Euroleague, 4. Spieltag: Turow Zgorzelec - Bayern München 89:78

FCB versagt in Paradedisziplin

Von Max Marbeiter
Donnerstag, 06.11.2014 | 20:49 Uhr
Vladimir Stimac (M.) und der FC Bayern verloren überraschend bei Turow Zgorcelec
© getty
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Der FC Bayern München kassiert bei Turow Zgorcelec eine etwas überraschende 78:89-Niederlage. Der FCB tat sich mit dem schnellen Spiel des polnischen Meisters merklich schwer und verlor das Rebound-Duell dazu deutlich.

Nach der Niederlage gegen Milan standen die Bayern zumindest ein wenig unter Druck. Ein Sieg beim polnischen Meister war nicht zwingend notwendig, hätte mit Blick auf eine mögliche Qualifikation für das Top 16 allerdings auch nicht geschadet. Und der deutsche Meister startete nicht schlecht, bestimmte das Anfangsviertel. Mit Beginn des zweiten Abschnitts bekamen die Münchner jedoch zusehends Probleme.

Zgorzelec hielt das Tempo wie erwartet hoch und erwischte Bayerns Defense so ein ums andere Mal auf dem falschen Fuß. Dazu dominierte der polnische Meister das Duell unter den Brettern nahezu nach Belieben (24:41). Als mit Beginn des dritten Viertels auch noch der Dreier zu fallen begann, verloren die Bayern mehr und mehr den Anschluss und kassierten am Ende die dritte Niederlage in der laufenden Euroleague-Saison. Topscorer der Partie war Damian Kulig (22 Punkte), Robin Benzing und Dusko Savanovic kamen für den FCB auf 12 Zähler.

Die Reaktionen:

Svetislav Pesic (FC Bayern): "Gratulation an den Trainer und die Mannschaft von Turow, sie haben eine exzellente Partie gezeigt, wie hier schon gegen Fenerbahce. Turow war frisch, motiviert, hat intensiv und physisch gespielt, besonders beim Offensivrebound. Obwohl wir das erste Viertel gewannen, haben wir nie unseren Rhythmus gefunden, besonders in der Verteidigung. Und ohne Defense klappt es auch nicht in der Offensive. Wir waren nicht auf unserem Level."

Dusko Svanovic (FC Bayern): "Das ist eine harte Niederlage, weil wir hier gewinnen wollten und das mit Blick auf die Tabelle und die Vorbereitung auf das Spiel in Berlin eigentlich auch mussten. Wir haben aber leider nicht annähernd unser Niveau erreicht, das ist enttäuschend."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Svetislav Pesic stellt ein wenig um und lässt Heiko Schaffartzik anstelle von Nihad Djedovic starten. Ansonsten bleibt bei den Bayern alles beim Alten: Anton Gavel, Robin Benzing, Dusko Savanovic und John Bryant stehen neben Schaffartzik zum Tipoff auf dem Parkett. Vasilije Micic muss aufgrund eines Infekts passen. Zgorzelec beginnt mit Tony Taylor, Nemanja Jaramaz, Filip Dylewicz, Michal Chylinski und Ivan Zigeranovic.

4.: Gute Defense der Bayern unter dem eigenen Korb. Gavel wird beim Transition-Korbleger jedoch geblockt. Auf der anderen Seite sichert sich Zigeranovic den Offensivrebound und trifft den Layup. Bryants antwort folgt prompt. Dreipunktspiel - 7:6 Bayern!

9.: Djedovic fügt sich gut ein. Gerade noch sichert sich der Bosnier den Steal, nun zieht er zum Korb und trifft den Layup, Wright versenkt im Gegenzug jedoch den Jumper. Noch fällt es den Bayern schwer, Zgorzelec' Offense effektiv zu stoppen. Dennoch: 20:17 Bayern!

13.: Und wieder Djedovic! Diesmal sitzt der Dreier. Allerdings schließen die Polen ihren Angriff erneut schnell - und vor allem - erfolgreich ab. Wrigth wird zwar geblockt, stopft aber im zweiten Versuch - 27:23 FCB.

18.: Es bleibt dabei: Die Bayern bekommen Zgorcelec' Offense nicht in den Griff. Jaramaz trifft von ganz weit draußen und Moldoveanu liegt gleich noch einen Treffer von Downtown nach - 37:31 Zgorzelec.

23.: Wichtig! Die Bayern tun sich auch zu Beginn der zweiten Hälfte schwer, doch Gavel trifft den Dreier aus der Ecke. Zgorcelec packt im Gegenzug den Alley-Oop aus und führt wieder mit sechs.

27.: Es werden munter Dreier ausgetauscht. Kulig und Jaramaz treffen für den polnischen Meister von draußen. Djedovic versenkt den Ball ebenfalls von Downtown, legt gleich noch zwei erfolgreiche Freiwürfe obendrauf. Und was macht Schaffartzik? Schaffartzik verwandelt natürlich den Dreier - 61:57 Zgorzelec!

30.: Es ist nicht zu fassen! Zgorzelec trifft mittlerweile scheinbar alles von draußen - speziell Kulig. Der Pole versenkt Sekunden vor der Sirene den nächsten Dreier - 70:59 Zgrozelec.

35.: Binnen weniger Sekunden marschiert Bryant zwei Mal in die Linie, trifft allerdings nur die Hälfte seiner vier Freiwürfe. Damit führt Zgrozelec weiter mit zehn.

39.: Jaramaz versenkt erneut den Dreier und schraubt Zgorzelec' Führung damit wieder auf neun Zähler. Das dürfte es gewesen sein.

Turow Zgorcelec - Bayern München: Hier geht's zum Boxscore

Der Star des Spiels: Damian Kulig war von den Bayern nur schwer zu kontrollieren. Die Kombination aus Masse und und sicherem Wurf stellte den FCB vor nahezu unlösbare Probleme. Kulig legte unglaublich starke Quten auf (5/8 2FG, 4/7 3FG) und war am Ende Topscorer der Partie.

Der Flop des Spiels: John Bryant sammelte schnell zwei Fouls, musste damit früh auf die Bank und beraubte die Bayern damit einer wichtigen Option in der Offense. Ohne seinen Center fehlte es dem FCB merklich an Präsenz unter dem gegnerischen Brett. Dazu wirkte Bryant äußerst zurückhaltend, wenn er auf dem Feld stand.

Das fiel auf:

  • Coach Paesic hatte vor dem Spiel explizit von Zgorzelec' Stärke in Transition gewarnt. Und tatsächlich versuchte der polnische Meister im Grunde nach jedem Rebound, Ballgewinn oder Einwurf, das Tempo hochzuhalten.
  • So sehr sie Pesic auch darauf vorbereitet haben mag, die Bayern hatten doch arge Probleme mit dem schnellen Spiel der Gastgeber. Die Transition-Defense der Münchner funktionierte gerade in der ersten Hälfte nur bedingt. Dazu kam der deutsche Meister mit Zgrozelec' gutem und schnellen Ballmovement nicht allzu gut zurecht. Immer wieder erspielten sich die Polen so offene Würfe.
  • Natürlich hätten die Bayern versuchen können, das Tempo bei eigenem Angriff ein wenig zu drosseln, um den offenen Schlagabtausch zu verhindern. Da man selbst allerdings ebenfalls gern schnellen Basketball praktiziert, hielt auch der FCB das Tempo hoch. Wenigstens zeitweise. Teilweise gingen die Münchner nämlich ins Setplay, taten sie sich dort jedoch merklich schwer. Der Ball wurde nicht gut bewegt, teilweise nur ein, zwei Pässe gespielt, ehe die Einzelaktion gesucht wurde. Auch die Bewegung abseits des Balls stimmte gerade im zweiten Viertel nicht wirklich, die Offense wirkte statisch.
  • Rebounding zählt zu den höchsten Prioritäten von Svetislav Pesic und damit auch zu den absoluten Stärken der Bayern. Entsprechend ärgerlich wird der Coach die Leistungen seines Teams unter den Brettern beobachtet haben. Dort wurden die Münchner gerade in der ersten Hälfte nämlich völlig dominiert. 20 Rebounds hatte sich Zgrozelec in den ersten 20 Minuten gesichert, der FCB lediglich 11. Hinzu kamen 5 Offensivrebounds des polnischen Meisters, die Zgorzelec immer wieder zweite Wurfchancen eröffneten.
  • Nur 27 Prozent ihrer Dreier hatten die Polen in der ersten Hälfte getroffen, warfen aber auch im dritten Viertel munter drauf los. Mit Recht. Denn mit einem Mal schien Zgorzelec von draußen nahezu alles zu treffen und nutzte damit Bayerns Schwächen in der Perimeter-Defense.
  • Die Bayern erspielten sich schlicht zu wenige einfache Punkte. Heißt: Sie punkteten nur selten in Korbnähe, was der kränkelnden Offense merklich zusetzte. Bryant verlor nach seinen schnellen Fouls inklusive längerem Bankaufenthalt seinen Rhythmus, Idbihi spielte wenig und auch Stimac brachte nicht die gewohnte Entlastung von der Bank.

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