Mittwoch, 28.05.2008

Olympia

Stasi-Check für Offizielle

Berlin - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird vor den Olympischen Spielen in Peking leitende Trainer und Offizielle der deutschen Mannschaft auf eine mögliche Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Staatssicherheitsdienstes der DDR überprüfen lassen.

Michael Vesper, Olympia
© Getty

Das kündigte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, der in Peking Chef de Mission ist, im Sportausschuss des Deutschen Bundestages an. "Es wird auch Regelanfragen für die Verantwortlichen geben, die vor den Spielen in Athen 2004 von der Birthler-Behörde als unbelastet bewertet worden sind. Inzwischen sind neue Unterlagen des DDR-Geheimdienstes erschlossen worden."

Vesper berichtete, dass die sogenannte Stasi-Kommission des organisierten Sports sofort zusammentreffen werde, sollte belastendes Material gefunden werden. Anfang Juli werde zudem die Unabhängige Kommission zur Überprüfung von Trainern und Offiziellen mit Doping-Vergangenheit ihre erste Arbeitssitzung haben.

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Olympische Talfahrt stoppen 

Vesper bezifferte die Gesamtkosten für die Entsendung der deutschen Olympia-Mannschaft auf fünf Millionen Euro. Noch im Wirtschaftsplan 2008 war von der Sport-Dachorganisation das Volumen auf 4,4 Millionen Euro veranschlagt worden.

3,5 Millionen Euro würden vom Bund getragen, erklärte er. Bis zu 470 Athleten werden nach seinen Worten an den Spielen teilnehmen. "Wir wollen die olympische Talfahrt, die sich seit Atlanta 1996 abzeichnet, in Peking stoppen", sagte Vesper. "Unsere Absicht ist es, bei Olympia 2012 in London wieder unter die fünf erfolgreichsten Nationen vorzudringen".

Für jede Gefährungssituation gerüstet 

Der Leistungssportdirektor des DOSB, Bernhard Schwank, berichtete, dass zwei Beamte des Bundeskriminalamtes die deutsche Mannschaft begleiten und auch im olympischen Dorf schlafen werden.

"Wir sind in Peking für jede mögliche Gefährdungssituation gerüstet", stellte er dar. "Jeder deutsche Olympia-Teilnehmer wird für besondere Notfälle über Mobiltelefon erreichbar sein". Es werde daran gearbeitet, dass abhörsichere Handys bereitgestellt werden.

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