Boxen

"Wahrscheinlich zu viele Drogen bei Mike Tyson"

Von Ingo Rohrbach
Vitali Klitschko zeigte gegen Chris Arreola die vielleicht beste Leistung seiner Karriere
© Getty

Für Coach Fritz Sdunek war es der beste Vitali Klitschko aller Zeiten. Der Erfolgstrainer spricht bei SPOX über die Kritik von Mike Tyson, einen möglichen nächsten WM-Fight und sein ganz besonderes Verhältnis zu seinem Schützling.

Alle Box-Fans, die am vergangenen Wochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag den Wecker gestellt hatten, um sich Vitali Klitschkos WM-Kampf gegen Chris Arreola anzuschauen, werden es nicht bereut haben.

Klitschko zeigte im Staples Center zu Los Angeles eine beeindruckende Vorstellung und gewann den einseitigen Kampf gegen seinen zuvor ungeschlagenen Herausforderer durch technischen K.o. nach der zehnten Runde. Unglaubliche 301 Schläge fanden ihr Ziel - es war ein kleines Wunder, dass Arreola so lange stehen blieb.

Klitschkos WM-Titel nach WBC-Version war nie in Gefahr. "Ich habe es direkt nach dem Kampf schon gesagt. Das war der beste Vitali, den ich bis jetzt trainiert habe. Es war seine beste Leistung, die er boxerisch bislang gezeigt hat", sagt Fritz Sdunek im Gespräch mit SPOX.

Tyson-Kritik lässt Sdunek kalt

"Er hat sich sehr viel bewegt und Arreola keine Chance gelassen, obwohl der all seinen Mut und seine Nehmerfähigkeiten in die Waagschale geworfen hat. Als Vitali in der zweiten Runde die ersten harten Treffer gelandet hat, war mir klar, dass da nichts passieren kann."

Dass Ex-Weltmeister Mike Tyson nach dem Kampf im Gegensatz zu allen Experten nicht beeindruckt war und Klitschko zum Karriereende riet, nimmt Sdunek mit Humor: "Mike Tyson ist schon ein bisschen weit weg vom Geschehen. Wahrscheinlich hat er zu viele Drogen genommen."

Wie lange Vitali Klitschko seine noch Karriere fortsetzen wird, weiß auch sein Coach nicht ganz genau.

"Noch ein oder zwei Jahre"

"Das werden wir von Kampf zu Kampf entscheiden. Wenn die Vorbereitung so gut läuft wie vor dem Kampf gegen Arreola, kann Vitali sicherlich noch ein oder zwei Jahre boxen. Danach sollten wir dann wirklich darüber nachdenken, ob der Körper das noch mitmacht. Wir müssen uns jetzt schon immer viel Neues einfallen lassen, um ihn zu belasten", erklärt Sdunek.

Der nächste Kampf von Vitali Klitschko soll für den 12. Dezember in Bern gegen den Amerikaner Kevin Johnson geplant sein.

"Davon weiß ich noch nichts. Ich habe das in der Zeitung gelesen und werde mich jetzt mal mit Vitali treffen, um darüber zu reden", sagt Sdunek.

Keine Angst vor Walujew oder Haye

Ein großes Ziel wäre nach wie vor, auch den WBA-Gürtel in die Familie Klitschko zu holen. "Das ist alles eine Frage der Verhandlungen. Egal, ob Walujew Weltmeister bleibt oder Haye sich den Titel holt, Vitali würde auf alle Fälle beide schlagen", ist sich Sdunek sicher.

Der Erfolgscoach ist stolz, dass sein Schützling und er nun schon 14 Jahre zusammen durchgehalten haben. Manchmal habe es zwar auch gekracht, aber sie seien immer wieder zusammengekommen.

"Vtiali ist wie ein Sohn für mich und wir sind auch gute Kumpels. Wir machen Dinge zusammen, die Trainer und Boxer normal nicht zusammen machen würden. Das macht unser Verhältnis so stark", so Sdunek.

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