Leichtathletik

Ben Johnsons Trainer Francis gestorben

SID
Donnerstag, 13.05.2010 | 12:26 Uhr
Charlie Francis wurde nur 61 Jahre alt
© Getty
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Charlie Francis, Coach des ehemaligen 100-m-Weltrekordhalters Ben Johnson, hat am Mittwoch in Toronto den Kampf gegen den Lymphknotenkrebs verloren.

Nach langem Kampf gegen den Krebs ist am Mittwoch Charlie Francis, der Trainer des ehemaligen 100-m-Weltrekordlers Ben Johnson, in einem Krankenhaus in seiner Geburtsstadt Toronto gestorben. Der Kanadier wurde nur 61 Jahre alt. Vor fünf Jahren war bei Francis Lymphknotenkrebs festgestellt worden. Dies gab seine Familie bekannt. Charlie Francis hinterlässt seine Ehefrau Angie und seinen elf Jahre alten Sohn James.

Charlie Francis galt in der Leichtathletik als einer der größten Experten im Sprintbereich, war allerdings mehr als umstritten. Der Olympia-Teilnehmer von München 1972 (100m) war am größten Skandal der olympischen Geschichte unmittelbar beteiligt.

Es war am 27. September 1988, als sein Schützling Ben Johnson beim Dopingtest aufflog und sein drei Tage zuvor im Jahrhundertduell gegen Carl Lewis (USA) gewonnenes 100-m-Gold von Seoul sowie den Weltrekord (9,79) wieder verlor.

Francis soll Johnson zum Doping überredet haben

Francis gestand später, er habe den Jamaikaner Ben Johnson dazu überredet, das anabole Steroid Stanozolol zur Leistungssteigerung anzuwenden. Francis wurde daraufhin vom kanadischen Leichtathletik-Verband ausgeschlossen. Das Ende seiner Trainer-Tätigkeit bedeutete dies allerdings nicht. Er coachte auch kurzzeitig das US-Sprint-Traumpaar Marion Jones und Tim Montgomery, die beide später auch in Dopingpraktiken verwickelt waren.

Jones hatte ihre bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewonnenen Medaillen für Siege über 100, 200 und 4x400m sowie dritte Plätze im Weitsprung und mit der 4x100m-Staffel wegen ihrer Verwicklung in die Doping-Praktiken des kalifornischen Balco-Labors an das IOC zurückgegeben.

Wegen einer Falschaussage unter Eid saß sie eine sechsmonatige Haftstrafe ab. Montgomery gestand, bei den Spielen 2000 in Sydney Testosteron und Wachstumshormone eingenommen zu haben. Der 35-Jährige sitzt derzeit eine 46-monatige Haftstrafe wegen Geldwäsche und Scheckbetrugs ab, anschließend folgt eine fünfjährige Gefängnisstrafe wegen Heroinhandels.

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