Der Freistaat kämpft um den Titel

Von Philipp Scherping
Samstag, 06.06.2015 | 20:40 Uhr
Heiko Schaffartzik und Brad Wannamaker werden in den Finals einige Male aufeinander treffen
© getty
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Nach unterschiedlichen Playoff-Duellen haben sich die Brose Baskets Bamberg und der FC Bayern München ins Finale der Beko BBL gekämpft. Machen die Münchener den Repeat perfekt? Oder holen sich die Bamberger die Krone zurück? SPOX macht den finalen Check.

Brose Baskets Bamberg (1) - FC Bayern Basketball (3)

Saison-Bilanz: 1:3 (Zwei Bayern-Siege im Eurocup)

Ausgangslage: Es bayert wieder in der Bundesliga. Mit den Bambergern und Bayern sind, wie so oft in den letzten Jahren, zwei der drei großen B's ins Finale gestürmt. Besonders die Brose Baskets haben den Einzug ins Finale quasi in der DNA. Sie gewannen vier der letzten fünf Titel und und stehen zum insgesamt zehnten Mal unter den zwei besten Mannschaften des deutschen Basketballs. Der FC Bayern kommt da doch ein wenig jungfräulicher daher. Sie brachen zwar im letzten Jahr die Siegesphalanx der Bamberger, in dem sie den Titel in die Landeshauptstadt holten, werden aber erst ihr zweites Finale spielen.

Wer geht am Sonntag also als Favorit ins Rennen um den Titel? Andrea Trinchieri, Coach der Bamberger, schiebt die Favoritenrolle schon vor dem Duell den Bayern in die Schuhe: "Wir treffen auf den deutschen Meister. Der FC Bayern ist Favorit." So einfach ist es dann aber doch nicht. Denn die Baskets waren, mit einer Bilanz von 29-5, nicht nur das beste Team der Hauptrunde, sondern gaben sich auch in den zwei vorherigen Playoff-Runden keine Blöße.

Gegen Ludwigsburg und Ulm setzten sich Wannamaker und Co. locker und leicht durch. Sechs Spiele. Sechs Siege. Finale. Sie hatten gegen beide Teams auch nur in jeweils einem Spiel Probleme, und zwar in den beiden Auswärtsspielen. Auch da liegt ein Vorteil, denn die Bamberger dürfen dank ihres Records drei von möglichen fünf Spiele in der heimischen Brose-Arena spielen. Nimmt man die lange Pause, die Bamberger hatten eine ganze Woche spielfrei, dazu, dann sprechen einige Dinge gegen die Aussage von Coach Trinchieri und für den Favoritenstatus.

Aber natürlich ist das nur eine Seite der Medaille, denn auch die Bayern haben einiges zu bieten, was für sie spricht. Und zwar sind sie der amtierende Champion. Sie sind die Mannschaft, die es zu schlagen gilt, egal, was bis dato in der Saison oder den Playoffs passiert ist. Außerdem kommen die Spieler von Svetislav Pesic mit unbändigem Selbstvertrauen in die Serie. Hatten sie im Viertelfinale noch relativ wenig Mühe (3:1), so war die Halbfinalserie gegen Alba an Spannung kaum zu überbieten.

In einem fast schon epischen Schlagabtausch in der O2-World besiegten sie die ungemein heimstarken Berliner im alles entscheidenden fünften Spiel nach Verlängerung. Sie kommen mit einem Kräfte freisetzenden Erfolgserlebnis ins Finale und stehen absolut im Saft. Der Spielrhythmus könnte für Schaffartzik und Co. von Vorteil sein. Der in den Playoffs überragende Nihad Djedovic bringt die Vorzeichen auf jeden Fall gut auf den Punkt: "Wie schon gegen Berlin brauchen wir einen Auswärtssieg, um den Titel verteidigen zu können. Aber das ist eine Finalserie - da ist alles möglich."

Key-Stats: Die beste Defensive trifft auf die beste Offensive. Es wird auch das Duell zweier unterschiedlicher Systeme. Während sich die Bamberger eher auf den hinteren Teil des Feldes spezialisiert haben, steht Svetislav Pesic und sein FC Bayern München für potente Offensive. Ein paar Zahlen gefällig?

Die Brose Baskets ließen in der regulären Saison nur 70,3 Punkte im Schnitt, eine gegnerische Wurfquote von 41 Prozent und 13 gegenerische Assists zu. All diese Werte sind gleichbedeutend mit einem Ligabestwert. Und auch in den Playoffs lieferten die Oberfranken eine Defense, die einem die Luft zum Atmen nimmt. In den sechs Spielen kassierten sie nur 75,8 Punkte und ließen 12,3 Assists im Schnitt zu. Besser machte es kein anderes Playoff-Team.

Die Bayern haben das Spielermaterial, um einen anderen Spielstil zu pflegen. Beim FCB wird aus allen Rohren - und oftmals ziemlich erfolgreich - gefeuert. In der Hauptrunde waren sie mit im Schnitt 89,5 Punkten das beste, was die BBL zu bieten hatte. Auch bei den Assists (19,7) thronten sie über dem Rest. Und mit einer Wurfquote von 48 Prozent knackten sie die Top-3. Aufgrund der unangenehmeren Gegner gingen diese Werte in den Playoffs aber ein wenig zurück. Frankfurt und Berlin erlaubten den Bayern nur 82,7 Punkte (4. Platz), eine 47-prozentige Wurfquote (5.) und 14,6 Assists (6.).

Key-Player: Natürlich wird es für die Bamberger in erster Linie darauf ankommen, Brad Wannamaker (16,2 Punkte, 4,2 Assists) ins Rollen zu bringen. Und auch von Trevor Mbakwe, dem einzigen richtigen Center im Kader, wird viel abhängen, da er sich Big John Bryant und Vladimir Stimac gegenüber sieht. Der Schlüssel zum Erfolg wird aber ein anderer sein. Und zwar Janis Strelnieks. Wenn der Lette seine Leistung aus dem zweiten Duell der regulären Saison (30 Punkte, 5/7 3FG) über eine gesamte Serie auf den Platz bringen kann, stehen die Chancen für seine Mannschaft ungleich höher.

Bei den Bayern wird sich einiges auf Anton Gavel konzentrieren, der im letzten Sommer, in einem aufsehenerregenden Wechsel, Bamberg den Rücken kehrte und zum FCB ging. Im ersten Finale tritt er zum dritten Mal in seinem alten Wohnzimmer an und kann sich schon mal auf den einen oder anderen Buhruf seiner ehemaligen Fans einstellen. Die beste Waffe der Münchener ist allerdings Nihad Djedovic. Der Bosnier mit dem deutschen Pass spielt die Postseason seines Lebens und ist der Dreh- und Angelpunkt des bayrischen Offensivmotors. Sein Team wird die durchschnittlichen 17,4 Punkte, die er bei einer Wurfquote von überragenden 53 Prozent auflegt, unbedingt brauchen.

SPOX-Prognose: Wie es sich für ein Finale gehört, ist es ein Duell auf Augenhöhe. Wie so oft wird es auf die Kleinigkeiten ankommen. Aufgrund der Erfahrung von Svetislav Pesic und dem Großteil seiner Mannschaft darf aber davon ausgegangen werden, dass Trinchieri gar nicht so falsch liegt. Die Bayern gehen trotz des fehlenden Heimvorteils als Favorit in die Best of Five-Serie. Diese Rolle werden sie auch bestätigen. München in 5.

Das Finale auf einen Blick

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