünf Tage vor seiner angestrebten Wiederwahl als Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) nicht nur kräftig die Wahlkampftrommel, sondern hat die Opposition auch massiv kritisiert.

"Hinter dieser Art der Winkelei und auch des Schmutzes verschwindet das Wesentliche und Sachliche leider im Hintergrund", sagte Scharping am Montag in Frankfurt/Main.

Der frühere Verteidigungsminister tritt am Samstag auf der Bundeshauptversammlung des BDR in Leipzig gegen den ehemaligen Bahn-Nationalfahrer Dieter Berkmann an.

Scharping plädierte noch einmal für seine Wiederwahl

Der Orthopäde aus Miesbach führt eine Opposition an, die Scharping unter anderem das Wegbrechen der Sponsorengelder wegen einer zu laschen Anti-Doping-Politik sowie das Festhalten am umstrittenen Sportdirektor Burckhard Bremer ankreidet.

Scharping plädierte noch einmal für seine Wiederwahl: "Die Mitglieder müssen entscheiden: Wer führt den BDR frei von Klüngel und eigenen Interessen? Wer führt den BDR so, dass die Kontakte zu Politik und Wirtschaft gehalten werden können?"

Der Opposition warf er "verbandsschädigendes Verhalten" vor: "Einen Neuanfang für den Radsport sehe ich durch die Strippenzieher, die hinter der Opposition stehen, ohnehin nicht."

"Aussagen, wonach ich keine klare Haltung gegen Doping hätte, sind perfide"

Zugleich wehrte sich Scharping gegen Kritik. "Aussagen, wonach ich keine klare Haltung gegen Doping hätte, sind perfide", sagte Scharping. So sei die Nominierung von Erik Zabel für die WM 2007 trotz dessen Doping-Geständnisses ein Beschluss des gesamten Präsidiums mit vier zu zwei Stimmen gewesen.

Der frühere Bundestrainer Peter Weibel sowie Verbandsarzt Georg Huber wurden nach Dopingvorwürfen aus ihren Positionen entfernt, Anschuldigungen gegen Vizepräsident Udo Sprenger hätten sich als falsch erwiesen. Auch im Fall Bremer bezog Scharping klar Stellung: "Ich hoffe, dass der BDR den Weg geht, dass Verträge eingehalten werden. Erfolgslosigkeit kann man ihm nicht nachsagen."

Dem in die Kritik geratenen Bremer will Scharping künftig einen Aufpasser zur Seite stellen - der Ex-Politiker folgt damit einem Vorschlag der Opposition.

Ein stimmberechtigter Vizepräsident soll künftig mit Bremer den Leistungssport koordinieren, Unterstützung soll das Duo von den Cheftrainern erhalten.

Wirtschaftlich habe Scharping in den vergangenen beiden Jahren seine Kontakte genutzt, um für den BDR neue Partner zu gewinnen: "Das waren 1,7 Millionen Euro bis Ende 2008. Davon ist leider vieles unter dem Druck der Dopingdebatten wieder weggebrochen."

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