Christmann und Schmid Degenmeister

SID
Samstag, 03.05.2008 | 16:55 Uhr
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Tauberbischofsheim - Degen-Weltmeisterin wurde Britta Heidemann vor 7 Monaten, doch deutsche Meisterin darf sich die Leverkusenerin auch nach dem 22. Anlauf nicht nennen.

Die 25-Jährige verpasste in Tauberbischofsheim den ersten nationalen Titel ihrer Fecht-Laufbahn denkbar knapp durch ein 6:7 im "Sudden Death" gegen Lokalmatadorin Beate Christmann. "Ein deutscher Meistertitel hat schon einen anderen Stellenwert als beispielsweise ein Weltcup", sagte Heidemann.

Die andere Olympia-Starterin der deutschen Degendamen, Imke Duplitzer (Bonn) war im Halbfinale 13:15 an Christmann gescheitert. Titelverteidigerin Claudia Bokel fehlte.

Es geht um den Sport 

Bei den Herren siegte Lokalmatador Sven Schmid trotz einer im Finalkampf erlittenen Verletzung 15:13 gegen seinen Teamkollegen Jörg Fiedler. Im Gegensatz zu Heidemann und Duplitzer werden die deutschen Degenherren die Spiele in Peking vom 8. bis 24. August nur am TV verfolgen können.

Die einst so glorreiche Equipe, 2005 noch Mannschafts-Vizeweltmeister, hatte im März die Qualifikation und damit erstmals seit 1952 Olympia verpasst, Schmid war vor einer Woche beim europäischen Einzel-Turnier in Prag gescheitert.

In der andauernden Debatte um die chinesische Menschenrechtspolitik und die Reaktion des Sports warnte IOC- Vizepräsident Thomas Bach vor einer zu starken Politisierung der Olympischen Spiele. "Bei all den Diskussionen der vergangenen Wochen sollten wir nicht vergessen: Es geht um den Sport", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in einer kurzen Ansprache vor den Finalkämpfen.

Das Land macht dicht 

"Auf die Athleten sollten wir uns konzentrieren und deren Leistungen respektieren. Denn darum geht es bei Olympischen Spielen", meinte der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Gerade Aussagen deutscher Degenfechterinnen sorgen nach dem erneuten Aufflammen des Tibet-Konflikts für Aufsehen. So hatte Duplitzer angekündigt, der olympischen Eröffnungsfeier fernzubleiben und die TV-Zuschauer zu einem Boykott der Eröffnungszeremonie aufgefordert.

Heidemann hatte vor zu starker Kritik an den Olympia-Gastgebern gewarnt, weil damit nur das Gegenteil erreicht werde. "Das Land macht dann wieder dicht", sagte die Leverkusenerin, die in China wegen ihrer Sprachkenntnisse sehr populär ist.

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