Harting und Friedrich überzeugen

SID
Sonntag, 02.08.2009 | 16:09 Uhr
Robert Harting belegte bei den Olympischen Spielen in Peking den vierten Platz
© Getty
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Knapp zwei Wochen vor der Weltmeisterschaft in Berlin präsentieren sich Robert Harting, Ariane Friedrich und Steffi Nerius bei der DLV-Gala in Wattenscheid in guter Form. Auch überzeugen können die deutschen Sprint-Staffeln. Weit entfernt von Bestleistungen sind hingegen Christina Obergföll und Franka Dietzsch.

Der erhoffte Motivationsschub blieb aus beim letzten WM-Test der deutschen Leichtathleten für Berlin (15. -23. August).

Die Sieghoffnungen des gut 85-köpfigen Teams werden im Olympiastadion vor allem auf den Schultern von Marathonläuferin Irina Mikitenko und Hochspringerin Ariane Friedrich ruhen, die bei der Wattenscheider Gala mit 1,99 m für das überragende Resultat hinter dem Berliner Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting (68,10) sorgte.

Harting schimpft auf die Bedingungen

Zwei Tage zuvor hatten zwei Lokalmatadorinnen in Leverkusen im Mittelpunkt gestanden. Steffi Nerius machte mit dem Vorstoß auf Platz fünf der Speer-Weltrangliste (66,82) deutlich, dass sie im letzten Karrierejahr nach der siebten Medaille seit 2002 greifen kann, Teamkameradin Silke Spiegelburg glaubt nach ihren 4,70 m im Stabhochsprung, dass sie in Berlin außer Russlands Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa alle schlagen kann.

"Mit besseren Wettkampfbedingungen hätte ich noch ein paar Meter draufpacken können. Kein Wurf hat richtig gesessen", schimpfte Harting, der sich wie Kugelstoßsiegerin Nadine Kleinert gestört fühlte von den vielen Läufern, deren Startvorbereitung immer wieder für Wartezeiten bei den Werfern sorgte. Harting: "Das wäre alles vermeidbar gewesen."

Ariane Friedrich ist zufrieden

Ariane Friedrich war trotz Problemen mit dem Sprungfuß zufrieden: "1,99 m sind sehr gut, auch wenn die Zwei diesmal nicht vorn steht. Aber mein WM-Test waren die 2,03 m letzten Dienstag in Monaco. Ich sehe Berlin sehr optimistisch entgegen."

Doch knapp zwei Wochen vor dem WM-Auftakt gibt es zumindest zwei große Sorgenkinder. Christina Obergföll, die 2008 durch Bronze in Peking ein total medaillenloses Olympia für Deutschlands Leichtathleten verhindert hatte, kam nach ihren 63,11 m nur darum um die fünfte Niederlage in Folge herum, weil Nerius ("die Rippe schmerzt") in Wattenscheid auf den Start verzichtete.

Dietzsch völlig außer Form

Und bei Franka Dietzsch (Neubrandenburg) wird es wohl nichts mit einem vierten WM-Titel. Ihr einziger gültiger Versuch schlug schon bei 58,73 im im Rasen ein. "Diese 60,33 m sind indiskutabel. Meine Beine spielen einfach nicht mit", meinte die WM-Zweite von Osaka, nachdem sie einige verunglückte Versuche in ihrem Zorn ungültig gemacht hatte.

"Ich will jetzt noch ein paar Tage trainieren und dann hoffe ich auf ein besseres Ergebnis bei meiner eigentlichen WM-Generalprobe am Samstag in Cottbus", meinte die entnervte Ex-Europarekordlerin.

Franka Dietzsch gab zu: "Ich bin niedergeschlagen. Nach diesen 58,43 m muss ich bangen, bei der WM die Qulifikation zu überstehen", meinte die 39-Jährige, die als WM-Titelverteidigerin in Berlin ebenso eine Wildcard des Weltverbandes IAAF hat wie Betty Heidler.

Deutsche Sprint-Staffel stark

Im Vergleich zu Dietzsch gehört die am Wochenende nicht gestartete Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler (LG Frankfurt) zumindest zum Kreis der Medaillentips.

Weitere Medaillenhoffnungen schälten sich vor 10.000 Zuschauern in Wattenscheid nicht heraus, auch wenn es vor allem im Sprint erfreuliche Resultate gab. Carolin Nytra (Bremen), Freundin der wegen leichter Verletzungsprobleme nicht mehr gestarteten Weitsprung-Hoffnung Sebastian Bayer, deutete in 12,88 Sekunden zumindest Finalchancen über 100 m Hürden an.

Sogar in die Nähe der Medaillen könnten die deutschen 4x100-m-Staffeln gelangen: Die Männer sprinteten in 38,40 auf Platz vier in der Welt, die Frauen in 43,12 auf Rang drei. Schlussläuferin Verena Sailer (Mannheim) hatte zuvor ihre 11,11 über bejubelt, dann über den zu starken Rückenwind von 2,6 m/Sekunde geflucht.

Mockenhaupt verzichtet auf 10.000-Meter-Start

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