NASCAR-Rennen in Chicagoland

Dritter Frühling des Renn-Opas

Von © Motorsport-Total.com
Mittwoch, 15.07.2009 | 15:14 Uhr
Mark Martin gewann das Rennen in Chicagoland im Endspurt
© Getty
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Eigentlich war der Tisch für ein spannendes Final-Shootout gedeckt: Nachdem sich Kyle Busch mit geplatztem Motor sechs Runden vor Schluss kreiselnd aus dem Feld verabschieden musste, wurde das Rennen unter Gelb neutralisiert. Bei drei noch zu fahrenden Umläufen wurde das Lifelock 400 wieder freigegeben und Mark Martin (Hendrick-Chevrolet) lag in Front, gefolgt von Teamkollege Jeff Gordon.

Der Rennoldie passte den exakt richtigen Zeitpunkt für Vollgas genau ab und konnte seine Führung nach dem Double-File-Restart souverän verteidigen. Gordon fiel stattdessen zurück und musste sich im Finale noch seiner Haut gegen einen starken Kasey Kahne (RPM-Dodge) erwehren, den er aber noch bezwang. So siegte Martin vor seinem Teamkollegen und sorgte so für einen Hendrick-Doppelerfolg. Dritter wurde Kasey Kahne vor Tabellenleader Tony Stewart (SHR-Chevrolet).

Der nun vierfache Saisonsieger ist bei Hendrick nach einem harschen Saisonstart regelrecht aufgeblüht und scheint seine vielleicht letzte Chance auf die Meisterschaft zu 100 Prozent zu nutzen. Wer hätte gedacht, dass sich in dem Hendrick-Superstar-Ensemble ausgerechnet der 50-jährige Sympathieträger als Dauersieger profilieren würde? Zur Erinnerung: Noch 2008 ist das Team Nummer fünf mit Casey Mears auf keinen grünen Zweig gekommen.

Beinharte Fights an der Spitze

Kurz vor dem Finale wurde erbittert um die Führung gestritten. Verbissen duellierten sich Martin, Polesetter Brian Vickers (Red-Bull-Toyota), Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet), Jeff Gordon und Kurt Busch (Penske-Dodge), wobei es einige Male zum Lackaustausch zwischen den PS-Cowboys kam. Speziell der dreifache Champion Johnson hatte großes Glück, nach einem Rempler mit Kurt Busch im Eifer des Gefechts nicht in hohen Bogen von der Piste geflogen zu sein.

Dergleichen konnte Paul Menard (Yates-Ford) nicht von sich behaupten. Der Yates-Pilot lag im Clinch mit Dale Earnhardt Jr. und schlitzte sich bei der Gelegenheit die Reifen auf, als sich der NASCAR-Superstar an ihm vorbeipresste. Die Folge war ein wilder Abflug, der noch wildere Ausweichmanöver der Nachfolger nach sich zog. Dieses Szenario forderte einige Opfer.

Jeff Burtons Wagen (Childress-Chevrolet) war nach diesem Tohuwabohu ebenso schrottreif wie der von Scott Speed (Red-Bull-Toyota). Menard war natürlich nicht der einzige Abflug des Rennens: Auch Sam Hornish Jr. (Penske-Dodge) durfte seinen demolierten Dodge-Charger nach Feindberührung mit Joey Logano (Gibbs-Toyota) abstellen.

Montoya will es wissen

Bei Ganassi kann man die Augen bereits getrost in Richtung Playoffs richten, denn Juan Pablo Montoya (EGR-Chevrolet) scheint es tatsächlich ernst zu meinen mit dem Chase. Der für seine Impulsivität bekannte Kolumbianer fährt derzeit die wohl konstanteste Saison seines Lebens und schaffte es auch in Chicagoland, sich aus allem Ärger rauszuhalten, weitgehend zumindest.

In Runde 246 duellierte sich der Kolumbianer mit David Reutimann (Waltrip-Toyota), welcher nach einer kurzen Berührung mit dem Ganassi-Boliden etwas Lack und Geschwindigkeit an der Wand abstreifen musste. All das zog eine Caution nach sich. Ansonsten gab es bei Montoya wenig Aufregendes zu vermelden.

Ein starker zehnter Platz und eine weitere Zementierung seiner Position innerhalb der Top 12 der Meisterschaftswertung waren der Lohn für den ehemaligen Formel-1-Star. Um aber auch im Titelkampf der Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen, muss das Earnhardt-Ganassi-Paket vor allem eine Vorraussetzung erfüllen: Siegfähigkeit. Diese geht der Truppe um die Nummer 42 noch ab.

Große Probleme bei Roush-Ford

Davon ist allerdings derzeit auch die Ford-Flotte betroffen: Chicagoland war für die Marke mit dem blauen Oval eine einzige Pleite. Seit dem starken Saisonauftakt geht für Jack Roush und seine Mannen nichts mehr zusammen.

Bester Ford-Fahrer war der Dauersieger von 2008 auf Rang 14, Carl Edwards (Roush-Ford). Die restlichen Ford-Fusions muss man im Endklassement erst ab Platz 20 suchen. Was für ein Unterschied zu Vorjahr!

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