Freitag, 02.07.2010

Voting: Pechvogel im Monat Juni

Schrecken (fast) ohne Ende

Ein Telefonat mit Folgen? Eine hart erarbeitete Wimbledon-Krawatte? Eine Niederlage im längsten Match aller Zeiten? Manchen Menschen ist das Glück einfach nicht vergönnt. Wählt jetzt den Pechvogel des Monats Juni.

Nicolas Mahut verlor gegen John Isner mit 4:6, 6:3, 7:6 (9:7), 6:7 (3:7), 68:70
© Getty
Nicolas Mahut verlor gegen John Isner mit 4:6, 6:3, 7:6 (9:7), 6:7 (3:7), 68:70

Im Sport werden Helden geboren - aber eben auch Pechvögel kreiert. Wie jeden Monat stellen wir Euch unsere Pechvögel in einem Voting vor.

Diesmal: Der Verlierer der unglaublichsten Partie der Tennis-Geschichte, ein Basketballer, dessen Karriere aufgrund eines Missverständnisses einen Riesen-Knacks bekam und ein Yankees-Fan, der es wagte, während des Spiels zu telefonieren.

VotingWer ist Euer Pechvogel? Stimmt im Voting auf der rechten Seite ab!

Also: Wer hatte Eurer Meinung nach das größte Pech oder hat sich am dümmsten angestellt? Die Wahl läuft bis einschließlich kommenden Dienstag. Danach gibt es die Auswertung mit dem Vergleich zum Voting der SPOX-Redaktion.

Kandidat 1: Yankees-Fan

New York Yankees
© Getty

Das hat er nun davon. Ein Yankees-"Fan" "verfolgte" das Spiel seines Teams gegen die Seattle Mariners. So spannend war die Partie offensichtlich nicht, denn der Herr war kaum mehr wegzubekommen von seinem Mobiltelefon.

Bis der Ball in sein Gesicht flog. Empört schaute er auf und hielt sich die schmerzende Nase. Ob er aber danach gleich wieder zum Handy griff und sein Missgeschick jedem mitteilte - oder ob er aus seinen Fehlern lernte und aufmerksam dem Rest der Partie folgte, ist leider nicht bekannt.

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Kandidat 2: Nicolas Mahut

Nicolas Mahut
© Getty

Was war das für ein Match? Dauer: 665 Minuten, davon allein 491 für den außergewöhnlichsten fünften Satz aller Zeiten, der die Partie (6:4, 3:6, 6:7, 7:6 aus Sicht Isners) zwischen John Isner und Nicolas Mahut mit 70:68 (!!!) beendete.

Ein Match, in das sich beide Spieler hineinhingen, als ginge es um ihr Leben. Keiner gab nach - und vor allem: Keiner gab auf. Sehr zur Freude der Zuschauer. Doch einer musste am Ende verlieren - und das war Nicolas Mahut. Über elf Stunden Schinderei - einfach umsonst.

"Es tut sehr weh im Moment. John ist aber ein verdienter Sieger und ein großer Champion. Es ist unglaublich, wie viele Asse er serviert hat", gestand der Franzose und vergrub sein Gesicht in einem Handtuch. 112 Asse servierte Isner, nur neun weniger sein Kontrahent.

Kandidat 3: Mohamed Lahyani

Mohamed Lahyani
© Getty

Okay, die Spieler des gerade genannten außergewöhnlichen Matches gehen in die Geschichtsbücher ein, sie ernten Ruhm und Anerkennung blabla, doch was ist eigentlich mit dem Stuhlrichter dieser Partie?

Schließlich musste auch der das Letzte aus sich herausholen. Geschlagene elf Stunden und fünf Minuten saß der Schwede Mohamed Lahyani nämlich auf diesem Stuhl. Übrigens auch ein Rekord.

Entschieden aber wies er jeden Verdacht, von Müdigkeit überkommen worden zu sein, von sich. "Ich kam gar nicht dazu, mich müde zu fühlen. Wenn jeder Punkt das Match entscheiden kann, denkt man gar nicht daran, zu essen oder die Toilette aufzusuchen."

Und weil er sich so tapfer hielt, gab es am Ende auch für den Referee einen Preis: Er durfte eine Kristallkugel, eine Wimbledon-Krawatte und silberne Manschettenknöpfe mit nach Hause nehmen - obwohl er auch ohne diese Präsente dieses Match wohl nie vergessen wird.

Kandidat 4: Tyler Rahmatulla

UCLA Bruins
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Und hier haben wir den nächsten Baseballspieler, der sich beim Jubeln verletzt. Eigentlich unfassbar, was da immer alles passiert - wir erinnern uns an den Pechvogel Kendry Morales im vergangenen Monat. Der brach sich sein Bein.

Diesmal war es "nur" das Handgelenk - aber es scheint fast, als wäre das anschließende Jubeln wesentlich gefahrvoller als der Sport selbst. Der Unglücksrabe diesmal: Tyler Rahmatulla.

Was war passiert? Die Bruins waren nach Rahmatullas Two-Run-Homerun völlig aus dem Häuschen und stürzten sich auf ihren Retter, der sie vor dem vorzeitigen Playoff-Aus gegen die Cal State Fullerton bewahrte.

Doch Rahmatulla wurde unter seinen Mitspielern begraben und brach sich in dem Gewühl aus Armen und Beinen sein Handgelenk. Jetzt muss er erst einmal aussetzen - und dann sollte es mal Kurse geben, wie man am besten feiert. Oder so.

Kandidat 5: Solomon Alabi

Solomon Alabi
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Basketballer Solomon Alabi: Star seines College-Teams an der Florida State, gehandelt als Top-20-Draft-Kandidat - doch gewählt wurde er erst spät in der zweiten Runde von den Toronto Raptors.

Warum? Weil ein Missverständnis seine Karriere in der NBA einfach mal über den Haufen warf: Alabi hat nämlich den Hepatitis-B-Virus in seinem Körper - aber seine Leistungsfähigkeit ist dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Das aber sickerte vor dem Draft nicht zu den Klubs durch, und so wurde er unter ferner liefen gedraftet.

Ein Spezialist in Clermont bestätigte: "Solomon Alabi wurde positiv auf den Hepatitis-B-Virus getestet. Der Kontakt mit dem Virus ist in der afrikanischen Bevölkerung nichts Ungewöhnliches. Sein Zustand kann leicht behandelt werden und beeinflusst in keinster Weise seine Fähigkeiten als professioneller Basketballspieler. Er kann einer langen und erfolgreichen Karriere entgegenblicken."

Die Raptors sind in dieser Geschichte also möglicherweise die großen Gewinner - doch für Alabi hätte wesentlich mehr herausspringen können.

Kandidat 6: Dustin Johnson

Dustin Johnson
© Getty

Dustin Johnson wird noch nächtelang vom Tour-Event in Pebble Beach geträumt haben. Von einem kleinen weißen Ball, der einfach nicht dahin wollte, wo er hinsollte. Ein böser Ball. Drei Tage nämlich spielte Johnson wie von einem anderen Stern, war auf dem Weg zu seinem ersten großen Triumph.

Doch dann kam Tag vier und damit der Untergang: Triple-Bogey an der 2, Doppel-Bogey an der 3, Bogey an der 4 - nach 7 Löchern lag Johnson 7 über Par für die Runde. An der 4 wurde sein Ball 19 Sekunden nach der 5-Minuten-Marke gefunden, es war ein einziges Drama.

Selbst die TV-Kommentatoren waren so geschockt, dass sie Dustin Johnson einmal zu "Dustin Hoffman" machten. Und Johnson wäre bestimmt am liebsten in einem der Löcher verschwunden.

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Auflösung: Das ist der Pechvogel des Monats Mai

SPOX

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