Montag, 19.05.2008

Tennis

Federer nach Rothenbaum-Niederlage gelassen

Hamburg - Roger Federer hakte die verpasste Titelverteidigung überraschend schnell ab. "So ein bisschen ist der Blick schon auf Paris gerichtet", gab der zwölfmalige Grand-Slam-Sieger nach seiner Finalniederlage am Rothenbaum gegen Rafael Nadal zu.

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© Getty

Nach zwei Ruhetagen wird der 26-Jährige aus der Schweiz in die französische Hauptstadt reisen und sich dort auf die wichtigste Sandplatz-Veranstaltung der Welt vorbereiten.

Die French Open sind noch immer das einzige Grand-Slam-Turnier, das der Branchenprimus aus Basel nicht gewinnen konnte.

Neuer Schlagabtausch in Paris

"Hoffentlich werden die Karten für Paris wieder neu gemischt", sagte Federer nach dem 5:7, 7:6 (7:3), 3:6 gegen Nadal. Der 21 Jahre alte Linkshänder eroberte mit dem ersten Titel in Hamburg die einzige wichtige Sandplatz-Trophäe, die ihm in seiner Sammlung noch fehlte.

Wenn die Tennis-Elite an der Porte d'Auteuil aufschlägt, wird das Geschehen wieder einmal von der Frage aller Fragen dominiert: Schafft Nadal seinen vierten Roland-Garros-Triumph in Serie oder kann Federer den Sandplatz-König in dessen Reich vom Thron stürzen?

Vieles spricht auch diesmal für den Weltranglisten-Zweiten aus Spanien. "Er ist einfach der Beste auf Sand", sagte Federer nach der 10. Niederlage im 16. Vergleich mit Nadal.

Federer mit neuem Coach

Auf Asche hat der Schweizer erst einmal gegen ihn gewonnen - 2007 im Finale von Hamburg. In diesem Jahr aber scheint es, als habe Federer noch stärker als sonst das Ziel French Open im Blick. In Paris wird sein neuer Trainer Jose Higueras an seiner Seite stehen.

Nach der Trennung von Tony Roche im Mai vergangenen Jahres war Federer fast ein Jahr ohne Coach auf der Tour unterwegs - jetzt begleitet ihn der 55 Jahre alte Spanier erstmals nach Paris.

Der frühere Sandplatz-Spezialist trainierte unter anderem mit Pete Sampras, Jim Courier und Michael Chang. Den damals 17 Jahre alten Chang betreute er bei dessen French-Open-Sieg 1989.

Titel hat für Nadal große Bedeutung

Die Vermutung, dass er den Spanier nur mit dem Ziel Paris-Sieg verpflichtet habe, weist Federer entschieden von sich. "Ich habe ihn nicht nur für die Arbeit auf Sand verpflichtet", sagte der Weltranglisten-Erste.

Zudem droht Gefahr auch von anderen Protagonisten: Aus dem Duell an der Spitze ist längst ein Dreikampf geworden. Australian-Open- Sieger Novak Djokovic scheiterte in Hamburg erst nach hartem Kampf im Halbfinale an Nadal und verpasste den Sprung auf Platz zwei im ATP-Computer.

Wie viel Nadal der Titel am Rothenbaum bedeutet, unterstrich er bei der abschließenden Pressekonferenz. Auf die Frage, wie wichtig es ihm gewesen sei, das letzte Turnier vor den French Open gewonnen zu haben, antwortete er: "Das Wichtigste für mich ist, hier in Hamburg den Titel geholt zu haben."


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