Barca für FCB eine Nummer zu groß

Von Max Marbeiter
Donnerstag, 26.09.2013 | 21:49 Uhr
Der FC Bayern verlor den Testspiel-Kracher gegen den FC Barcelona
© imago
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Kurz vor Saisonbeginn hat der FC Barcelona dem FC Bayern seine Grenzen aufgezeigt. Die Katalanen dominierten die Münchner beim 85:78 mit ihrer Routine und Abgeklärtheit. Dennoch gibt es Grund zum Optimismus.

Den ganz großen Härtetest kurz vor Saisonstart hat der FC Bayern verloren. Gegen den FC Barcelona hielten die Münchner mitunter zwar gut mit, mussten sich am Ende aber der Klasse der Katalanen geschlagen geben.

Speziell gegen Marcelinho Huertas (18 Punkte) und Maciej Lampe (19 Punkte) fand der FCB kaum ein Mittel. Topscorer der Gastgeber war Nihad Djedovic mit 14 Punkten. Heiko Schaffartzik kam auf 12 Zähler, John Bryant auf 11.

Bayern-Neuzugang Malcolm Delaney im Interview

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Svetislav Pesic beginnt mit Delaney, Taylor, Djedovic, Troutman und Bryant.

Bei den Katalanen fehlen Navarro und Tomic. Coach Xavi Pascual schickt deshalb Pullen, Oleson, Abrines, Todorovic und Dorsey zum Tipoff aufs Parkett.

3.: Troutman leistet sich vorne erst das Offensivfoul und lässt sich hinten dann auch noch von Todorovic per Spin-Move aus der Balance bringen. Der Forward bringt jedoch noch eine Hand an den Ball - Einwurf Barca. Und was passiert? Pullen trifft den schweren Dreier im Rückwärtsfallen - 9:4 Barca!

10.: Das ist natürlich bitter. Da starten die Katalanen schon eine kleine Serie, und dann lassen die Bayern kurz vor Ende des ersten Viertels auch noch Huertas frei in der Ecke stehen. Der Brasilianer bedankt sich artig - 22:14 Barca!

13.: Das zweite Münchner Dreipunktspiel in Folge. Zunächst gelingt Hamann der And One, dann zieht Benzing stark zum Korb, wird gefoult und trifft auch noch den Bonusfreiwurf - 28:20 Barca!

17.: Bayern kommt! Erneut zieht Djedovic stark in die Zone und schließt am Brett ab. Pullen antwortet jedoch mit dem Floater über Bryant.

20.: Da ist der erste Heiko-Moment! Zwei Meter hinter der Dreierlinie steigt der DBB-Kapitän hoch und trifft. Mit der Halbzeitsirene legt Delaney, ebenfalls von Downtown nach - 43:38 Barca!

25.: Unfassbar! Die Shotclock läuft ab, Huertas muss den Verlegenheitsdreier nehmen - und trifft. Mit Brett! Einen Backdoor-Cut des Brasilianers später ist Barca wieder auf elf davongezogen, doch Djedovic antwortet von draußen.

31.: Staiger genehmigt sich einen Ausflug auf den Parkplatz und trifft den Dreier von ganz weit draußen. Kurz darauf legt auch Bryant von Downtown nach - 67:56 Barca!

36.: HUERTAS! Die Uhr läuft ab und der Brasilianer bekommt einen absoluten Notpass. Doch Huertas springt schon vorher ab und trifft das Ding von draußen. Unfassbar!

Der Star des Spiels: Marcelinho Huertas. Dem Brasilianer beim Basketballspielen zuzusehen kommt einem Genuss gleich. Stand Huertas auf dem Feld, hatte er zu jeder Zeit die Kontrolle über das Spiel der Katalanen. War der Weg frei, zog er in die Zone. Stand ein Mitspieler besser, kam der Pass. War genug Raum für den eigenen Abschluss, nahm er selbigen - und traf. Auch aus unmöglichster Position.

Der Flop des Spiels: John Bryant. Zwar punktete der MVP der abgelaufenen BBL-Saison durchaus ansehnlich (11), im Endeffekt gelang es ihm aber nie, die nötige Präsenz unter den Brettern auszustrahlen. Oft kam er zu spät uns war damit gerade in der Defense zu selten ein Faktor.

Analyse: Barcelona zeigte den Bayern von Beginn an, worauf sie sich auf höchster europäischer Ebene einzustellen haben. Intensive Defense - und das beinahe über das gesamte Feld. Entsprechend schwierig gestaltete sich das Münchner Offensivspiel zu Beginn. Nur selten wurden gute Würfe herausgespielt.

Der Euroleague-Neuling fing sich allerdings nach wenigen Minuten. Die Angriffe liefen strukturierter ab, einzig das High-Pick-and-Roll mit Idbihi oder Bryant klappte nur selten, da die Katalanen am eigenen Brett speziell durch Lampe extreme Präsenz ausstrahlten. Dennoch kam Bayern immer näher, nur um den Gast auf Grund einiger Nachlässigkeiten im Ballvortrag und der Defense wieder herankommen zu lassen. Exemplarisch dafür: Huertas' völlig offener Dreier kurz vor Ende des ersten Viertels.

Nicht zuletzt deshalb forderte Svetislav Pesic sein Team immer wieder auf, Barca beim Aufbau noch mehr unter Druck zu setzen. Das gelang allerdings nur bedingt. Auffällig war zudem, dass Pesic seine Center, ob nun Idbihi und Bryant, zunächst hauptsächlich als Blocksteller am Perimeter verwendete. Auch die neuen Möglichkeiten, ohne echten Point Guard, dafür mit Delaney, Schaffartzik und Djedovic, die die Aufgabe allesamt übernahmen, blitzten immer wieder auf.

Ebenso deutlich wurde allerdings, dass die Münchner noch Zeit benötigen. Gute Phasen wechselten sich immer wieder mit schwächeren ab. Sowohl offensiv als auch defensiv. Im Endeffekt passte die Abstimmung einfach noch nicht zu hundert Prozent. Barca dagegen wirkte wesentlich eingespielter, verteidigte gut und lief auch vorne einige gelungenen Spielzüge. Speziell Lampe bewies immer wieder seine Passfähigkeiten aus dem Pick-and-Roll heraus.

Zwar hielten die Münchner dennoch lange gut mit, am Ende war der FC Barcelona aber doch zu routiniert. Die Katalanen spielten ihre Angriffe speziell mit Huertas als Aufbau unglaublich souverän und effektiv runter und zeigten den Bayern damit fürs Erste ihre Grenzen auf.

Kader des FC Bayern

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