Euroleague, Top 16: Roundup

Blowout-Sieg für Barca und Pleiß

Von SPOX
Freitag, 30.01.2015 | 23:17 Uhr
Tibor Pleiß gewann mit dem FC Barcelona deutlich gegen Zalgiris Kaunas
© getty
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Der FC Barcelona überrennt Zalgiris Kaunas im ersten Viertel und gewinnt deutlich. Fenerbahce gelingt der einzige Auswärtssieg des Spieltags. Felipe Reyes trägt sich in die Geschichtsbücher der Euroleague ein, verliert mit Real Madrid jedoch die Final-Neuauflage gegen Maccabi Tel Aviv. ZSKA Moskau benötigt die Verlängerung zum Sieg gegen Nizhny Novgorod. Laboral Kutxa überrennt Milan. Anadolu stellt Vassilis Spanoulis und Olympiakos kalt.

Gruppe E

Maccabi Electra Tel Aviv - Real Madrid 90:86 (BOXSCORE)

Es hätte der Abend des Felipe Reyes werden können. 11 Rebounds hatte Reals Legende am Ende des Spiels gesammelt und sich damit die Krone aufgesetzt. Die Krone des besten Rebounders der Euroleague-Geschichte. Eine Krone, die zuvor den Kopf von Mirsad Turkcan geziert hatte. Alles gut also im Hause Reyes? Nicht ganz.

Doch der Reihe nach: Gewöhnlich wäre das Spiel auch ohne Reyes' Rekord-Abend nicht gewesen. Die Partie Maccabi-Real hatte es vor gut einem halben Jahr schon einmal geben. Im Finale. Und dort hatten die Israelis den haushohen Favoriten zunächst in die Verlängerung ge- und dort schlussendlich bezwungen. Ein wenig sann Real deshalb sicherlich auf Rache.

Jedenfalls begannen die Madrilenen, als hätten sie etwas geradezurücken. 20 Punkte hatten sie bereits nach 5 Minuten erzielt, dabei Dreier um Dreier versenkt. Dass Real angesichts eines derartigen Scoringausbruchs noch nicht davongezogen war, lag jedoch an Sofoklis Schortsanitis. Der Grieche nutzte in den ersten Minuten seine gesamte Masse, traf seine ersten vier Würfe und war für 10 der ersten 12 Maccabi-Punkte verantwortlich.

Dennoch hielt Real seinen Vorsprung - bis die Offense in der zweiten Hälfte plötzlich ins Stocken geriet. Mit einem Mal fiel der Dreier nicht mehr (25 Prozent 3FG am Ende), und schon waren die Gäste einer gefährlichen Waffe beraubt. So kam Maccabi langsam heran, bis man die Iberer kurz vor dem Ende schlussendlich ein- und ganz am Ende überholt hatte. Nichts wurde aus der Revanche. Nichts aus der triumphalen Nacht des Felipe Reyes. Und das, obwohl der Big Man auch noch Topscorer der Partie war (20 Punkte). Auf der anderen Seite scorten jedoch gleich fünf Israelis zweistellig, Marquez Haynes und Big Sofo (je 17 Zähler) am fleißigsten.

Crvena Zvezda Telekom Belgrad - Alba Berlin 86:69 (BOXSCORE)

analyse Alba chancenlos in Belgrads kleiner Hölle

FC Barcelona - Zalgiris Kaunas 89:87 (BOXSCORE)

Zwei Niederlagen hatte der FC Barcelona während der Top 16 bereits hinnehmen müssen. In vier Spielen. Deshalb müssen die Katalanen am Ende zwar nicht zwingend um den Playoff-Einzug zittern, eine negative Bilanz wollte man sich dann aber wohl doch nicht antun. Jedenfalls begann Barca, als habe es etwas gutzumachen. Zalgiris wurde überrannt.

Mit 16 Punkten Führung gingen die Katalanen in die erste Viertelpause und hatten das Spiel damit im Grunde bereits entschieden. Nicht, weil es grundsätzlich unmöglich wäre, einen solchen Rückstand aufzuholen, Barca war einfach besser - und Kaunas kam nicht heran. Nur zwei Punkte hatte Zalgiris bis zum Schlussviertel abgeknabbert.

Schuld daran war unter anderem die für litauische Teams beinahe skandalöse Schwäche beim Dreier (22 Prozent 3FG), gepaart mit Barcas bissiger Defense (7 Steals) und Sicherheit am Brett (56 Prozent 2FG). Trotz des deutlichen Spielstandes erhielt Tibor Pleiß lediglich knapp 8 Minuten Spielzeit, wirkte dabei nicht immer glücklich.

Mal hatte er Pech beim Layup, mal fehlte beim Lobanspiel von Bostjan Nachbar die Abstimmung. Am Ende stand Pleiß bei 4 Punkten (1/3 FG) und 3 Rebounds, spielte aber immerhin etwas mehr als Maciej Lampe (7,5 Minuten). Topscorer der Partie war Arturas Gaudatis (17 Punkte), Ante Tomic kam für Barca auf 16 Zähler sowie 9 Rebounds.

Panathinaikos Athen - Galatasaray Liv Hospital 86:77 (BOXSCORE)

Es war nicht die Woche der Auswärtsteams. Häufig unterlag der Gast deutlich, so auch Gala. Nach Albas Niederlage in Belgrad hätten die Türken eigentlich wieder einen Sieg zwischen sich und die Berliner bringen können. Da Pana aber nun mal äußerst unangenehm zu spielen ist, steht Gala wie Alba nun bei zwei Siegen und drei Niederlagen.

Und im Grunde durften die Gäste auch nur bis kurz nach dem Tipoff vom dritten Top-16-Sieg träumen. Nach 1,5 Minuten traf Dimitris Diamantidis dann den Dreier zum 3:0 und gab die Richtung vor. Es war selbstverständlich die erste Führung der Griechen - die gaben sie dann allerdings auch nicht mehr her. Dank starker Quoten (56 Prozent FG, 48 Prozent 3FG) und gutem Teambasketball (24 Assists) ließ Pana Gala keine Chance und ging mit 19 Punkten Führung ins Schlussviertel

Dort versuchten die Türken noch einmal, doch noch irgendwie das Comeback zustande zu bekommen. Allein, es wollte nicht gelingen. Topscorer war am Ende dennoch Galas Vladimir Micov (16 Punkte). Diamantidis legte 14 Zähler auf.

Gruppe F

ZSKA Moskau - Nizhny Novgorod 103:95 OT (BOXSCORE)

14 Spiele hatte ZSKA vor der Partie gegen Novgorod in dieser Euroleague-Saison absolviert. Verloren wurde davon nicht ein einziges. Die Russen scheinen sich relativ fest vorgenommen zu haben, auch diesmal das Final Four zu erreichen, es im Vergleich zu den vergangenen Jahren aber auch endlich mal zu gewinnen. Und da Novgorod mit dem Duell der vier besten Teams Europas nun mal nichts zu tun haben dürfte, hätte das Spiel in Moskau eigentlich auch eine halbwegs klare Angelegenheit werden sollen - trotz Nizhnys bislang starken Leistungen.

War es allerdings nicht. Die Gästen hielten sehr gut mit, ließen den Favoriten nie wirklich enteilen. Nizhny arbeitete gut am Brett (43:43), traf sicher von innerhalb des Perimeter (56 Prozent 2FG) und ging so mit lediglich 7 Punkten Rückstand ins Schlussviertel. Wirklich nah kam Novgorod Moskau dort jedoch lange nicht. Hofften die Gäste doch einmal, gab ZSKA prompt die passende Antwort.

So beispielsweise, als Andrej Vorontsevich auf Taylor Rochesties sehenswerten Jumper über Vitali Fridzon inklusive Bonusfreiwurf umgehend den Dreier folgen ließ. Ähnliches galt für Milos Teodosic, der speziell von draußen starke Quoten auflegte (5/10 3FG). Irgendwie hatte der Serbe aber einen sonderbaren Abend erwischt. Erst im Schlussviertel verwandelte Teodosic seinen ersten Wurf von diesseits des Perimeter, hatte zuvor allerdings bereits vier Mal von Downtown getroffen.

Allerdings leistete sich der Playmaker auch 5 Turnover. Eines davon begünstigte Tarence Kinseys Zirkuswurf, der Nizhnys Rückstand plötzlich auf 3 Punkte zusammenschmelzen ließ. Mit einem Mal waren die Gäste dran - und blieben es bis zum Schluss. Sie blieben sogar so nah dran, dass der sonst so sichere Nando de Colo 15 Sekunden vor dem Ende nur einen von zwei Freiwürfen traf.

Der Krimi war perfekt. Denn nachdem Rochestie von der Linie eiskalt geblieben war, traf auch Teodosiv lediglich einen Freebie, Rochestie im Anschluss zwei - und da Sasha Kaun einen schönen Spielzug der Moskowiter nicht krönte, ging es in die Verlängerung. Dort entschied Aaron Jacksons Steal das Spiel. Vorontsevich traf den Fast-Break Layup, Moskau gewann. Topscorer war am Ende Teodosic (25 Punkte, 5 Assists).

Laboral Kutxa Vitoria - EA7 Emporio Armani Milan 102:93 (BOXSCORE)

Es läuft einfach nicht für Milan in den Top 16. Erst ein Spiel hatten die Italiener vor der Partie in Vitoria gewonnen - und mussten sich dann auch relativ schnell damit abfinden, dass diesmal wohl kein zweiter Sieg dazukommen würde. Denn Laboral machte früh klar, wohin die Reise gehen würde. Angeführt von David Bertans, der allein in den ersten 5 Minuten 16 Punkte auflegte, überrannten die Basken Milan förmlich. Aus einem 10:0-Run direkt zu Beginn wurde bis Viertelende ein überdeutliches 34:18.

Die Gastgeber verfehlten bis zur Halbzeit lediglich 9 ihrer 31 Würfe und hatten die Führung nach den ersten 20 Minuten so auf 19 Punkte ausgebaut. Nun hätte sich Laboral ob dieser unglaublichen ersten Hälfte ein wenig zurücklehnen, die Gäste vielleicht sogar ein wenig am Comeback schnuppern lassen - im Basketball kann es schließlich schnell gehen -, doch genau das taten sie nicht.

Erst die Garbage Time brachte ein wenig Erleichterung für Milan. Zuvor waren die Italiener im Schlussviertel allerdings bereits mit 29 Punkten zurückgelegen. Dabei brachte es Samardo Samuels immerhin auf 18 Punkte und 8 Rebounds, Alessandro Gentile auf 15 Zähler und Linas Kleiza auf 14 Punkte sowie 8 Boards. Gegen Laborals unglaubliches Shooting war all das jedoch nicht genug. Topscorer der Partie war am Ende Bertans, der für seine 19 Zähler lediglich 16 Minuten benötigte.

Anadolu Efes - Olympiakos Piräus 84:70 (BOXSCORE)

In den Top 16 ungeschlagen war Olympiakos nach Istanbul gereist. Offenbar hatte sich Anadolu jedoch fest vorgenommen, der Bilanz des Champs von 2012 und 2013 den ersten Makel zu verpassen. Und was macht ein Team, das ein Spiel unbedingt gewinnen möchte? Richtig, es verteidigt. Und wie Anadolu verteidigte.

Im dritten Viertel gestatteten die Türken Olympiakos lediglich 12 mickrige Punkte und hatten zudem offensichtlich ein probates Mittel gegen Vassilis Spanoulis gefunden. Der lässt sich eigentlich nur ungern stoppen, war diesmal jedoch überhaupt kein Faktor. Mit lediglich 2 Punkten musste sich Spanoulis begnügen und reihte sich damit bestens in ein allgemein schwächelndes Team ein.

Lediglich 39 Prozent aller griechischen Würfe fanden am Ende auch ihr Ziel. Zu wenig für Sieg Nummer fünf, genug für Andolus dritten Erfolg. Topscorer der Partie war Dontaye Draper (14 Punkte), der dazu seine 4 Versuche von jenseits der Dreierlinie allesamt versenkte. Othello Hunter kam für Piräus auf 12 Punkte sowie 8 Rebounds.

Unicaja Malaga - Fenerbahce Ülker 60:68 (BOXSCORE)

Da war er dann doch, der einzige Auswärtssieg des fünften Spieltags. Gut, Fener war trotz der Aufgabe in fremder Halle sicherlich nicht als Außenseiter nach Malaga gereist, problemlos verlief das Spiel für die Türken dennoch nicht. Zur Halbzeit lagen sie sogar knapp zurück.

Es folgte jedoch ein herausragendes drittes Viertel, in dem Fenerbahce das weiterführte, was es bereits im zweiten begonnen hatte. Der Favorit spielte Defense. Herausragende Defense. Hatte man Unicaja während der zweiten zehn Minuten schon nur 11 Punkte gestattet, so waren es im dritten Abschnitt nur noch 10.

Anders als zuvor hielt diesmal jedoch auch die Offense mit. So erspielte sich Fener einen 9-Punkte-Vorsprung, der rund eine Minute vor dem Ende allerdings noch einmal in Gefahr geriet, als Jayson Granger Malagas Rückstand von Downtown auf 60:63 zusammenschmelzen ließ. Es folgte der übliche Mix aus Foul und Freiwurf, der gerade Bogdan Bogdanovic jedoch völlig kalt ließ. Der Serbe verwandelte vier Freiwürfe am Stück und sicherte Fener damit den dritte Top-16-Sieg. Topscorer der Partie war dank herausragender Quoten (8/10 FG) Jan Vesely mit 17 Punkten.

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