Samulski holt Silber!

Von SPOX
Donnerstag, 30.07.2009 | 20:07 Uhr
Daniela Samulski verbesserte gestern ihren eigenen Weltrekord, verlor ihn aber Minuten später wieder
© Getty
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Daniela Samulski hat sich der WM in Rom über 50m Rücken die Silbermedaille und den Europarekord gesichert. Britta Steffen qualifizierte sich für das Finale über 100 Meter Freistil.

Die Entscheidungen am Donnerstag im Überblick:

100 m Freistil Männer:

Gold: Cesar Cielo Filho (BRA) 46,91 (Weltrekord)

Silber: Alain Bernard (FRA) 47,12 (Europarekord)

Bronze: Frederick Bousquet (FRA) 47,25

200 m Lagen Männer:

Gold: Ryan Lochte (USA) 1:54,10 (Weltrekord)

Silber: Laszlo Cseh (HUN) 1:55,24

Bronze: Eric Shanteau (USA) 1:55,36

50 m Rücken Frauen:

Gold: Jing Zhao (CHN) 27,06 (Weltrekord)

Silber: Daniela Samulski (GER) (Europarekord)

Bronze: Chang Gao (CHN) 27,28

200 m Schmetterling Frauen:

Gold: Jessicah Schipper (AUS) 2:03,41 (Weltrekord)

Silber: Zige Liu (CHN) 2:03,90

Bronze: Katinka Hosszu (HUN) 2:04,28

4x200 m Freistil Frauen:

Gold: China 7:42,08 (Weltrekord)

Silber: USA 7:42,56

Bronze: Großbritannien 7:45,51

Daniela Samulski beim Sprintkrimi als Silberfisch, Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen als Pokerface und ein rührender Moment in der Mixed-Zone: Deutschlands Powerfrauen haben bei der Schwimm-WM in Rom für Jubel, Adrenalinstöße und Emotionen gesorgt. Ein Tiefpunkt beim Wechselbad der Gefühle gab es nur durch das Halbfinalaus des gestürzten Europarekordlers Marco Koch.

Nach dem Finale von Samulski kam es in der Mixed-Zone zu einem emotionalen Moment. Ex-Weltrekordlerin Janine Pietsch, die nach ihrer Brustkrebsbehandlung in der Kur in Ulm ist, wurde zugeschaltet und gratulierte Samulski: "Das war eine grandiose Leistung. Ich bin total stolz auf dich. Du hast zuletzt haufenweise gute Leistungen gebracht. Herzlichen Glückwunsch, meine Süße", sagte Pietsch.

Samulski: "Silber gewonnen, nicht Gold verloren"

17 Hundertstel fehlten Samulski über 50 Meter Rücken zum ganz großen Triumph. Sie hatte auf Goldkurs gelegen - wurde durch die Chinesin Zhao Jing mit Weltrekord aber noch abgefangen. "Aber ich habe Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Im Sprint ist es so knapp. Da liegen Kleinigkeiten zwischen Titel und Trauer. Deshalb bin ich hochzufrieden", sagte die 25 Jahre alte Essenerin.

Das konnte sie auch. In 27,23 Sekunden verbesserte Samulski, die als Weltrekordlerin nach Rom gereist war, ihren Europarekord aus dem Halbfinale noch einmal um 16 Hundertstel.

Britta Steffen mit Endspurt ins Finale

Steffen zockte im Halbfinale über 100 Meter Freistil: In 52,87 Sekunden hatte sie als Zweite drei Hundertstel Rückstand auf die Titelverteidigerin und Olympia-Zweite Lisbeth Trickett aus Australien.

"Nach 75 Metern habe ich nach links und rechts geschaut und gedacht: oh Mann. Da wusste ich, dass ich noch ein bisschen zulegen muss, sonst wäre es knapp geworden", sagte Steffen. Nach dem Rennen umarmte sie ihre schärfste Rivalin Trickett herzlich und verfolgte das zweite Halbfinale gespannt vom Beckenrand.

Steffen "klare Favoritin"

Franziska van Almsick ist nach wie vor von Steffens erstem WM-Titel überzeugt. "Ich glaube, dass Britta ein bisschen gezockt hat. Aber das gibt ja Hoffnung fürs Finale. Ich glaube, dass sie die klare Favoritin ist", sagte van Almsick als "ARD"-Expertin: "Sie sah gerade auf den letzten Metern gut aus. Das war ein Manöver aus Peking-Zeiten, als sie nach der Wende auch weit zurücklag."

Dass Steffen, die ihre Trophäensammlung mit dem ersten WM-Titel komplett machen will, in guter Form ist, hat die 25 Jahre alte Berlinerin in Rom schon eindrucksvoll bewiesen. Zu Beginn der Becken-Wettkämpfe am Sonntag hatte sie als Startschwimmerin der Silber-Staffel ihren Weltrekord auf 52,22 Sekunden geschraubt.

Schreiber verpasst Endlauf um zwei Hundertstel

Bitter verlief das Halbfinale für Daniela Schreiber. Die 20 Jahre alte WM-Debütantin aus Halle/Saale verpasste als Neunte (53,76) den Endlauf um zwei Hundertstel.

Auch Koch traf es über 200 Meter Brust. Der 19-Jährige schied bei seiner WM-Premiere in 2:09,44 Minuten nicht nur als Zwölfter im Halbfinale aus, sondern büßte auch noch seinen Europarekord an den Ungarn Daniel Gyurta (2:08,08) ein. "Natürlich bin ich enttäuscht, weil ich meine Zeit nicht abrufen konnte", sagte der Abiturient aus Darmstadt. Zum Weltrekord schwamm der Australier Christian Sprenger (2:07,31).

Weltrekorde en masse

Als erster Schwimmer über 100 Meter Freistil blieb der Brasilianer Cesar Cielo Filho unter der Marke von 47 Sekunden. Der 50-Meter-Olympiasieger schraubte den Weltrekord des Franzosen Alain Bernard im Finale um 14 Hundertstel auf 46,91 Sekunden. Olympiasieger Bernard (47,12) und sein Landsmann Frederick Bousquet (47,15) mussten sich mit den Plätzen zwei und drei begnügen.

Weitere Weltrekorde gab es über 200 Meter Lagen durch Ryan Lochte aus den USA (1:54,10 Minuten), über 200 Meter Schmetterling durch die Australierin Jessicah Schipper (2:03,41) und durch die Kanadierin Annamay Pierse im Halbfinale über 200 Meter Brust (2:20, 12), wo Caroline Ruhnau als 13. (2:25,36) klar scheiterte. Chinas Frauen schwammen über 4x200-m-Freistil in 7:42,08 Minuten zu Gold und Weltrekord.

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