Boxen

Vitali vs. Frankensteins Monster?

Von Bärbel Mees
Vitali Klitschko mit einer Beule am Kopf? Die muss er sich aus Langeweile wohl selbst verpasst haben
© Getty

Warum flüchtet Nikolai Walujew vor einem Telefon? Weshalb rasiert sich David Haye auf seiner Homepage mit einer Axt? Und wie geht es bei Felix Sturm weiter? Wir bringen Sie regelmäßig auf den neuesten Stand in der Boxwelt. Also, Ring frei für die Boxer-Shorts.

Vitali vs. Frankensteins Monster

Vitali Klitschko gehen die Gegner aus. Eine unkonventionelle Lösung ist nun bei RTL aufgetaucht. Kolumnist Tobias Drews schlägt vor, einen Gegner für Vitali Klitschko aus mehreren B-Kämpfern zusammenzubasteln. Ein schlagkräftiger Arm hier, ein flinkes Bein dort und etwas Schnelligkeit obendrauf. Klingt irgendwie nach Frankensteins Monster. Im Prinzip keine schlechte Idee, nur dürfte dieses Kunstwerk spätestens in der dritten Runde unter dem Schlaghagel auseinanderfallen.

Wolke wirft nicht das Handtuch

Kommando zurück. Diejenigen, die Manfred Wolke schon bald in einem Schaukelstuhl vermuteten, können wieder aufatmen: Manfred Wolke bleibt dem Boxsport treu und widersprach Gerüchten, er sei in Rente geschickt worden: "Nein, ich bleibe mit Herz und Seele dabei." Allerdings weigert er sich nach wie vor, nach Berlin umzuziehen, wo zahlreiche Boxtalente auf ihn warten. Und die Boxer wollen nicht nach Frankfurt/Oder. Pattsituation.

Sdunek muss in Urlaub

Einen Gang runter schalten muss hingegen Fritz Sdunek. Nach Krebserkrankung und Herzproblemen wird der 62-Jährige von seinen Ärzten nun zu einem intensiven Urlaub gezwungen. "Die Warnung der Ärzte und meine angegriffene Gesundheit muss ich sehr ernst nehmen. Gerade nach meiner Krebserkrankung vor gut 18 Monaten, meinen Herzproblemen im Anschluss und nach den besonders intensiven Kampfvorbereitungen im Sommer und Herbst habe ich die Quittung für diese harten körperlichen Belastungen bekommen", sagte Sdunek, der unter anderem Vitali Klitschko betreut. Von unserer Seite bleibt da nur, gute Erholung zu wünschen.

Der Löwe versus Der Sascha

Am 28. November 2009 bekommt Luan Krasniqi seine Revanche gegen Alexander Dimitrenko. Beim letzten Kampf ging Krasniqi in der dritten Runde zu Boden, getroffen von einem Leberhaken. Krasniqi sagt über das Rematch: "Ich musste ein Jahr auf ihn warten - das wird alles sehr spannend. Dieses Mal werden die Leute auf jeden Fall mehr Runden zu sehen bekommen - hoffentlich mit Luan Krasniqi als Sieger." Sieger ist Krasniqi auf alle Fälle, was die Spitznamen der Kämpfer angeht: Der Löwe vs. Sascha...? Da muss sich Dimitrenko noch was einfallen lassen.

Walujew gibt Kampf gegen Telefon auf

Am 7. November steigt der Russen-Riese Nikolai Walujew gegen David Haye in den Ring. Und ist schon fleißig am Trainieren. Allerdings nicht mehr in seinem Heimatland. Weil in Russland sein Telefon zu oft klingelte und ihn in seiner Konzentration störte, entfloh er der Störung und baute seinen Ring vorübergehend im brandenburgischen Kienbaum auf. "Ich freue mich, wieder hier zu sein", gibt Nikolai Walujew bei "boxen.com" zu: "Während ich in Russland kaum zur Ruhe komme, habe ich hier die Möglichkeit, konzentriert zu trainieren." Gut für ihn, schlecht für Haye.

Haye rasiert sich mit Axt

David Haye allerdings beschäftigt keinesfalls die Sorge um sich selbst. Nein, was ihm wirklich schlaflose Nächte bereitet, ist die Behaarung seines Gegners Walujew: "Er ist das Biest aus dem Osten. Er hat schrecklich viele Haare am Körper. Wenn ich gegen ihn in den Ring steigen soll, muss er sich erst einmal rasieren, sonst könnte es im Nahkampf stinkig werden." Um ihn zu ermutigen, posiert Haye auf seiner Homepage hayemaker.com mit einer Axt als Rasierapparat. Nun ja, jedem das Seine...

Killer Queen kämpft gegen Vergesslichkeit an

Nicht nur Susi Kentikians Homepage ist bonbon-rosafarben, sondern neuerdings auch ihre Boxhandschuhe. Ob ihr das gegen Julia Sahin vergangenen Samstag den nötigen Auftrieb verliehen hat? Immerhin ging es um drei WM-Gürtel. Und damit sie das nicht vergisst, hat sie auf ihre Handschuhe WBA, WIBF, WBO geschrieben. Es sei ihr vergönnt, denn schließlich kann das Gedächtnis unter den Schlägen schon einmal leiden. Achja, und bevor ich es vergesse: Gewonnen hat sie dann übrigens auch.

Zicken im Ring

Nicht ganz so deutlich verlief der Kampf zwischen den beiden Box-Zicken Ina Menzer und Esther Schouten. Letztere präsentierte sich im Ring deutlich stärker als noch im Januar und brachte damit Menzer aus dem Konzept: "Die hatte eine gute Taktik." Das fand auch der deutsche Kampfrichter, der auf ein Unentschieden plädierte, doch er wurde von den anderen zwei überstimmt. Schouten war anschließend schwer enttäuscht ("Ich dachte, dass ich die klareren Treffer hatte"), aber wer weiß, vielleicht treffen die beiden bald ein drittes Mal aufeinander. Schouten hätte es sich redlich erkämpft.

Sturm wie ein Blatt im Wind

Stürmisch geht es auch bei Felix Sturm weiter. Mit seiner Aussage, nie wieder für den Universum-Boxstall zu kämpfen, hat er einen ganz schönen Wirbel ausgelöst. Eigentlich will er nun seinen eigenen Boxstall gründen, der sich ausschließlich um ihn kümmert. Da braucht er das 17 Millionen-Angebot von Ahmet Öners Arena Boxpromotion ja eigentlich gar nicht. Oder doch? "Es ist sehr interessant. Wir prüfen das ganz genau", befindet Sturm auf "boxen.de". Na, dann ist das mit der Selbstbestimmung vielleicht doch nicht mehr so wichtig.

Szdunek legt Pause für Gesundheit ein

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