Der Radsport vor dem Umbruch

Milram gegen Russen-Milliardäre

Von Torsten Adams
Sonntag, 07.09.2008 | 10:00 Uhr
radsport, gerdemann
© DPA
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Mit dem Zeitfahren in Bremen ging Deutschlands größte Rad-Rundfahrt zu Ende und mit Linus Gerdemann hat Deutschlands hoffnungsvollstes Radsporttalent die Nachfolge von Jens Voigt als Triumphator der D-Tour angetreten.

Klingt, als laufe im Land des Tour-Siegers von 1997 alles nach Plan.

Mitnichten. Nach dem Aus der Rennställe T-Mobile und Gerolsteiner steht der deutsche und auch internationale Radsport vor einem grundlegenden Umbruch.

Alles zu Gerdemanns Sieg bei der Deutschland-Tour

Rund ein Jahr lang hatte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer vergebens versucht, einen neuen Geldgeber für seinen Rennstall zu finden.

"Kein Sponsor hatte den Mut und das Vertrauen, in diese Sache einzusteigen, weil sie sich nur oberflächlich damit beschäftigt haben", sagt Holczer. Nun kommt es zum Ausverkauf des einstigen Vorzeige-Teams "bis zur letzten Schraube".

Neues Powerhaus des deutschen Radsports: Als potenzieller Abnehmer für Schrauben und Fahrer fungiert das Team Milram. "Wir werden so viele Fahrer und Personal wie möglich aus dem Gerolsteiner-Team verpflichten", sagte Gerry van Gerwen, ab der Saison 2009 einziger Chef eines deutschen ProTour-Teams.

Die Verpflichtungen von Fabian Wegmann, den Fothen-Brüdern, Johannes Fröhlinger, Matthias Ruß sowie Sportdirektor Christian Henn stehen bereits fest. Doch damit nicht genug: Die Milram-Equipe plant einen elementaren Neuanfang mit deutschen Fahrern.

Ganz oben auf der Wunschliste stehen die Columbia-Profis Gerdemann und Gerald Ciolek. "Wir wollen, dass beide zu uns kommen", bestätigte van Gerwen. Mit Columbia-Chef Bob Stapleton habe er bereits "positive Gespräche" geführt, jetzt ginge es nur noch um die Höhe der Ablösesummen.

Gerdemann Deutschlands Zukunft

Besonders vehement drängt van Gerwen auf die Verpflichtung Gerdemanns, um endlich einen starken Kapitän für die großen Rundfahrten in seinen Reihen zu haben. Zudem steht der Münsteraner für die deutsche Zukunft im Radsport wie kein anderer. "Linus zeigt, dass er bereit ist, Verantwortung für den deutschen Radsport zu übernehmen", bestätigt Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag.

Gerdemann und Ciolek sind nicht nur eine sportliche Hoffnung, sie positionieren sich auch offensiv im Antidoping-Kampf.

"Es hat sich viel verändert in der Mentalität des Pelotons, die Effektivität der Kontrollen ist gestiegen", sagt Ciolek, "aber wenn es dem Radsport hilft, stelle ich mich jederzeit für noch mehr Kontrollen zur Verfügung." Auch solche Worte werden sie gerne hören bei Milram.

Sastre zu Cervelo: Doch nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa tut sich wieder etwas im Radzirkus. Das neu gegründete Cervelo TestTeam hat mit der Verpflichtung des Tour-de-France-Siegers Carlos Sastre für einen Paukenschlag gesorgt.

"Carlos ist jetzt der Schlüssel unserer neuen Mannschaft", sagt Cervelo-Chef Gerard Vroomen stolz. Zudem kursiert das Gerücht, auch Stefan Schumacher solle zum Team der kanadischen Rennmaschinen-Schmiede wechseln, dessen Jahresetat knapp 10 Millionen Euro betragen wird.

Nicht die unbedingte Topleistung steht im Mittelpunkt von Cervelo, sondern ein "anderer Radsport", beschreibt Vroomen seine Philosophie. "Wir sind an technologischer Verbesserung und Produktentwicklung und weiteren Antidoping-Maßnahmen interessiert."

Mit diesem Vorhaben kann sich offensichtlich auch Sastre anfreunden, der dem CSC-Team nach sieben Jahren den Rücken kehrt: "Der finanzielle Aspekt ist zweitrangig."

Russische Großkonzerne pushen Katjuschka: Und dieser Aussage des Tour-Champions darf man durchaus Glauben schenken, widerstand Sastre doch dem mit Rubel nur so um sich werfenden neuen russischen Katjuscha-Team.

Die neue Mannschaft - nach einem russischen Raketenwerfer aus dem Zweiten Weltkrieg benannt - wird mit insgesamt 30 Millionen Euro von den drei Großkonzernen Gazprom, Itera und Ros Technologie gesponsert.

Toursieg in drei Jahren

Mit spektakulären Neuverpflichtungen strebt der Rennstall eine Führungsrolle im internationalen Profi-Radsport an. Sprint-Star Robbie McEwen unterzeichnete einen Vertrag bis 2010, wie Katjuscha-Teampräsident Oleg Tinkov bestätigte.

Mit besonderem Stolz erzählte der aus Sibirien stammende Geschäftsmann, dass sich auch der russische Präsident Dimitri Medwedjew und Ministerpräsident Wladimir Putin hinter das Projekt stellen.

Zudem verpflichtete das Tinkoff-Nachfolgeteam mit Filippo Pozzato, Gert Steegmans sowie den beiden Russen Wladimir Karpets und Alexander Botscharow geballte Radsport-Prominenz und schrieben sich ein ambitioniertes Ziel auf ihre Fahnen: in spätestens drei Jahren den Tour-de-France-Sieger zu stellen.

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