Freitag, 05.09.2008

100-Meter-Showdown in Brüssel

Bolt schlägt Powell

Supersprinter Usain Bolt hat sich bei Kälte und Gegenwind mit einer erneut beeindruckenden Siegerzeit von seinen Fans verabschiedet, 800-Meter-Olympiasiegerin Pamela Jelimo aus Kenia ist mit 18 zur Millionärin aufgestiegen.

Bolt, Powell, Brüssel
© DPA

Der Leichtathletik-Teenager aus Afrika knackte in Brüssel den Jackpot der Golden League und kassierte die Dollar-Million ganz allein, weil Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien) ausgerechnet auf der sechsten Station der Premium-Serie ihre erste Niederlage kassierte.

"Blitz-Bolt", der dreimalige Olympiasieger und Weltrekordler aus Jamaika, stürmte beim Finale der Golden League in seinem letzten Saisonrennen in 9,77 Sekunden als Erster ins Ziel.

Schlechter Start von Bolt

Nach schlechtem Start zündete der 22-Jährige den Turbo, fing seinen Landsmann Asafa Powell noch ab und blieb nur 8/100 Sekunden über seinem Fabelweltrekord.

Die 47.000 Zuschauer im ausverkauften Stade Roi Baudouin hatten sich vor dem Prestige-Duell der Supersprinter von ihren Plätzen erhoben. Nach dem Sprint gab es auch für Ex-Weltrekordler Powell (9,83) Beifall, der sich im Zweikampf der schnellsten Männer der Welt geschlagen geben musste.

Doch der "Jamaika-Express" war erneut nicht zu stoppen: Nesta Carter (10,07) machte den Dreifach-Erfolg der Karibik-Sprinter perfekt.

Powell warnt Bolt

Während Bolt nun Urlaub macht, kündigte der Olympia-Fünfte Powell noch einen Coup an: "Usain fliegt jetzt nach Hause, doch ich habe ihm gesagt, er soll sich auf eine schlechte Nachricht aus Rieti vorbereiten", meinte der 25-Jährige, der vor einem Jahr bei dem Meeting in Italien Weltrekord (9,74) gelaufen war.

"Asafa ist wirklich ein schneller Bursche, aber ich habe ihn am Ende noch bekommen. Wir sind Kontrahenten im Wettkampf, aber auch richtige Freunde", meinte Bolt nach dem Finale bei 1,3 m/Sek. Gegenwind und nur 15 Grad Celsius.

Powell will die Saison mit einem Sieg in Rieti beenden. Erst vor drei Tagen hatte er in Lausanne mit 9,72 Sekunden die zweitbeste 100-Meter-Zeit der Saison hinter Weltrekordler Bolt (9,69) hingelegt.

Friedrich versaut Vlasic den Jackpot

Nach zwölf Stadionrunden und mit sechs Siegen in Serie stieg Jelimo zur Dollar-Millionärin auf. Die Junioren-Weltrekordlerin setzte sich in erneut erstklassigen 1:55,16 Minuten durch und muss die Million (rund 700.000 Euro) auch nicht mit Blanka Vlasic teilen.

In Peking hatte Europameisterin Tia Hellebaut der Kroatin die ersehnte Olympia-Goldmedaille weggeschnappt, diesmal fand Vlasic in der Olympia-Siebten Ariane Friedrich ihre Meisterin. Die Frankfurterin siegte vor Vlasic und Hellebaut - alle Drei überquerten 2,00 Meter.

Issinbajewa nur über 4,72 Meter

Die Äthiopierin Meseret Defar war zuvor bei dem Versuch, sich den 5000-Meter-Weltrekord zurückzuholen, deutlich gescheitert: In 14:25,52 Minuten musste sich die 24-Jährige sogar noch der Kenianerin Vivian Cheruiyot um 9/100 geschlagen geben. Defar verfehlte den Weltrekord der Äthiopierin Tirunesh Dibaba (14:11,15) um mehr als 14 Sekunden.

Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa musste sich diesmal mit der für sie bescheidenen Sieghöhe von 4,72 Meter begnügen; Carolin Hingst (Mainz) und Silke Spiegelburg (Leverkusen) teilten sich mit 4,40 den fünften Platz.

Gevaert gewinnt letztes Rennen der Karriere

Doppel-Europameisterin Kim Gevaert hat ihrer Sprint-Karriere mit einem Sieg beendet. In 11,25 Sekunden gewann die 30-jährige Belgierin ihr letztes 100-Meter-Rennen vor heimischer Kulisse. Zweite wurde Debbie Ferguson von den Bahamas in 11,32 Sekunden vor Me'Lisa Barber (USA/11,37). Gevaert hatte bei den Olympischen Spielen mit der belgischen 4 x 100-Meter-Staffel die Silbermedaille gewonnen.

Der Kenianer Paul Kipsiele Koech hat in Brüssel seine eigene Weltjahresbestzeit über 3000 Meter Hindernis verfehlt. In 8:04,99 Minuten blieb er bei kühler Witterung gut vier Sekunden über seine Bestzeit (8:00,57). Allerdings besiegte er den Olympiasieger und Landsmann Brimin Kipruto, der als Zweiter des Rennens 8:10,26 Minuten lief, klar. Rund 47 000 Zuschauer im ausverkauften Stade Roi Baudouin verfolgten das hochkarätig besetzte Meeting.


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