Montag, 26.05.2008

Basketball

Bauermann bleibt Basketball-Bundestrainer

Bamberg - Das Rätselraten hat ein Ende: Dirk Bauermann wird die deutsche Nationalmannschaft unabhängig von der Olympia-Qualifikation auch in Zukunft trainieren und darüber hinaus die Nachwuchsförderung im DBB reformieren.

Basketball, Bauermann, Deutschland
© DPA

Der 50-Jährige gab das Ende seiner Tätigkeit beim entthronten deutschen Meister Brose Baskets Bamberg bekannt und kam damit einer Forderung der BBL nach. Die Ligavertreter hatten im vergangenen Jahr beschlossen, Trainern eine Doppeltätigkeit im Verein und Verband zu untersagen.

"Es stehen Aufgaben an, die für den deutschen Basketball so wichtig sind, dass sie ein hundertprozentiges Engagement erfordern, auch zeitlich", begründete Bauermann seinen Entschluss.

Nowitzki zufrieden

Superstar Dirk Nowitzki begrüßte die Entscheidung des gebürtigen Oberhauseners. "Er ist sehr kompetent und ein absoluter Motivationskünstler. Seine Ansprachen an die Mannschaft sind einzigartig und er schafft es, immer das Beste aus seinen Teams herauszuholen", sagte der Würzburger.

Der 29-Jährige wird nach den Olympischen Spielen, für die sich die DBB-Auswahl in Athen (14. bis 20. Juli) noch qualifizieren muss, jedoch eine Pause im Nationalteam einlegen.

Erleichterung beim Verband

Auch im Verband herrschte Erleichterung über die Einigung mit Bauermann für die nächsten fünf Jahre.

"Ich freue mich sehr, dass Dirk Bauermann sich für uns entschieden hat und dass wir jetzt mit diesem Vollprofi und Experten langfristig und konzeptionell sowohl den Neuaufbau der A-Nationalmannschaft in Angriff nehmen können, als auch die gesamten Nationalmannschaften in guten Händen wissen", erklärte Präsident Ingo Weiss.

Entscheidung lange rausgezögert

Bauermann, der seit 2001 in Bamberg tätig war und seit fünf Jahren in Doppelfunktion auch das Nationalteam betreut, hatte lange mit sich gerungen und seine Entscheidung immer wieder hinausgezögert. Ursprünglich hatte er sich schon Mitte März äußern wollen.

"Erst einmal brauche ich ein paar Tage, um die Entscheidung und das Ende eines Lebensabschnitts zu verkraften", sagte der Erfolgscoach, der mit Bamberg zweimal den Titel holte. Der Aufwand mit zwei Jobs war jedoch selbst für einen Workaholic wie ihn zuletzt zu groß geworden.

Bamberger Wunde

"Das ist schon eine Belastung, die man nur maximal vier oder fünf Jahre lang machen kann. Danach geht es einfach nicht mehr. Dann ist der Akku leer", hatte Bauermann Anfang März in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa gesagt.

Das Ausscheiden mit Bamberg in der ersten Playoff-Runde gegen die Baskets Oldenburg traf den ehrgeizigen Übungsleiter hart. "Ich persönlich bin tief enttäuscht von der letzten Saison. Das ist eine Wunde, die so schnell nicht verheilen wird." Wer bei den Franken neuer Trainer wird, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall hinterlasse Bauermann "eine große Lücke", erklärte Bambergs Geschäftsführer Wolfgang Heyder.

Verbesserte Förderung

Bauermann, der viermal als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde, wird künftig verstärkt auch konzeptionell tätig sein. Neben seinem Job als Nationaltrainer wird er im Ausbildungsbereich mit allen Kompetenzen ausgestattet.

"Ich werde sämtlich Dinge inhaltlich koordinieren und mit Hilfe der Bundes- und Landesverbandstrainer so steuern, dass letztlich alle ein Ausbildungsziel verfolgen und dazu an einem Strang ziehen", kündigte der Familienvater an.


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