Dibowski in Aachen stark, Salzgeber trauert

SID
Samstag, 04.07.2009 | 16:18 Uhr
Andreas Dibowski wurde 2008 Mannschaftsolympiasieger in der Vielseitigkeit
© Getty
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Licht und Schatten im deutschen Reiterteam beim CHIO in Aachen: Während die Vielseitigkeitsreiter um Andreas Dibowski jubelten, erlebte Ulla Salzgeber (Dressur) ein trauriges Ende.

Nach dem Schock im Dressurstadion packte Ulla Salzgeber ihre sieben Sachen und trat auf der Stelle die Rückreise ins bayerische Bad Wörishofen an.

Die Verletzung bei ihrem Pferd Herzruf's Erbe im Grand Prix Special beim CHIO in Aachen hatte der 50 Jahre alten Dresssurreiterin die Laune verhagelt und das Comeback auf der internationalen Bühne zu einem Fiasko werden lassen.

Eine starke Leistung zeigten hingegen die deutschen Vielseitigkeitsreiter, die angeführt von Andreas Dibowski aus Egestorf zum dritten Mal in Folge in Einzel- und Teamwertung gewannen.

Salzgeber am Boden zerstört

"Ich bin am Boden zerstört und total enttäuscht. Es gab überhaupt keine Anzeichen, dass irgendetwas nicht stimmem könnte", sagte Salzgeber nach der unerklärlichen Geschichte um die Verletzung ihres Pferdes. Wie aus dem Nichts fing der Wallach beim Einreiten ins Stadion plötzlich an zu lahmen. Salzgeber musste zum Entsetzen der Zuschauer absteigen und ihren Vierbeiner ganz vorsichtig aus der Arena führen.

Zerrung legt Herzruf's Erbe lahm

Eine erste Ultraschall-Untersuchung ergab, dass sich Herzruf's Erbe eine Zerrung am Fesselkopf zugezogen hat und damit zunächst für weitere Einsätze nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Zuvor war bereits die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) nach einer positiven Doping-Probe bei ihrem Pferd Whisper für die deutsche Mannschaft ausgefallen.

Damit erhielten die Goldhoffnungen der deutschen Mannschaft für die Europameisterschaften Ende August im englischen Windsor einen weiteren Dämpfer, zumal die weiteren Reiter im Special beim Sieg des US-Amerikaners Steffen Peters (76,917 Prozentpunkte) auf Ravel die Top-Plätze verpassten.

Als beste Deutsche belegte Heike Kemmer (Winsen/73,792) mit Bonaparte den vierten Platz. Matthias Alexander (Kronberg/73,292) kam mit Sterntaler auf Rang sieben. Ellen Schulten-Baumer (Rheinberg/70,167) belegte mit Donatha (70, 167) Rang zwölf.

Hochstimmung in der Vielseitigkeit

Hochstimmung herrschte dagegen in der Vielseitigkeit. Dibowski gewann mit seiner 15 Jahre alten Stute Serve Well (45,10 Minuspunkte) die Einzelwertung und führte das deutsche Team zum Sieg im Nationenpreis.

Damit haben die Gastgeber das seit 2007 ausgetragene Turnier sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft dreimal in Folge gewonnen.

Hinter Dibowski kamen in Ingrid Klimke (Münster/46,70) mit Butts Abraxxas und Dirk Schrade (Warendorf/48,60) mit King Artus zwei weitere Paare aus Deutschland auf die Plätze zwei und drei.

Pech hatte Bettina Hoy (Warendorf/73,80), die nach Dressur und Springen noch geführt hatte. Nach einer Verweigerung und mehreren Zeitfehlern im Gelände fiel sie am Samstag mit ihrem Schimmel Ringwood Cockattoo auf den 17. Rang zurück.

Sieg in der Teamwertung

In der Teamwertung gewannen die Gastgeber mit Dibowski, Hoy, Klimke und Schrade mit 140,40 Minuspunkten vor Großbritannien (173, 90) und Neuseeland (250,30).

"Ich hatte vor dem Geländeritt nicht gedacht, dass ich hier noch gewinnen werde", sagte Dibowski, der nach Dressur und Springen auf Platz vier lag. Die geschlagene Bettina Hoy konnte sich ihre Verweigerung nicht erklären: "Ich weiß nicht, warum es passierte. Schade, natürlich bin ich enttäuscht. Aber ich freue mich auch über den Sieg im Nationenpreis. Meine Kollegen haben mich gerettet."

Ehning siegte auf Plot Blue

Marcus Ehning indes beendete die Durststrecke der deutschen Springreiter beim CHIO. Der frühere Weltranglistenerste aus Borken gewann mit seinem Hengst Plot Blue das mit 50.000 Euro dotierte Springen mit Siegerrunde in der Soers und bescherte den Gastgebern in der elften Prüfung den ersten Sieg.

Zweiter wurde die Französin Penelope Leprevost mit ihrem Hengst Carthago vor Daniel Deusser mit Ad Ornella (46,11 Sekunden).

Weiteres Verfahren gegen Werth

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