"Jamaika-Express" noch unter Dampf

SID
Mittwoch, 03.09.2008 | 11:53 Uhr
Leichtathletik, Grand Prix, Lausanne
© Getty
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Die Stars sind müde, die Luft ist raus - nur der "Jamaika-Express" Usain Bolt/Asafa Powell steht zwei Wochen nach Olympia noch voll unter Dampf.

Innerhalb von 30 Minuten trumpfte das schnellste Sprint-Duo der Welt beim Leichtathletik-Meeting in Lausanne noch einmal auf.

Erst schrammte Powell über 100 Meter in 9,72 Sekunden nur um 3/100 am Fabelweltrekord seines Landmannes vorbei, wenig später endete der "Spaziergang" von Olympiasieger Bolt in 19,63 Sekunden mit der viertbesten je gelaufenen 200-Meter-Zeit.

Bolt entschuldigt viertbeste Zeit

Die 14.300 Fans im ausverkauften Stadion waren begeistert, und die Zuschauer beim Golden-League-Finale am 5. September in Brüssel dürfen sich auf einen weiteren Thriller freuen.

Zum letzten Mal in dieser Saison steht "Blitz-Bolt" mächtig unter Strom, wenn er von Ex-Weltrekordler Powell und Dreifach-Weltmeister Tyson Gay (USA) herausgefordert wird. Für seine Superzeit - 33/100 Sekunden über seinem 200-Meter-Weltrekord - entschuldigte sich Bolt beim staunenden Publikum.

"Ich bin müde. Das war eine lange Saison, und ich will das jetzt einfach nur bis zum Ende durchziehen", sagte der 22 Jahre alte Superstar der Olympischen Spiele von Peking.

Powell schrammt an Weltrekord vorbei

Fast hätte sich "Schattenmann" Powell beim Grand Prix den Weltrekord zurückgeholt, den ihm Bolt am 31. Mai entrissen (9,72 Sekunden) und am 16. August im Pekinger "Vogelnest" auf fantastische 9,69 Sekunden geschraubt hatte.

Nach einer schwierigen Saison mit dem enttäuschenden fünften Platz im Olympia-Finale war der gefrustete Spätstarter am Ende doch noch "sehr glücklich".

Sein Landsmann Bolt habe ihn trotz aller Konkurrenz immer respektvoll behandelt, meinte Powell, der in 9,72 Sekunden die zweitbeste 100-Meter-Zeit hinlegte.

"Ich bin da rausgegangen und einfach schnell gerannt. Das ist überhaupt keine Überraschung", meinte der 26-Jährige.

Für Bolt zählt der Sieg

Bolt ließ es wieder einmal schnell angehen - und entspannt ausklingen. "Ich bin eine gute Zeit gerannt, aber nicht an meinem Maximum gewesen", sagte der dreifache Olympiasieger.

Zum Ende der Saison seien ihm Siege wichtiger als schnelle Zeiten. In 19,63 Sekunden distanzierte der schnellste Mann der Welt die im Olympia-Finale disqualifizierten Churandy Martina von den Niederländischen Antillen und Wallace Spearmon (USA) gleich um 61/100 beziehungsweise 91/100 Sekunden.

Hinter dem "Jamaika-Express" läuft die Konkurrenz nur noch mit Verspätung ein: Auch Powell war bei seinem Fast-Weltrekord immerhin zwei Zehntel schneller als der Olympia-Dritte Walter Dix aus den USA (9,92).

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